Geschützt: Emil und Bene on Tour

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Veränderung? Ich will keine Ratschläge! – Eine lehrreiche Selbsterfahrung.

Kürzlich ist mir selber bewusst geworden, wie wenig offen ich mich für Veränderung gebe, wenn mir jemand einen wohlgemeinten Rat gibt. Im Zusammenhang mit Müllvermeidung sprach ich mit jemandem über die Verwendung von Stück-Seife anstelle von Duschgels und Co.. Dann wurde mir geraten es gleich auszuprobieren.

Statt es einfach zu probieren, fand ich mich selbst in der Opposition wieder. Ich argumentierte, wie sparsam ich bereits mit Duschgel umgehe und wie selten mein Duschgel daher leer werde… welch kleinen Anteil unseres Plastik-Mülls die Duschgel-Verpackungen ausmachen…

Das Gespräch wurde schnell laut und endete bald mit Frust auf beiden Seiten.

Erst am Abend begann ich darüber nachzudenken, ob ich eventuell mit einem Stück Seife genauso zurecht kommen würde, wie mit meinem Duschgel.

Am nächsten Tag kaufte ich eine Seife – nun Dusche ich nicht mehr mit Duschgel, auch nicht mehr mit Shampoo. Aber ich wollte es selbst entscheiden.

Diese Erfahrung war mir eine Lehre – was Veränderungen angeht in vielerlei Zusammenhängen.

Ich werde zukünftig weiterhin und noch überzeugter von meinen Erfahrungen berichten, denn keiner will Ratschläge. 🙂

Frauen nutzen Frauentag für Vernetzung und Lernen. Männer?

Ich hatte die Ehre auf der Frauentagsveranstaltung von Siemens Erlangen dabei sein zu dürfen. Meine Eintrittskarte war das Angebot zweier Sessions zur Einführung von WorkingOutLoud – eine Methode zur Aneignung von Netzwerkkompetenz. Mit den Sessions konnte ich meine WOL-Begeisterung glaube ich sehr gut an die Frau bringen. Der eigentliche Wert dieses Tages lag aber in den persönlichen Gesprächen über Gleichberechtigung und Chancengleichheit in unserer Arbeitswelt.

Meine globale, wenn auch wenig fundierte, Sicht auf die Rolle der Frau ist: Frauen sind auf Erfolgskurs, denn Frauen scheinen mir mit “NewWork” wesentlich leichter anknüpfen zu können als Männer, weil sie sich nie so weit von dieser – eigentlich nur menschlichen – Art der Zusammenarbeit entfernt haben, wie viele Männer. Um das Klischee abzurunden: Ich glaube von Alphatieren wird es im digitalen Zeitalter weniger brauchen.

Braucht es also den Frauentag? Vor kurzem hätte ich noch gesagt: Eigentlich nicht – denn ich sehe inzwischen mehr Nachholbedarf bei Männern, was Kompetenzen des digitalen Zeitalters angeht. Doch kurz vor dem Frauentag brachte ein rennomiertes Immobilien-Unternehmen eine Image Kampagne heraus, in der der rein männlich besetzte Vorstand den Wert der Frau hervorhob. Kommentare auf verschiedenen Netzwerken, wie schließlich auch große Presseartikel zeigten dem Unternehmen auf, dass ihre Wertschätzung eigentlich nur ihr gestriges Rollenbild der Frau entlarvte. Die Herren merkten garnicht, dass ihre Lobeshymnen einzig und allein auf die häuslich familiäre Bedeutung der Frau hinwies. Oder sie merkten garnicht, was daran nicht mehr zeitgemäß ist.

Ich glaube genau diese Erkenntnis-stiftenden Auseinandersetzungen sind es, die den Wert des Frauentages ausmachen. So eines konnte ich an diesem Frauentag auch führen. So sagte mir eine Frau, dass sie sehr stolz sei auf alles, was sie bei Siemens bewegen und lernen konnte. Dennoch könne sie im Rückblick auf ihre lange Karriere mit großer Sicherheit sagen, dass Männer, die ähnliches geleistet haben wie sie heute erheblich mehr verdienen. Dem kann ich nur ehrfurchtsvoll lauschen – und mein Gefühl lässt mich hier auch keine Sekunde daran zweifeln, dass sie Recht hat.

All diese Gespräche bringen mich immer wieder auf die eine Kernerkenntnis: Nur der ständige Austausch mit Menschen verschiedenster Ansichten bringt uns wirklich weiter. Sobald man glaubt zu wissen, wie es um andere Menschen steht, befindet man sich auf Glatteis. Denn Menschen sind komplex – und so sind es auch die über Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsenen Rollenbilder unserer Gesellschaft. Komplexe Zusmamenhänge lassen sich nicht vereinfachen, nicht kategorisieren, nicht pauschalisieren. Koplexe Systeme lassen sich nur gemeinsam mit allen System-beteiligten bewegen, mit ganz viel Kommunikation, Mut und Experimenten.

Um nun zuletzt noch meiner Überschrift gerecht zu werden: Frauen UND Männer dieser Welt, vernetzt euch – mit Frauen und Männern versteht sich! Die Vernetzung von der wir heute sprechen, geht weit über das hinaus, was man früher “Seilschaften” nannte und was vermutlich noch bis heute dem ein oder anderen Alphatier (m/w/divers) die Position beschehrt hat. Vernetzung ist heute die Voraussetzung und wichtiges Mittel zum Lernen. Lernen ist die einzige Sicherheit in Zeiten des Wandels. Ich glaube von Frauen können Männer viel lernen – insbesondere mit Hinblick auf das was die digitale Transformation bereits mit sich gebracht hat und noch bringen wird.

ParentsForFuture – Wertschätzende Kommunikation für Offenheit und Miteinander

Ich engagiere mich unter dem Hashtag ParentsForFuture, um eine friedliche Bewegung junger Menschen zu bestärken und zu begleiten. “Friedlich” bedeutet mehr als nur ohne Fäuste – Friedfertigkeit muss unsere Sprache prägen – auch wenn so manche Äußerung von Kritikern uns in eine andere Richtung treiben will.

Ich weiß, dass die Leser der meist gelesenen deutschen Zeitungen am liebsten polarisierende, populistische und gar brutale Äußerungen lesen. Viele Politiker haben es mit dieser Art der Kommunikation auch weit gebracht. Verändern werden wir damit aber nichts. Das ist die alte Welt – die allzu oft mit machtvoller Polemik das Aufkeimen gesunden Menschenverstandes unterdrückt hat.

Wir dürfen uns nicht der Versuchung hingeben, polarisierenden und diffamierenden Angriffen, mit der gleichermaßen verwerflichen Rethorik entgegenzutreten.

FridaysForFuture verdankt seinen globalen und überwältigenden Erfolg der Unbestrittenheit ihrer Kernaussagen und der Macht des gesunden Menschenverstandes. Kein Mensch kann sich dem Verständnis entziehen, wenn junge Menschen darauf hinweisen, dass unser heutiges Wirtschaften ihre Zukunft zerstört. Junge Menschen müssen keine Antworten geben, wenn Profiteure der heutigen Politik diese als Notwendigkeit darstellen. Sind doch die genannten Notwendigkeiten allzuoft nur durch die eben gleiche Politik begründet.

Es braucht die Offenheit unserer Gedanken für Neues – die Offenheit unserer Gesellschaft für die Infragestellung unserer Selbstverständlichkeiten. Es braucht Vertrauen und Miteinander. Und das werden wir am besten erreichen, wenn wir wertschätzend kommunizieren – ParentsForFuture und FridaysForFuture.


#ParentsForFuture – Aufruf zur Unterstützung

Seit Mitte Februar formiert sich eine Bewegung von Eltern zur Unterstützung von #Fridaysforfuture (FFF).

Ich begrüße und unterstütze diese Bewegung sehr. FFF hat es geschafft, jungen Menschen die Notwendigkeit ihres Engagements und die Bedeutung ihres Handelns im internationalen Netzwerk vor Augen zu führen. Hier lernen junge Menschen aus ihrem Wissen wirksame Handlungen abzuleiten. Und sie tun das im Netzwerk. Damit eignen sie sich wesentliche Kompetenzen an für unsere komplexe Welt.

Am 15.3.19 soll weltweit der bisher größte #Klimastreik stattfinden. Ich wäre stolz, wenn wir Eltern, Schulen, Unternehmen, … gemeinsam diesen Streik zu einem wirksamen Signal an die Welt machen würden.

Morgen Mittag, am 1.3.19 darf ich ein Interview auf Bayern 2 zu meiner Beteiligung an #parentsforfuture geben. Die Elternbewegung ist erst wenige Tage alt, hat aber bereits tausende Unterstützer gefunden. Ich wurde inzwischen zu 3 Interviews von Presse und Radio eingeladen – nur weil ich mich auf Twitter und LinkedIn zu meiner Unterstützung bekannt habe.

Hier wird noch viel passieren. Und es wird gut sein, für die Mündigkeit unserer nachwachsenden Welt-Bürgöerschaft.

Lasst uns alle zu unserer Unterstützung bekennen, mit #ParentsForFuture – auf allen Plattformen.

Weiterführende Links:

Lernnetzwerke #ESN, Twitter & Co – oder: Warum ich für mein lebenslanges Lernen keine Trainings mehr brauche

Für meine lieben Kollegen bei Siemens werde ich heute den Auftakt für eine neue Art der Vernetzung geben. Zum obigen Thema werde ich eine 10-15min Rede in der neu eingerichteten “SpeakersCorner” halten. Danach darf rege diskutiert werden – denn darum geht es eigentlich: Mehr miteinander Reden. Warum? Jetzt sind wir beim Thema!

2016 begann ich zu “Netzwerken” – auf einem Barcamp für Projektleiter (mehr zum Barcamp gerne ein anderes mal, oder unter diesem Blog). Seither entwickle ich persönliche Kompetenzen und Potentiale, die ich vorher nur geahnt habe.

Warum sehe ich soziale Netzwerke als Lernformat? Meine Antwort ist ziemlich einfach: Soziale Medien sind grandiose Lernplattformen, weil sie den Aufbau persönlicher Netzwerke ohne Grenzen ermöglichen. Jeder kennt den Spruch “Am meisten habe ich gelernt, als ich es einem anderen erklärt habe”, aber wann hört einem schon einer zu? Im Sozialen Netz findet sich immer einer der “zuhört”. Im sozialen Netzwerk findet sich immer einer, der genau das gerade hören oder lesen will, was Du gerade erklären willst. Im sozialen Netz findet sich immer einer, der auch gerade dabei ist etwas zu erkennen, was Du gerade verstanden hast. So entstehen Lernnetzwerke.

Nur, wie finden Dich diese Menschen, die sich für Deine Gedanken interessieren?

Ein paar wesentliche Punkte zum Aufbau persönlicher Lernnetzwerke:

  1. In sozialen Medien lesen nicht X Mrd. Menschen auf der Welt alle Posts, die gearde von irgendjemandem geschrieben werden. Nein: Wenn Du beginnst, ein Netzwerk aufzubauen, liest erstmal NIEMAND, was Du schreibst. Du kannst also ohne Hemmungen alles schreiben, woran Du die Welt teilhaben lassen willst.
  2. Wer Deine Tweets liest, das entscheiden deine Leser selbst – gemeinsam mit ihren Netzwerken. (?! -> siehe 3. & 4.)
  3. Hashtags können der Zugang zu Netzwerken sein (als Einstieg eignet sich z.B. der Hashtag einer besuchten Veranstaltung)
  4. Im Retweet steckt die Kraft der “viralen Verbreitung”. Hier werden Deine Inhalte in persönliche Netzwerke anderer getragen und gleichzeitig mit einer persönlichen Empfehlung versehen.

Und wie finden die mich nun? Meine Antwort ist: Fang einfach mal an zu schreiben, dann wirst Du erleben, wie Du gefunden wirst. Eines ist klar: nur wer schreibt, worum es ihm geht, der wird auch von denen gefunden, denen es um das gleiche geht. Wer Dich so gefunden hat, der wird Dir vielleicht folgen, Deine Tweets liken, kommentieren, oder sogar retweeten.

Gefunden werden durch Schreiben, statt Finden durch Suchen!

Ich ermutige gerne einfach drauf los zu schreiben und dabei durchaus auch Persönlichkeit sichtbar zu machen – dazu gehört zum Beispiel auch von einer eigenen Erkenntnis zu schreiben, ohne dabei einen großen Autor dieser Zeit zu zitieren. Dazu gehört auch, von einem Erlebnis zu schreiben, dass Dich bewegt hat. Persönlichkeit ist der Schlüssel zur Bewertung von Aussagen. Über Persönlichkeit bewerten wir nicht nur den Wahrheitsgehalt von Aussagen. Persönlichkeit gibt uns Hintergründe, die zur Aussage geführt haben. Die Persönlichkeit des Senders einer Information stellt uns also ein vielfaches von Anknüpfungspunkten zu Verfügung, mit der wir die Information einordnen können.

Und das ist Lernen: Verknüpfen von Inhalten mit Erfahrungen.

Informationen in unserem Gehirn verankern – durch vielfache Anknüpfungpunkte. Je mehr Anknüpfungspunkte wir mit einer Information verbinden können, desto besser können wir die Information im Handeln wieder abrufen und nutzen.

Das Teilen eigener Erkenntnisse und Erlebnisse führt also zum Aufbau individueller Lernnetzwerke – wenn nur eine kritische Masse von potentiellen Zuhörern verfügbar ist. Und genau das bieten Plattformen, wie Twitter, LinkedIn, oder das firmeninterne Soziale Netzwerk.

Soweit nun erstmal zu meiner Vorbereitung für meine Rede.. Ein paar Beispiele wären noch gut. Naja, vielleicht fallen Euch ja welche ein? Gerne als Kommentar! Vielleicht binde ich diese dann auch nachträglich noch in diesen Blog ein.

Vernetzte Grüße, Euer Benedikt Pape

… mehr zum Barcamp als Lernformat:

Wenn es mir doch um soziale Netzwerke geht, warum habe ich dann diesen Blog mit dem Barcamp begonnen? Das Barcamp ist meiner Ansicht nach die Offline-Variante sozialer Netzwerke, denn es stellt den Austausch zwischen Menschen (der auf klassischen Konferenzen nur auf die Pausen beschränkt ist) in den Vordergrund. Im Barcamp belegen die Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung einen leeren Sessionplan mit ihren eigenen Themen. Teilnehmer werden zu TeilGebern und kommen so sehr viel häufiger in die lernfördernde Situation des “Erklärenden”, als das in allen anderen Veranstaltungsformaten der Fall ist. Barcamps überlassen es den Teilgebern, über welche Inhalte sie sich austauschen wollen. Im Barcamp entscheiden die Teilgeber, mit wem sie sich austauschen. Die Teilgeber entscheiden, ob sie einem Redner zuhören wollen, oder ob sie selbst zum Thema beitragen wollen. All diese Freiheiten sind es, die der individualität des Lernens Rechnung tragen und das Format Barcamp zu einem wertvollen Lernformat machen, ganz ähnlich, wie soziale Netzwerke.

Weblinks:

Siemens Development System – mein Einblick ins Quartalsmeeting

Am 24. Januar 2018 hatte ich Gelegenheit in die Welt des Siemens Development Systems (SDS) reinzuschnuppern. Ich war zum SDS Quartalsmeeting eingeladen, wo sich die kleine Community inzwischen zum elften Mal für einen ganzen Tag versammelt hat. Meine Rolle war eine sehr kleine, denn ich sollte eine Session zum Thema Networking anbieten. Die Gelegenheit am Schopfe gefasst – habe ich mir zum Ziel gesetzt nicht nur einen Blog, sondern auch einen Podcast über meine Eindrücke zu erstellen. Für mehr Aufmerksamkeit für die großartige SDS community, aber auch – wie immer – als Lernfeld für mich selbst :). Im Einklang mit den Lean-Methoden biete ich hier nun aber erstmal einen Blog – sozusagen als “minimum viable product” ;).

Vorab ein paar Hintergrundinformationen, wie ich zur SDS gekommen bin. Da ist zuerst mein vertrauter Kollege Englbert Westermeier zu nennen, dessen Zusammenarbeit ich in Sachen Leadership Development (er hat die Initiative zum @LDSC19 Leadership Challenge Kalender gestartet) und kontinuierlicher Verbesserungsprozess bei Siemens EMTS sehr zu schätzen weiß. Schön ist ja immer, wenn in so einer Zusammenarbeit beidseitige Wertschätzung vorhanden ist – und so ist das hier auch. Ich glaube Englbert’s Twitter Account ist ein Produkt aus unserer Bekanntschaft. Und so ist es auch mit meiner Teilnahme an diesem SDS Quartalsmeeting. Anders gesagt: Vernetzung öffnet vielfältige Einblicke.

Meine Session zum Netzwerken sollte am Nachmittag stattfinden – und pünktlich dafür kam ich auch erst zur Veranstaltung, die schon seit dem Morgen im Gange war. Neben Netzwerken standen zentrale Themen der SDS community auf dem Programm, nämlich unter anderem

Zu jedem dieser Themen, konnte ich im Laufe des Nachmittags ein paar kleine Interviews machen, die mir etwas mehr Verständnis für die jeweiligen Themen, aber auch Einblick in den Wert der SDS Community gegeben haben.

SDS im Konzern – Wie die Community den Konzern entwickeln will

Das spannende dieser Community sehe ich darin, dass sie eine klare Legitimation aus dem höchsten Management, nämlich von Roland Busch hat. Dennoch ist die Community vollständig selbstorganisiert und selbstgesteuert. Diese Kombination ist es, was sie von allen anderen mir bekannten Initiativen im Konzern unterscheidet. Wie mir Karl-Heinz verrät gibt es zwar einen “Sponsor” (Alfred Hauenstein), der die Community mit dem Management verbindet – dennoch bestimmt die Community selbst, woran sie arbeitet. Überzeugend ist das deswegen, weil erklärten Ziele der Community klar auf Agilität und Lean-Development ausgerichtet sind, beides Ansätze, die auf mehr Selbstverantwortung hinarbeiten. So begeistern Initiativen am meisten – indem sie an ihrem eigenen Beispiel vormachen, wie ihre Ideen zum Erfolg führen. (Pssst: Dieser Blog wird übrigens präsentiert von Benedikt Pape – einer der sich u.a. in der WorkingOutLoud Initiative bei Siemens engagiert – eine Methode zur Entwicklung von Netzwerkkompetenz ;))

SDS Community bei Taskplanung am Kanban Board

Im Gespräch mit Annemarie Kreyenberg wurde für mich besonders deutlich, dass wir es bei der SDS Community mit Überzeugungstätern zu tun haben. Sie sind im Alltag Botschafter der SDS Prinzipien. Annie setzt agile Ansätze schon lange in ihrem eigenen Umfeld ein. Was sie treibt, weiter zu machen ist die Freude an der Arbeit, die sie immer wieder durch diese Veränderungen entstehen sieht. Sie besonders stolz darauf, ganz aktuell mit einer Arbeitsgruppe auch eine innovatives Konzept zur Anwendung agiler Arbeitsweisen in der Welt der Kaufleute zusammengestellt zu haben. Obwohl sie selbst stolze Vollblut-Ingenieurin ist, setzt sie sich in unserem Konzern intensiv dafür ein Agilität auch für Kaufleute nutzbar zu machen – denn nur wenn Techniker und Kaufleute an einem Strang ziehen, kann sich die volle Wirkung entfalten. Dafür ist sie sogar Teil einer konzernübergreifenden Community of Practice, deren Thema eben gerade Agilität für Kaufleute ist.

Annemarie Kreyenberg im Interview mit Benedikt Pape

Englbert Westermeier erinnert sich noch an den Tag an dem Professor Siegfried Russwurm das Siemens Development System ins Leben gerufen hat. Seine Überzeugung von Lean und Agilität sei schon im Jahr 2015 so groß gewesen, dass es ihm nicht mehr um das “ob” ging, sondern ausschließlich darum, “wie” Agilität und Lean Methoden am besten zur Entwicklung des Konzerns beitragen können. Jede Business Unit sollte einen SDS Manager nominieren, woraus dann die heutige Community entstanden ist. Über die SDS Manager hinaus gibt ist ein starkes Netzwerk im Mittleren Management entstanden, dass sich für die Umsetzung der von SDS entwickelten Ansätze einsetzt. Für die Multiplikation der agilen und lean development Ansätze wurden seither über 1000 Lean Development Engineers (LDE) von der SDS zertifiziert.

Im Unterschied zu früher ist Englbert besonders stolz darauf, dass die SDS Community heute aus Freiwilligen besteht und dennoch konzernweite und global verteilte Mitglieder hat. Das Interessante daran:

Der Umstieg der SDS-Community auf Freiwilligkeit ist eine Konsequenz aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Während der Konzern sich stetig und vielfältig umstrukturiert, wollte die Community sicher stellen, dass sie unabhängig agieren kann.

Als Zusammenschluss von Freiwilligen, geeint durch gemeinsam festgeschriebene Prinzipien, wollen die SDS-Manager ihr Wirken im Konzern langfristig sichern. Interessant, nicht wahr? Kennen wir doch als Graswurzel-Aktivisten gerade zu oft die umgekehrte Perspektive. Ich teile allerdings die Sicht von Englbert, denn intrinsisch motiviertes Engagement ist das höchste Gut jeder Organisation – und gepaart mit Selbstorganisation zudem noch hoch resistent, gegen strukturelle Veränderungen.

Holacracy – von Roman Busse (Unternehmensentwickler bei Siemens) empfohlen

Auch er war zum ersten Mal beim SDS Quartalsmeeting, wie ich. Extra angereist aus der Konzernzentrale aus München, gab er eine Session zum Thema Holacracy. Roman Busse ist seit 1 1/2 Jahren bei Siemens und genau genommen nicht nur Organisationsentwickler, sondern -innovator, laut Job Titel. Eine echte Innovation in Sachen Organisation ist Holacracy – und nach seinen Worten ist es einer der besten Einstiege in die Selbstorganisation.

Der Sinn von Holacracy hatte sich für mich vor diesem Gespräch nie so richtig erschlossen. Ich verband damit ein sehr starres Regelsystem für die selbstorganisierte Zusammenarbeit. Wenn man doch aber selbstorganisiert sein will, warum sollte man sich starre Regeln auferlegen? Aber genau darin sieht Roman den Wert.

Viele Menschen tun sich viel leichter von einer hirarchischen Struktur loszulassen, wenn sie für die Alternative “Selbstorganisation” auf eine klare Struktur zurückgreifen können. Holacracy – sozusagen also als Wegbereiter zu mehr Selbstorganisation.

Wenn ein Team dann mal mit der Selbstorganisation und Holacracy angefangen hat, dann ist die größte Hürde schon mal genommen. Dann beginnt natürlich die Entwicklung eines individuell angepassten Systems für die Zusammenarbeit speziell in diesem Team. Da steckt dann der eigentliche Schatz drin, den Roman sich für die Entwicklung unserer Unternehmens-Organisation wünscht. Allein für diese Erkenntnis hat sich das ganze Gespräch gelohnt, auch wenn ich Roman dafür bei Eiseskälte und im Berufsverkehr zum Bahnhof begleiten musste – gerne jederzeit wieder.

Hoshin Kanri – gemeinsame Ausrichtung des Unternehmens an einem Nordstern

Mit Hoshin Kanri binden unsere Healthineers bereits seit drei Jahren mit großer Begeisterung Mitarbeiter aus vielen Ebenen ein, um sich auf zukünftige Marktanforderungen auszurichten. Wie ich von Silke erfahre, hat man dort schon in der Größenordnung von 100 Hoshin Kanri Workshops in verschiedenen Bereichen abgehalten. Höchste Zeit also, dass das Ziel der SDS Community wahr wird: Im gesamten Siemens Konzern soll die erfolgreiche Methode mehr Aufmerksamkeit und Anwendung finden.

Im groben handelt es sich hier wieder um eine Strukturvorgabe für Zusammenarbeit. Hoshin Kanri gibt eine Workshop-Struktur vor, die verspricht zu einem kontinuierlichen Prozess der Unternehmens-Ausrichtung zu führen. Dabei ist wesentlich, dass eben nicht allein das Management die Ausrichtung vorgibt, sondern Vertreter aus dem gesamten Unternehmen gemeinsam. Für mich klingt das nach einer großen Chance, das omnipräsente Dilemma der verschiedensten Perspektiven im Unternehmen tatsächlich mal als Vorteil zu nutzen. Eine gemeinsame und optimale Ausrichtung wird immer ein Kompromiss sein, aber es scheint mir großer Wert darin zu stecken, im gemeinsamen Workshop die Entscheidungen transparent zu treffen. Worauf es ankommt, ist aber wie immer, es einfach mal zu machen – dann können wir sehen, welchen Wert es für uns hat. Die Healthineers sind jedenfalls schonmal begeistert, wie mir scheint.

Den Dampfer flexibler machen

Was sie alle eint ist das Ziel – wie Karl-Heinz Busch so schön sagte – den Siemens-Dampfer anpassungsfähiger zu machen für immer schneller sich wandelnde Marktanforderungen. Mit diesem Ziel ist die Community stark unterwegs und wie ich meine noch lange nicht bekannt genug. Ihr Handeln überzeugt. Ich jedenfalls, werde die Ohren etwas weiter aufsperren, wenn ich zukünftig von Aktivitäten der SDS höre.

Viele Grüße, Euer Benedikt Pape

OwnYourCareer versus management control – flashlight from Leadership & New work Symposium at Siemens

OwnYourCareer so far Highlight topic for me at #NewWorkNow Symposium today at Siemens headquarters Mch, Wittelsbacher Platz

The session of Mirjam Hein (Product Owner of OwnYourCareer, Siemens HR), introduced the program, but the discussion fought fire quickly on the pros and cons of shifting responsibilities for people’s development from management to employees.
While #ownyourcareer is clearly introduced for encouraging employees to take chances and actively developing theirselves, a management perspective was brought in highlighting the importance to match employee development with business demands.

To me this brings to light the full spectrum of controverse views with regards to corporate development. And the tremendous importance of bringing people together for discussions like this one today.

Questions arise to me like:

– Can it be true, that only management knows the demand of the business?

– If so, how can we improve transparency of our business demands?

– If management knows demanded employee capabilities, are there ways to reach the goal without control and command?

– Creating attractive learning environments for the desired capabilities could be a way to go?

A whole different aspect has been neglected in our discussion from my point of view:

I’m convinced the reason we at Siemens strive for OwnYourCareer is to benefit from maximum potential of our staff!

Potentials have been neglected too long in our company. Now markets make us rethink and explore potentials of our employees, which these potentials might not necessarily match with the respective management ideas. However, if it is true, what our Top management keeps repeating: The future of our company depends on the Engagement of us employees, then: Let us refocus and make development of potentials the highest priority. But not forget to secondly create opportunities for these engaged employees for find the space in our company to maximum contribute with their individual potentials.

.. Now.. event going on. Got to prepare my Working out loud Session ;).

LDSC19 C3/52 Respect people, f2f and when they call

This week’s Leadership Challenge asks to not answer the phone while talking face to face with someone else.

I think it is important to be “non-dogmatic” with every rule.
What is important to me is to show respect to people, no matter if they are in front of you or trying to call you. I believe, answering the phone during a f2f conversation can be ok, but key is how you moderate it.
E.g.
– “my dear friend in front of me, please excuse me for a second, I just have to arrange a time with the caller, to clarify an important issue”.
Or:

– “My dear friend in front of me – this call is of extreme importance for me and won’t be easy to reschedule – can I come back to you at a later time, because I need to talk on the phone now.”

Of course there are other occasions, where just
putting the phone silent or
rejecting the call with a template message like

– “I’ll call back” or

– “please try later”

are ok and the best choice.

I believe by showing respect and reasoning once decision, any personal relationship will not suffer. In contrast I see an opportunity for it to even grow trust from the transparent reasoning offered.

Background and Links

– Leadership Challenge #LDSC19 is an initiative of employees of Siemens EM TS to support development of awesome leadership.

– Follow the Twitter Account @LDSC19 to receive weekly challenges for your leadership

– use #LDSC19 on Twitter or LinkedIn, or your favourite Plattform to exchange on your experience with the challenges.

– Join the Group LDSC19 on LinkedIn

My first dive into Community management

I am spending lots of thoughts into how to start a community and how to make it a valuable place for its members to interact.

Why? Actually I am involved in the founding of at least two or three new communities at Siemens:

  • #LeadershipChallenge Community (this one will also go live 1.1.2019 on twitter via the account @LeadershipChalS!)
  • Two others, which are Siemens internal only

I am further engaged in guiding the #wol community within Siemens, which is at this time still rather passive.

All these topics are deeply linked with my global goals, so that I have a strong interest in communities to help people develop own competences within these topics.

Community fundaments:

First thing I did was to clarify my own perspective:

tweet

What drives me to contribute in communities:
1) create impact beyond my achievements by sharing them
2) learn from interactions and others’ experience
3) strengthen my network in the topic
4) grow from appreciation
5) charge my batteries for acting outside the #community

Secondly I had some inspiring talks to community experts inside and outside my company about what could be done to get a community to fly.

Principles to be achieved are:

  • Transparency on who, why, for which purpose founds the community.
  • Encourage people to contribute
  • Community is built for exchange and learning, not only distribution of news.
  • Joint vision of the community must be clearly defined.
  • Community consists of its members
  • Member is, whoever contributes. However readers are welcome.
  • #augenhoehe, respect and appreciation are fundamental principles for collaboration in this community.
  • Face to face meetings should be possible for the community to get to know each other.

Community founding – first steps:

First ideas for concrete steps to achieve the principles:

  1. Invite to a video conference to present and discuss the idea behind the planned community.
  2. ask the community (or the relevant group of people) to share, which topics they believe are most relevant for the communities joint topic.
  3. Collect the topics at a wiki or similar central page, available to all community members.
  4. Ask the community to moderate one topic from the list during one week (#cmooc style) in the community, thus populating the calendar for the next so many weeks.
  5. Support the moderators in moderating and empower them to prepare minimum of two things:
  6. – blog post Friday before start of the week
  7. – video conference session during the week for 1hour. (conference invite and scheduling supported by the community manager)
  8. Recorded life session is made available at the central wiki page.
  9. Introduce a joint Hashtag for the community for members to use for any posts in their desired platforms.
  10. Introduce a group at a preferred platform (I. E. #ESN, #linkedin or #discus (…) for all exchange and contributions.

Looking forward to implementing these ideas and experiencing their success. I’ll share my experience here.

In the meantime: comments, recomendations and your experiences are highly welcome.