Podcast hören – so einfach geht das

Nur 10% meiner Podcast Hörer hören über den Podcast-feed. Und das, obwohl das Podcast hören über eine Podcast App (auch Podcatcher genannt) so bequem ist.

Ich vermute also, dass die wenigsten wirklich wissen, wie das Podcast hören am besten geht. Daher hier ein paar Basics, die mir am Anfang selbst nicht ganz klar waren.

  1. Podcast vs. Episode: Ein Podcast ist eine Serie von Episoden, etwa vergleichbar mit einer regelmäßigen Sendung im Radio, wie “Radio Mikro”. In meinem Beispiel: “Benedikt Pape Podcast“, oder “Faces of Transformation Podcast”. Eine Episode ist eine einzelne Aufnahme (vergleichbar mit einer einzelnen Sendung, die im Radio zu einem bestimmten Datum ausgestrahlt wurde). In meinem Podcast hieß die letzte Episode zum Beispiel “Lernbar Berlin – Siemensianer gründen firmenübergreifenden Lernraum“. Im Gegensatz zur Serie im Radio wird beim Podcast nicht zwingend in regelmäßigen Abständen eine neue Episode veröffentlicht. In meinem Fall ist alles schon vorgekommen zwischen 3 Episoden in 1 Woche und 1 Episode in 3 Monaten.
  2. Podcast Feed: Ein Podcast Feed ist sowas wie ein News-Ticker und funktioniert auch mit der gleichen Technologie (RSS). Sobald eine neue Episode veröffentlicht wurde, geht eine Nachricht mit Link zur neuen Audio-Datei (meist MP3) über den Podcast Feed raus. Empfangen kann diese Nachricht allerdings nur, wer den Feed abonniert hat. Mein Feed lautet zum Beispiel: https://benediktpape.de/feed/mp3/. Diese Adresse braucht man sich aber nicht merken, denn Podcatcher finden die MP3-Feed-Adresse ganz alleine, wenn man ihnen beispielsweise www.benediktpape.de oder den Link einer einzelnen Episode gibt.
  3. Podcatcher: Als Podcatcher bezeichnet man jegliche Programme oder Apps, welche in der Lage sind, Podcast Feeds zu abonnieren und zu verwalten. Beispiele hierfür sind: Antennapod (Android), gPodder, i-Tunes (Apple) (siehe auch eine ausführlichere Liste von Podcatchern bei Wikipedia). Im Podcatcher werden nun die neuen Episoden aller abonnierten Podcasts angezeigt (und je nach Einstellung sogar automatisch heruntergeladen). Man kann sich das hier nun nach belieben anzeigen lassen: neueste Episoden, heruntergeladene Episoden, alle Episoden eines Podcasts, und und und. Im Podcatcher kann man sich also sozusagen sein eigenes “Radio-Programm” zusammenstellen, aus dem man sich bei Bedarf eine passende Podcast-Episode heraussucht.
  4. Podcast Directories: Podcast Directories gibt es, um die Verbreitung von Podcasts zu beschleunigen. Beispiele sind i-Tunes und fyyd.de. Man kann sie sich vorstellen, wie Telefonbücher, in denen Podcaster ihre Podcasts mit ein paar Kern-Informationen beschreiben können und in denen dann die Anzahl Abonnenten und Aufrufe getrackt wird. Entsprechend der jeweiligen Statistiken werden die Podcasts dann “gerankt” und somit weiteren Hörern angepriesen, welche diese Directories eben anschauen. Für das Podcasting notwendig sind diese Directories nicht. Meinen Podcast habe ich bisher nirgendwo eingetragen, da ich glaube meine Hörer kommen ohnehin aus meinem persönlichen Netzwerk – und das “reicht” mir auch.

Ein paar weitere Gedanken möchte ich gerne hier teilen, weil ich den Eindruck habe, dass die Podcast-Welt gerade dabei ist, etwas zu verlieren, was sie reich gemacht hat.

Das besondere an Podcasts ist, dass sie von jedermann und über beliebige Plattform (z.B. eigenen Blog) veröffentlicht werden können. Trotzdem können Nutzer sich die Podcasts von verschiedensten Plattformen über die Podcast-Feeds bequem in einer App (Podcatcher) zusammenstellen und anhören. Hier ist kein Dienstleister dazwischen, sondern das geht direkt von Anbieter zu Hörer. Das ist etwas ganz besonderes, denn wenn wir an die Schriftform denken, dann ist dies zwar auch möglich (dieser Blog verfügt auch über einen RSS-Feed für neue Blog-Beiträge), aber weitaus weniger gebräuchlich. Stattdessen werden geschriebene Beiträge meist auf EINER Plattform erstellt, geteilt und gelesen (wie z.B. auf linkedIn, oder Facebook). Diese Plattformen haben dann das Sagen darüber, wer wann welche Beiträge zu lesen bekommt.

Wenn ich dann wieder beobachte, dass Spotify und Co. nun die eigenen Kunden exklusiv mit Spotify-Podcasts versorgen, dann habe ich etwas Sorge um den selbstbestimmten Gedanken der ursprünglichen Podcasting Bewegung.

Daher: Holt Euch einen einfachen und unabhängigen Podcatcher und stellt Eure eigene Podcast-Sammlung zusammen (in der meiner natürlich nicht fehlen darf ;)).

Viele Grüße, Euer Bene

Meine Top Ten Lernquellen zum Podcasting

Heute möchte ich Euch eine Liste von Lernquellen zusammenstellen, die mir in den vergangenen Monaten geholfen hat, meine Pocdasting Kompetenzen voranzubringen. Anstoß ist tatsächlich der WorkingOutLoud Guide Woche 9, in dem genau diese Zusammenstellung motiviert wird. Passt aber auch gerade sehr gut zur aktuellen Phase meiner Podcasting-Lernreise.

1) WirMachenAudio Podcast von Leonid Lezner. In diesem Podcast geht es genau darum: Wie macht man gute Podcasts. Mich hat die Episode über Interview-Podcasts mit dem großartigen Profi-Podcaster Tim Pritlove sehr weiter gebracht, weil es hier um die wesentlichen Gedanken rund um die Moderation geht. Zwei podcaster unterhalten sich auf Augenhöhe locker über ihre Leidenschaft. Tolle Sendung. Hörempfehlung

Episoden-Link: https://wohnzimmer.fm/wirmachenaudio/gute-interviewpodcasts-machen/

2) Podcasting Einstieg Barcamp session von Simon Dückert. Hier stellte Simon vor, welche Hard und Software für den Einstieg hilfreich ist und wie man eine erste Aufnahme macht. Im wesentlichen haben wir vor allem nach kurzer Einführung direkt genutzt, was Simon aus seiner Besenkammer so alles hervorzauberte. Hier ein Link mit ein paar Inhalten der Session, aber vor allem mit den Ergebnissen einiger laien-Podcaster, wie mir, die hier ihre erste Episode produziert haben. Wer Gelegenheit hat Simon Dückert persönlich zum Thema Podcasting erleben zu können, soll diese dringend ergreifen.

Link Barcamp Session 2017: https://cogneon.de/2017/09/25/clc17-session-meinen-eigenen-podcast-aufnehmen/

Link zur wohl nächsten Gelegenheit Simon Dückert zum Thema Audio sprechen zu hören: https://www.eventbrite.de/e/gute-audioqualitat-fur-training-videokonferenz-virtuelles-klassenzimmer-tickets-103835777606?aff=efbneb

3) Akustische Raumgestaltung (Podcast-Episode des Frequenz Podcasts): Der leidenschaftliche Raum-Akustiker Jesco Lohan und die Schreinerin Katharina Zehe schaffen Lösungen für bessere Raumakustik. In dem Podcast Gespräch unterhalten sie sich mit dem Profi-Podcaster Christian Conradi und damit ergibt sich eine herrliche Zusammenstellung von Perspektiven. Der Raumakustiker stellt mit Worten plastisch dar, worum es bei der Raumakustik eigentlich geht. Sehr lehrreiche Hörempfehlung.

Episoden-Link: https://viertausendhertz.de/frq66/

4) Sendegate Community – darf in keiner Liste von Lernquellen für Podcaster fehlen. Hier bekam ich gerade in den letzten Tagen lebenswichtige Hilfestellungen. Als ich mir nämlich das irrsinnige Ziel in den Kopf setzte innerhalb von einer Woche meine Ultraschall.FM Installation mit meinem ZoomH2n Aufnahmegerät zusammen mit dem Plugin Studiolink und dessen Streaming-Funktion erstmals zum laufen zu kriegen, um mit 3 weiteren Remote-Teilnehmern eine Podcast-Aufnahme Live zu recorden. Ich habe es geschafft – dank Sendegate. Und es ist völlig irrelevant, dass der Stream am Ende still blieb, weil ich bis zum Schluss noch das Preshow-Routing aktiviert hatte – denn die Aufnahme ist im Kasten.

Link zur Community: https://sendegate.de/

5) Ultraschall.FM ist wesentlich mehr als nur eine grandiose Podcasting-Oberfläche für das Schnitt-Programm Reaper. Es ist Quelle von Wissen in vielen guten Tutorials und irgendwie auch Einstieg in eine Podcasting Community, rund um die Software.

Link: www.ultraschall.fm

Soweit für heute.. Vielleicht kommen die nächsten 5 der Top Ten ein anderes mal ;).

Euer Bene


Heute 1.5.2020 14:30 – 15:15 erster podcast Broadcast: Lernbar Berlin

Ich bin heute erstmals live “On Air” mit meinem Faces of Transformation Podcast. Werde live mit drei Initiatoren der Lernbar Berlin über ihre Initiative sprechen. Bis zum Schluss wird die Spannung bleiben, ob auch wirklich alles klappt – vier Personen an verschiedenen Orten streamen in meine Aufnahme-software und ich (Ultraschall.Fm mit Studio-link.de) streame das dann nach draußen. 1430 – 1515 sollte der broadcast laufen:

Broadcast Adresse: https://stream.studio-link.de/fotcast

Seid gespannt und habt eventuell Geduld und Verständnis, falls etwas doch nicht klappen sollte. Im Zweifel kann man natürlich bald nachhören in meinem Podcast hier auf dem Blog :).

Euer Benedikt Pape

Biodanza – ein leidenschaftliches Gespräch mit Yunbei Li

Bei Siemens wird getanzt – wer hätte das gedacht. Yunbei Li teilt mit uns, warum Biodanza ihr Leben verändert hat und wie es zum glücklich sein beiträgt. Mit einem wöchentlichen Tanztermin treffen sich Kolleginnen und Kollegen auch bei Siemens zum Biodanza – und das sogar virtuell seit der Coronazeit.

Biodanza läd Menschen ein, sich frei zu Musik zu bewegen. Dabei geht es nicht um die Estetik und es gibt keine Bewertung; vielmehr geht es darum, Emotionen Ausdruck zu verleihen, die in unserer Sprache oft keinen Platz finden. Die Gruppe, in der gemeinsam getanzt wird spielt eine wesentliche Rolle, denn es wird viel kommuniziert, ganz ohne Worte – durch den Tanz.

In diesem energiegeladenen Gespräch teilt Yunbei aber viel mehr mit uns, nämlich ihre persönliche Geschichte und ihren Weg zum glücklich sein.

“Ich stehe dazu, dass ich Bedürftig bin nach Liebe”

Hört selbst, um die ganze Geschichte zu verstehen.

Hilfreiche Links:

Kickbox Innovation at Siemens Energy – Tibha Patel

Benedikt Pape and Tibha Patel

Kickbox is a framework provided by Swisscom to create Intrapreneur Movements within companies. Tibha Patel and a small group of enthusiasts around her are implementing this framework within Siemens Energy, starting from Orlando Office.

By talking to Tibha Patel I learned how Kickbox earned management attention in an early stage and how first innovative socalled “Kickboxers” are supported and coached to make intrapreneurship happen.

Shownotes:

  • Tibha Patel on LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tibhapatel/
  • Siemens Energy Kickbox page: https://siemens-energy.getkickbox.com/
  • General Kickbox Info page by Swisscom: https://home.getkickbox.com/

Selbstorganisation – gibt es auch bei Siemens Energy!

Selbstorganisierte Abteilung um Melania Pruschowitz und Claudia Weber

Melania Pruschowitz und Claudia Weber arbeiten nun seit 2 Jahren mit 6-8 Kolleginnen und Kollegen selbst-organisiert, nachdem die Chefin gegangen war. Im Gespräch erhalten wir Einblicke in ihre Selbstorganisation, wir erfahren, dass diese Selbstorganisation sehr individuell entstanden ist und ein Ergebnis sehr offener und vertrauensvoller Zusammenarbeit ist – Zusammenarbeit mit den Kollegen, aber auch mit dem nächst höheren Chef. Wir erfahren, dass es letztendlich sogar der Impuls des Chefs war, diese Abteilung selbstorganisiert zu probieren. Dass er mit diesem Impuls goldrichtig lag, spricht aus jedem Wort, dass uns Melania und Claudia in diesem Gespräch über ihre arbeit erzählen. Die Kolleginnen und Kollegen ihrer Abteilung haben sich sogar zum gemeinsamen Ziel gemacht, ihre Begeisterung von der Selbstorganisation weiter zu tragen und für andere Nutzbar zu machen. Denn durch die zusätzlichen Aufgaben, die sonst eine Führungskraft ausgeführt hätte, eröffneten sich für das Team ganz neue Möglichkeiten zur Entfaltung schlummernder Potentiale.

Hören kann ich nicht ersetzen, dennoch hier der Versuch eines sinngemäßen Transkripts:

00:00 Einführung FoT Podcast – entstanden aus FacesOfTransformation Popup Week Juli 2019 bei Siemens. Podcast will FacesOfTransformation und deren Projekte hörbar machen.

Melania Pruschowitz ist (9 Jahre bei Siemens) und Claudia Weber (23 Jahre bei Siemens) arbeiten seit 2 Jahren in einer Abteilung ohne Chef – selbstorganisiert. Beide brennen für die Selbstorganisation.

3:30: Purpose der Abteilung: “Wir haben Spaß dabei unsere Arbeit selbstständig, frei und effizient zu gestalten. Unsere gegenseitige Unterstützung und das Vertrauen sollen dabei als Vorbild und Ermutigung für andere Teams gelten. Wir wollen Siemens fit für die Zukunft machen.”

6:00 Was liebst du an deinem Job? Mit Menschen interagieren, Schnittstelle zwischen Mitarbeitern und Leitung gestalten. Sein eigener Manager sein, Freiheit haben der eigene Chef zu sein. Motivation und Herzblut investieren und damit erfolgreich sein. Leittechnik Projekte im Kraftwerksbau. Gewährleistungsprojekte abwickeln.

9:40 Welches Erlebnis war für euch persönlich der größte Schritt in eurer eigenen digitalen Transformation? Melania: Mein Job ist schon immer etwas ganz besonderes – Möglichkeiten Ideen umzusetzen. Aufbau dieser selbstorganisierten Abteilung vor zwei Jahren.

13:00 Wie kam es zur Selbstorganisation? Chefin und Segmentleiter sind gleichzeitig gegangen. Nur Segmentleitung wurde neu besetzt. Selbstorganisation wurde von Segmentleitung vorgeschlagen, als Experiment neuer Arbeitsform. Schon in der Übergangszeit hat Abteilung unbemerkt selbstorganisiert und “schon unbewusst geübt”.

16:30 Was genau organisiert Ihr selbst / Einbeziehung der nächsten Führungsebene? Abteilungsmitglieder haben eigene Verantwortungsbereiche als Kaufmännische Projektleiter/innen. Selbstorganisation umfasst sämtliche Aufgaben der Führungskraft, wie Forecast, Bericht nach oben, Auslastung innerhalb des Teams. Team entschied sich Mitarbeitergespräche von Selbstorganisation auszunehmen – dies wird vom nächst höreren Chef übernommen. Heute würde die Abteilung sich auch die Mitarbeiter-Entwicklungsgespräche selbst zu führen einschließlich der Gehaltsentwicklung. Beziehung zu nächst höherem Chef ist sehr gut (2-wöchentliche Meetings). Unterstützung aus dem management für Selbstorganisation war wesentlich für den Erfolg. Nach Wechsel im Management hat auch der Nachfolger die Selbstorganisation unterstützt.

22:33 Welche Themen sind konkret selbstorganisiert. Team trifft sich 2-wöchentlich intern. Kapazitätsauslastung einmal im Monat. Team hat sich Team-Regeln auferlegt mit Eskalationsprozess, Vertretung nach außen oder innen, Vorgehen bei Auslastungsproblemen. Team arbeitet in einem Raum und kann daher sehr direkt in den Austausch gehen. Teamgeist wurde u.a. durch Teamevents gestärkt. Initiative und Offenheit aller Teammitglieder ist sehr groß, so dass auch eine ähnlich enge Zusammenarbeit mit räumlicher Trennung vorstellbar ist.

27:03 Wie unterschiedlich ist das Erfahrungsniveau im Team? Team zeichnet sich durch große Vielfalt aus (Jung, Alt, Männer, Frauen). 8 Mitarbeiter/innen, jetzt nur noch fünf (weil Nachbesetzung nicht gestattet wurde). Zusammensetzung und Team-Gefüge hat sich nach jedem Wechsel neu entwickelt. Agil

31:00 Wie habt ihr die Selbstorganisation organisiert? Team-Regeln wurden aufgestellt. Führungsaufgaben wurden aufgeteilt. Jeder konnte seine Bereitschaft, Wünsche mitteilen. Team hat sich darauf geeinigt, wer welche Aufgaben übernimmt. Teilweise wurden die Aufgaben später neu verteilt, weil Mitglieder sich doch nicht wohl damit fühlten. Vertretung nach außen genießt Entscheidungsbefugnisse und Rückhalt vom Team, sofern dies in übergeordneten Gremien notwendig ist. Für zwischenmenschliche Themen wurde die Möglichkeit eines Coachings durch externen Coach geschaffen.

37:00 Auf welche Ansätze habt ihr Euch gestützt bei der Entwicklung der Selbstorganisation? Zu beginn begleitete ein Coach das Team. Das Konzept und die Team-Regeln wurden komplett selbst im Team entwickelt. Es gab keine Anleitung.

39:00 Produktivierung – wärt ihr mit Chef produktiver? Team hat insgesamt nur wenig Zeit für die Selbstorganisation investiert. Projektarbeit ging unverändert weiter. Allgemeine Themen, wie z.B. Forecast kommen natürlich dazu, wobei ja diese Tätigkeiten ansonsten von einer Führungskraft ausgeführt worden wäre. Wesentlich: Was ist die Zielsetzung? Das Team hat wesentlich davon profitiert mit Hinblick auf: Einblick in Gesamtzusammenhänge, Effizient arbeiten, Vielfältige Kompetenzen entwickeln. Führungsaufgaben kamen zusätzlich hinzu und haben Horizont erweitert. Das hat wesentlich zur Entwicklung der Mitarbeiter beigetragen.

43:30 Zukunft der Selbstorganisation? Im Zusammenhang von Transformation und Umbau des Unternehmens scheint das Thema in den Hintergrund getreten zu sein, aber grundsätzlich ist das Interesse im Konzern sehr groß daran. Eigentlich ist gerade in Zeiten der Umstrukturierung die Selbstorganisation eine Chance. Die gemachte Erfahrung des Teams ist so großartig, dass alle Teammitglieder mit Leidenschaft von der Selbstorganisation berichten und gerne andere dabei unterstützen, Selbstorganisation aufzubauen.

47:00 Was macht ihr als nächstes? Womit wartet Euer Alltag heute noch auf Euch? Sehen, was unsere Projekte neues von uns brauchen, welche Kollegen da sind und ob die auch brav der Live-Übertragung dieses Podcast’s gelauscht haben..

Mein Weltbild macht meine Welt

“Och süß, Du glaubst also wirklich, dass die Menschen gutes im Sinn haben?” Ich glaube Menschen, die das sagen, haben ihr Weltbild aufgegeben, zugunsten eines schlechteren Weltbilds. Und ja, ich glaube, dass alle Menschen glauben etwas gutes zu tun, denn Menschen sind wundervoll! “Da hast Du aber noch nicht genug zu tun gehabt mit den A***löchern dieser Welt.” Nein! Denn die gibt es garnicht – höchstens gibt es arme Schweine. Kein Mensch fühlt sich wohl, wenn sein Umfeld schlechtes von ihm denkt. Daher kann der Antrieb aller Menschen nur sein, etwas gutes für seine Mitmenschen zu tun.

So prallten heute Abend bei gutem Rotwein in meiner Lieblingskneipe in Erlangen zwei Weltanschauungen aufeinander – im Gespräch mit einem guten Freund.

Passend dazu kam heute Mittag ein Arbeitskollege zu mir und sagte: “Wann verstehst Du endlich, dass die da oben nicht interessiert, was wir hier unten für Ideen haben – die wollen ihre eigene Macht stärken und Profit für sich selbst daraus ziehen. Das Wohl des Unternehmens ist höchstens an zweiter Stelle und ihre Mitarbeiter kommen erst ganz hinten in der Rangliste der Prioritäten.”

Dieses Beispiel brachte mich heute Abend zu der Frage: Selbst wenn es wahr wäre: Was hilft es mir zu glauben, dass meine Mitmenschen Egoisten sind? Welchen Einfluss hätte diese Überzeugung auf mein Handeln? Würde ich dann mit meinem Handeln zu der Welt beitragen, die ich mir wünsche? Ich glaube nicht. Ich glaube sogar, ich würde einer von ihnen werden und selbst egoistisch handeln. Und im schlimmsten Fall wäre ich dann der einzige, der wirklich egoistisch handelt. Vielleicht habe ich die anderen ja nur misverstanden?

Ich glaube an den Satz: “Man wird die Menschen so kennenlernen, wie man ihnen begegnet.” Wer kann also beanspruchen die Wahrheit über einen Menschen zu kennen? Und welche Rolle spielt die “Wahrheit” dann eigentlich noch? Was zählt ist letztlich doch, zu welcher Welt ICH durch MEIN handeln beitrage.

Ich glaube daran, dass unsere Chefs tatsächlich etwas Gutes tun wollen, selbst wenn sie Arbeitsplätze abbauen und wenig transparent mit ihren Plänen für unsere Zukunft umgehen. Sie wollen unser Unternehmen zum Erfolg führen und sind der Überzeugung damit sowohl Mitarbeitern als auch der Gesellschaft gut zu tun. Sie tun das innerhalb ihres Weltbildes, was sicher bei einem Top-Manager anders aussieht als das des regulären Mitarbeiters. Denn unser Umfeld macht uns zu dem was wir sind und es prägt unser Weltbild.

Naiv? Na schön. Dann lass uns zurückkommen auf das eigene Handeln. Hege ich Zweifel, kann ich nur zum Gegner werden – das System werde ich so jedoch kaum besiegen. Glaube ich an das Gute, kann ich konstruktiv beitragen und dennoch kritische Fragen ohne Vorwurf stellen. So glaube ich, meinem positiven Weltbild einen besseren Dienst zu erweisen – indem ich nämlich selbst positiv denke und handle.

In der Erkenntnis, dass jeder Mensch ein anderes Weltbild hat, weil er in einem anderen Umfeld lebt, steckt meiner Ansicht nach ein Schlüssel zur Zusammenarbeit oder gar zum Zusammenleben. Die Perspektiven der anderen zu schätzen, bedarf des Glaubens, dass dessen Absichten gut sind. Und nur dann kann ich den notwendigen Antrieb aufbringen, des anderen Weltbild zu verstehen und gleichzeitig mein eigenes zu erweitern.

Ein grübeliger Text heute. Umsomehr freue ich mich über jeden der bis hier gelesen hat ;). Nur Kommentare würden mein Glück noch steigern :).

Ein schönes Wochenende – Bene

Basel – Radfahren. Vielfalt. Leben.

Jetzt noch mal ein bisschen unter die Leute gehen, vielleicht einen happen Essen? Wir gingen dazu in die Basler Markthalle. Einer der größten Kuppelbauten der Welt – bis 2004 dem Marktbetrieb vorbehalten – wurde in Basel zeitgemäß zu einem städtischen Zentrum des Lebens gemacht. Eine internationale Vielfalt von appetitanregenden Essensständen, einige ganz besondere Kneipen und Cafes, sowie ein Naturkost Laden und viel Raum für kulturelle Veranstaltungen locken hier täglich Menschen zum Verweilen an. Zwischendrin stehen Tische und Bänke für Jedermann – zum Beispiel, zum geselligen Genuss der Köstlichkeiten, die sich jeder nach seinen Vorlieben von den Ständen holt. Und: Das Konzept geht auf! Hier tobt das Leben. Hier treffen sich verschiedenste Menschen jeden Alters. Hier findet Kultur statt. So konnten wir am Samstag Abend zum Beispiel neben Leckereien – wir hatten Persisch, Chinesisch und Indisch am Tisch – auch noch so manche Dachbodenschätze auf dem “Retro-Flohmarkt” von 18-23 Uhr bewundern.

In Basel besuchte ich einen alten Freund, der kürzlich dort hingezogen ist. Keine schlechte Wahl für einen Wohnort, scheint mir, denn schon lange vor dem Besuch der Markthalle, hat mich Basel begeistert. Steigt man in Basel aus der Bahn fällt einem leidenschaftlichen Radfahrer wie mir noch vor Verlassen des Bahnhofs ein großes Hinweisschild auf. Es zeigt ein Fahrrad und weist auf die “VeloStation” direkt im Keller des Hauptbahnhofs hin. An einem Rund um die Uhr besetzten Schalter werden einem die Möglichkeiten erklärt, die sich hier bieten: Für einen Franken pro Tag kann man hier sein Fahrrad sicher hinter Zaun und Drehtoren in großzügigen und Rahmenschonenden Fahrradständern abstellen. Vor der Ausfahrt steht natürlich gleich eine Reifendruck-Station zu Verfügung. Kein eigenes Rad dabei? Kein Problem, von Mountainbike in allen Größen bis E-Bike kann man hier zu vernünftigen Tagesmieten ein Leihrad haben. Mit einem der Mountainbike habe ich mit meinem langjährigen schweizer Freund eine herrliche Runde über die Hügel der Umgebung gemacht. Auf dem Weg aus der Stadt heraus geht das Staunen eines deutschen Klein-Großstädters (der bis vor ein paar Jahren noch dachte, Erlangen sei eine vorbildliche Fahrradstadt) weiter. Der Radweg beginnt direkt im Keller, führt über eine Rampe hoch auf den Bahnhofsplatz und danach direkt in die mehrere Hundert Meter lange “Postpassage” – unter Dach, ein reiner Radweg für zwei Richtungen. Keine Autos, keine Fußgänger. Und so geht das dann weiter – der Radweg ist meist wirklich separat von den Autos geführt. Kleine Nebenstraßen wurden für den Radweg von Autos befreit und explizit als Radweg ausgewiesen. Die Wegführung ist dennoch gerade genug, dass man auch als sportlicher Berufspendler wirklich schnell durchfahren kann. Ja, es geht also. Mir scheint Radfahrer haben hier eine starke Stimme. Ich denke, das ist gut für die Menschen einer Stadt. Denn Radfahrer bringen höchstens menschliche Abgase in die Stadt – sie bringen Leben in die Straßen – keinen Feinstaub, keinen Lärm, keine Lebensgefahr.

Der Kaffee und der “Crazy Nuts” Kuchen in der “Mitte” sind sensationell. In diesem Café fühle ich mich mal wieder so richtig mittendrin in guter Gesellschaft. Und wie ich nachher erfahre: Es ist auch ein Unternehmen von ganz besonderen Menschen. Die Macher der Mitte (www.mitte.ch) setzen sich seit 1990 für das bedingungslose Grundeinkommen (www.grundeinkommen.ch) ein und scheinen entsprechend auch das Café (auch Hotel und kultureller Veranstaltungsort) sehr werteorientiert zu führen.

Ich bin fasziniert. Basel hat mit 171000, auch nur nicht mal doppelt so viele Einwohner, wie meine Heimatstadt Erlangen. Dennoch fühle ich mich hier ob der tollen Fahrradinfrastruktur, der kulturellen Angebote und der gesellschaftlichen Lebensmittelpunkte wie in einer echten und vor allem modernen Großstadt.

Weblinks:

Urlaubsorte sind Community-Treffpunkte

NaturCamping am Ellbogensee ist so ein Urlaubsort. Hier treffe ich einen Fahrrad-Aktivisten aus Köln, der mit seinen 3 Kindern von 3 bis 14 Jahren im Urlaub, wie im Alltag Fahrrad fährt, einen Visionssuche-Begleiter, der 15-jährigen mit 3 Tagen Wildnis-Fasten hilft Ihre Vision zu finden, eine Familie von Figuren-Theater-Spielern aus Stuttgart, die meine Heimatstadt wegen des Figuren-Theater-Festivals schätzen gelernt hat und viele weitere Menschen, mit denen ich wegen der spürbar ähnlichen Geisteshaltung sofort ins Gespräch komme.

Hier wird mir klar – die Auswahl des Urlaubsortes ist für mich heute nicht mehr nur die Entscheidung für eine Gegend oder Landschaft, sondern vielmehr auch eine Entscheidung für die “Community”, die ich dort treffe. Dabei geht es für mich nicht nur um das Wohlfühlen unter Gleichgesinnten, sondern tatsächlich auch um die Gewinnung neuer Inspiration für zukünftiges eigenes Handeln und Wirken. Ein Beispiel:

Heute gab es bei uns Fleisch! Das ist bei uns etwas besonderes, weil selten. Das Fleisch kommt aus einer Gemeinschaft namens Seewalde (www.seewalde.de), die wir mit einer Familienradtour besuchten. Erstmal ist das nur ein Ort hier in der Mecklenburgischen Seenplatte, aber auf den zweiten Blick ist das ein Zukunftsprojekt für eine nachhaltige Gesellschaft. In Seewalde gibt es einen Gutshof mit Bioladen und Café, eine Waldorfschule, einen Waldkindergarten, eine Kinderkrippe, eine Behinderten-Werkstatt und einen Bauernhof. Wer in Seewalde wohnen will, muss auch hier arbeiten – das hat sich die kleine Gemeinde so überlegt, weil durch den Tourismus hier in der Region ansonsten die Miet- und Kaufpreise für Wohnraum sehr hoch steigen würden. Tolles Beispiel für politisches Handeln im Sinne der Menschen – zum Trotz wirtschaftlicher Automatismen, bei denen letztlich immer das Geld regieren würde.

Im Bauernhof von Seewalde treffen wir vergnügte Kinder, die zwischen Kühen, Schweinen und Hühnern spielen und mithelfen. Wir treffen Menschen, die mit Begeisterung von ihrem Projekt und ihrem Job sprechen. Und wir haben Gelegenheit Demeter-Bio-Fleisch direkt vom Erzeuger zu kaufen – einschließlich Smalltalk über Haltung, Schlachtung und Zubereitung des erstandenen Stücks Fleisch. Und zum Schluss treffen wir noch eine Bewohnerin der Behinderten-Einrichtung, die sich wie ein Schneekönig freut, weil sie sich heute im Bioladen des Hofguts einen Lippenstift kaufen konnte! Damit wird sie sich heute hübsch machen, sagte sie, und schon scheint es einer der schönsten Tage ihres Lebens zu sein.

Zurück am Campingplatz trifft unser Fleisch auf große Begeisterung unserer neuen Urlaubsfreunde und zwei Kinder anderer Familien essen auch begeistert bei uns mit. Einige werden wohl in den nächsten Tagen selbst nocheinmal in Seewalde vorbeifahren.

Bei Kaffee und WLAN auf der Terrasse über dem See lerne ich von Georg-Dieter, was Visionssuche mit Wildnis zu tun haben kann. Er begleitet Jugendliche nach dem Quali einer Frei-aktiven Montessori-Schule durch ein Übergangsritual – mit 3 Tagen allein in der Wildnis. Ja – jeder für sich allein in der Wildnis. Ich bin begeistert, und das scheinen die Schüler auch zu sein, denn Georg-Dieter erzählt mir, wie die Jugendlichen nach dieser Erfahrung mit geschwollener Brust von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen berichten. Mir fällt auf – genau das ist es doch letzt endlich, was Menschen im Übergang zwischen Lebensphasen am meisten brauchen: Stolz, Selbstvertrauen und Vision. Ich frage mich – warum unser Bildungssystem hier bisher keinerlei Hilfe in diesen Übergangsphasen anbietet. Mehr von Georg-Dieter kann man auf seiner Webseite www.visions-suche.eu erfahren.

Kidical Mass – schon mal gehört? Critical Mass ist vielleicht ein Begriff? Eine Familie von Rad-Urlaubern hat mich von dem Projekt begeistert. Im Unterschied zu Critical Mass – wo Radfahrer ohne behördliche Anmeldung in großer Anzahl regelmäßig durch die Stadt fahren und den Auto-Verkehr lahmlegen – geht es bei Kidical Mass vor allem um Kinder auf dem Rad. Mit Kidical Mass veranstalten Aktivisten in einigen deutschen Städten seit 2018 (?) immer wieder große angemeldete Demonstrationen auf dem Rad. Mit dabei ist natürlich die ganze Familie, ob selbst auf dem Rad, im Lastenrad oder im Rad-Anhänger. Deutlich gemacht wird hier, dass unsere Städte kaum sicheren Raum für die kleinen Verkehrsteilnehmer auf dem Rad bieten. Gefordert werden ganz konkret sichere Radwege, die separiert von großen Straßen explizit für Radfahrer geführt werden. Auch ein 8-Jähriges Kind soll durch sichere Verkehrswege mit dem Rad selbstständig alltägliche Wege zurücklegen können. Köln, Frankfurt, Berlin, Dortmund, Münster, Rostock und Nürnberg machen schon mit bei Kidical Mass (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Fast 1000 Teilnehmer verzeichneten einige der Veranstaltungen. Wer verfolgen will, wie es hier weiter geht kann @KidicalMassK auf Twitter folgen, oder einen der Links unten folgen.

Für einige neigt sich der Urlaub schon dem Ende entgegen und wir beschließen kurzer Hand ein gemeinsames Lagerfeuer zu machen. Die Kunde darüber verbreitet sich schnell über den ganzen Platz und wir erleben einen großartigen Abend mit musikalischen Überraschungen von Dudelsack über ein Schneckenförmiges Reise-Digeridoo bis hin zu soetwas wie einem HapiCord. Dazu teile ich einen über viele Jahre aufbewahrten Chateauneuf du Pape mit allen die schweren Rotwein mögen und es zeigt sich mal wieder, dass auch Genuss zu den Dingen gehört, die mehr werden, wenn man sie teilt.

So macht Urlaub Spaß – Und lässt mich um viel Inspiration bereichert auf den Alltag zurückblicken, bereichert um Erfahrungen, Gespräche und Kontakte. Wie das halt so ist, bei Community-Treffen :).

Weblinks:

Erste Podcasting Erfahrungen

Zwei Jahre dauert es etwa, sagt Simon Dückert, bis die Leute nach ersten Absichtserklärungen endlich anfangen Erfahrungen zu sammeln. Na.. Und ich bin da jetzt angekommen. Erste Erfahrungen sind gemacht und diese sind sogar schon für jedermann hörbar

Wie fast zu erwarten war, ist meine wesentliche Erfahrung: Man macht sich viel zu viel Kopf. Fehler macht man ja doch – und erst dann lernt man was. Aber, wie mal ein weiser Mann zu mir sagte: aus Fehlern lernen ist edel, aber am schönsten ist es, aus den Fehlern anderer zu lernen. Und genau dazu lade ich euch jetzt ganz herzlich ein.

Nummer 1: noch genug Platz auf der Speicherkarte? Klar, dachte ich, aber denken ist nicht wissen, und so war die Aufnahme eines Gesprächs mit sechs Leuten nach der halben Zeit zu Ende. Und da ich selbst am Gespräch teilgenommen habe, fiel mir der Fauxpas auch erst viel zu spät auf. Naja.. Zum Glück hat hier jemand anderes parallel eine Filmaufnahme gemacht.. Danach habe ich also erstmal die Speicherkarte geleert und bei der nächsten Gelegenheit gleich noch einen Satz Batterien des Aufnahmegeräts als Vorrat eingepackt (man muss ja nicht alle Fehler selbst ausprobieren). lch merke mir: So eine Stunde Aufnahme im stereo wav Format braucht etwa 300MB, also etwa 5MB/min ;).

Meine Nummer 2: Pegeln bei schwankendem Umgebungsgeräusch. Kein Problem dachte ich, das löse ich einfach indem ich das Mikro entsprechend näher an den Mund halte, wenn es rund herum laut wird… Puh, da lag ich voll daneben. Wir Menschen haben die Angewohnheit unsere Lautstärke beim Sprechen an die Umgebung anzupassen. Wenn es also laut wird, sprechem wir auch lauter. Wer jetzt das mikro näher nimmt ohne nachzupegeln, der wird die Sprache kaum noch vom Rauschen der Umgebung unterscheiden können – so stark übersteuert ist das dann.. Nachbearbeitung ist dann übrigens zwecklos.. Ich jedenfalls habe da keinen nützlichen Filter finden können. (hier zum mp3 der betreffenden Episode zum Siemens development system, SDS – Gespräch im Straßenverkehr mit Roman Busse über Holacracy ab ca. Minute 15) Ich merke mir: wenn es laut wird, Pegel runter, dann Mikro schön nah an den Mund. Oder: Gespräche im Berufsverkehr am besten meiden.

Meine Nummer 3: Zu viel Technik nimmt den Spaß. Ich wollte es gleich richtig machen und habe mir 4 Headsets mit allem drum und dran ausgeliehen.. Dazu gehört dann natürlich ein Haufen Kabel und Adapter, ein Kopfhörer Verstärker mit eigenem Netzteil und 4 Kopfhörer Lautstärke Reglern, ein Aufnahmegerät mit 4 einzelnen Pegel-Reglern und und und..

Das ganze Zeug habe ich am Abend ungenutzt wieder heim geschleppt. Aufgenommen habe ich mit dem kleinen und feinen Zoom H2n – das passt in eine Hand, noch ein Kopfhörer dran (Mini klinke) als live Abhöre und los geht’s. Mehr braucht man (zum Anfang) nicht. Ich merke mir: Weniger ist mehr. Und ich setze noch einen drauf: nicht mal ein Aufnahmegerät braucht man, denn..

Nummer 4: Auch das handelsübliche Smartphone tut den Zweck. Die Samsung Diktiergeräte App würde ich nicht mehr nehmen – das ist dann wirklich zu wenig, aber wer sich eine gute Aufnahme – App holt, wie z. B. Audiorec, der kann hier völlig sorglos top Aufnahmen machen (Achtung nicht jede App läuft auf jedem Handy zuverlässig – die andere mit empfohlene App All That Recorder läuft auf meinem Samsung Note 8 z.B. nicht gut). Ich habe das Smartphone nun zweimal als Backup Aufnahme genutzt. Handy lag auf dem Tisch zwischen uns und hat einfach unbeachtet aufgezeichnet, während ich mit dem Zoom H2n jeweils nah am Mund des jeweiligen Sprechers aufgenommen habe. Und, wer hätte es gedacht: die Handy Aufnahme ist unbearbeitet besser zu gebrauchen als die des H2n. Ihr Vorteil: die App pegelt automatisch und passt somit unterschiedliche Entfernungen und Sprecher-Lautstärken simultan an. Das gelingt mit dem Hand-Aufnahmegerät nicht so leicht. Denn selbst, wenn man die Sprecher-Lautstärke durch entsprechenden Abstand zum Sprecher versucht auszugleichen, wird man erstens bei jedem Sprecher eine verschiedene Ton Qualität haben und zum zweiten ist es sehr schwer, so zu pegeln, dass die Aufnahme wirklich gleich auf dem gewünschten Maximalpegel liegt, ohne dass Peaks übersteuern. In diesem Fall habe ich die H2n Aufnahme manuell nachträglich für jeden Sprecher nochmal hochgezogen.

Wer den Vergleich hören will: Die 15 min Aufzeichnung des Gesprächs über das Geheimnis der Corporate Learning Community habe ich zweifach veröffentlicht:

Bei längeren Aufnahmen lasse ich die wav Datei einfach von www.auphonic.com vollautomatisch Master-pegeln (bis 2h pro Monat kostenfrei). Merke: wer nicht nachbearbeiten will ist mit dem Smartphone und einer guten App (Freeware reicht, z. B. Audiorec) bestens ausgestattet. Ganz zu schweigen von dem Vorteil, direkt vom Handy veröffentlichen zu können. Einfache Schnitt-Operationen, wie Anfang und Ende stutzen, kann audiorec übrigens selbstverständlich auch.

Nummer 5: Podcast live-streaming bringt eine ganz tolle Spannung ins Gespräch. Irgendwie ist es ganz toll, zu wissen, dass einem gerade live auch schon jemand zuhört. Und ganz nebenbei ist dann eines schon ausgeschlossen: nachträglich was rausschneiden ist zwecklos – das spart auch viel Zeit :). Wer es jetzt auch noch schafft, den livestream (Skype, zoom, circuit, webex, …) mitzuschneiden, der hat gleich eine redundante Aufnahme für alle Fälle.

Hörbeispiel – meine erste FacesOfTransformation Podcast Episode – diesmal exklusiv nicht nur bei Siemens, sondern auch auf meinem Blog: Jessica Abbe, Culture Ambassadors

Und zum Schluss noch: Redundant aufnehmen entspannt ungemein und erlaubt durch den Vergleich der Aufnahmen doppelte Lernerfahrungen. Livestreaming hilft da auch, denn die meisten Konferenzsyeteme erlauben eine Aufzeichnung.

Nach all diesen Technik Themen ist meine wesentliche Erfahrung: das wesentliche am Podcasting ist die Gesprächsführung. Wie schaffe ich es, ausreichend roten Faden zu haben, aber doch ein natürliches Gespräch entstehen zu lassen. Daran zu arbeiten, macht mir riesig Spaß. Und ich glaube, genau das ist das Wesentliche, was ich in meinem Podcast herausarbeiten will.

Ach, nochwas: bei dem Sds-Podcast habe ich meinen ersten Jingle auf dem Klavier eingespielt. Für den Faces of transformation Podcast dann den Zweiten – nun sogar mit eingesprochenem Titel. Solche kreativen Herausforderungen sind die wertvollen Abwechslungen im Leben – und die kommen meist, wenn man einfach anfängt zu machen – also in diesem Sinne -> #einfachmachen!