Lernnetzwerke #ESN, Twitter & Co – oder: Warum ich für mein lebenslanges Lernen keine Trainings mehr brauche

Hinweis zum Titelbild: Das ist das Plakat mit der Einladung – sie gilt aber nur Siemens-intern. Daher dieser Blog für alle die Interessiert, worum es geht ;).

Für meine lieben Kollegen bei Siemens werde ich heute den Auftakt für eine neue Art der Vernetzung geben. Zum obigen Thema werde ich eine 10-15min Rede in der neu eingerichteten “SpeakersCorner” halten. Danach darf rege diskutiert werden – denn darum geht es eigentlich: Mehr miteinander Reden. Warum? Jetzt sind wir beim Thema!

2016 begann ich zu “Netzwerken” – auf einem Barcamp für Projektleiter (mehr zum Barcamp gerne ein anderes mal, oder unter diesem Blog). Seither entwickle ich persönliche Kompetenzen und Potentiale, die ich vorher nur geahnt habe.

Warum sehe ich soziale Netzwerke als Lernformat? Meine Antwort ist ziemlich einfach: Soziale Medien sind grandiose Lernplattformen, weil sie den Aufbau persönlicher Netzwerke ohne Grenzen ermöglichen. Jeder kennt den Spruch “Am meisten habe ich gelernt, als ich es einem anderen erklärt habe”, aber wann hört einem schon einer zu? Im Sozialen Netz findet sich immer einer der “zuhört”. Im sozialen Netzwerk findet sich immer einer, der genau das gerade hören oder lesen will, was Du gerade erklären willst. Im sozialen Netz findet sich immer einer, der auch gerade dabei ist etwas zu erkennen, was Du gerade verstanden hast. So entstehen Lernnetzwerke.

Nur, wie finden Dich diese Menschen, die sich für Deine Gedanken interessieren?

Ein paar wesentliche Punkte zum Aufbau persönlicher Lernnetzwerke:

  1. In sozialen Medien lesen nicht X Mrd. Menschen auf der Welt alle Posts, die gearde von irgendjemandem geschrieben werden. Nein: Wenn Du beginnst, ein Netzwerk aufzubauen, liest erstmal NIEMAND, was Du schreibst. Du kannst also ohne Hemmungen alles schreiben, woran Du die Welt teilhaben lassen willst.
  2. Wer Deine Tweets liest, das entscheiden deine Leser selbst – gemeinsam mit ihren Netzwerken. (?! -> siehe 3. & 4.)
  3. Hashtags können der Zugang zu Netzwerken sein (als Einstieg eignet sich z.B. der Hashtag einer besuchten Veranstaltung)
  4. Im Retweet steckt die Kraft der “viralen Verbreitung”. Hier werden Deine Inhalte in persönliche Netzwerke anderer getragen und gleichzeitig mit einer persönlichen Empfehlung versehen.

Und wie finden die mich nun? Meine Antwort ist: Fang einfach mal an zu schreiben, dann wirst Du erleben, wie Du gefunden wirst. Eines ist klar: nur wer schreibt, worum es ihm geht, der wird auch von denen gefunden, denen es um das gleiche geht. Wer Dich so gefunden hat, der wird Dir vielleicht folgen, Deine Tweets liken, kommentieren, oder sogar retweeten.

Gefunden werden durch Schreiben, statt Finden durch Suchen!

Ich ermutige gerne einfach drauf los zu schreiben und dabei durchaus auch Persönlichkeit sichtbar zu machen – dazu gehört zum Beispiel auch von einer eigenen Erkenntnis zu schreiben, ohne dabei einen großen Autor dieser Zeit zu zitieren. Dazu gehört auch, von einem Erlebnis zu schreiben, dass Dich bewegt hat. Persönlichkeit ist der Schlüssel zur Bewertung von Aussagen. Über Persönlichkeit bewerten wir nicht nur den Wahrheitsgehalt von Aussagen. Persönlichkeit gibt uns Hintergründe, die zur Aussage geführt haben. Die Persönlichkeit des Senders einer Information stellt uns also ein vielfaches von Anknüpfungspunkten zu Verfügung, mit der wir die Information einordnen können.

Und das ist Lernen: Verknüpfen von Inhalten mit Erfahrungen.

Informationen in unserem Gehirn verankern – durch vielfache Anknüpfungpunkte. Je mehr Anknüpfungspunkte wir mit einer Information verbinden können, desto besser können wir die Information im Handeln wieder abrufen und nutzen.

Das Teilen eigener Erkenntnisse und Erlebnisse führt also zum Aufbau individueller Lernnetzwerke – wenn nur eine kritische Masse von potentiellen Zuhörern verfügbar ist. Und genau das bieten Plattformen, wie Twitter, LinkedIn, oder das firmeninterne Soziale Netzwerk.

Soweit nun erstmal zu meiner Vorbereitung für meine Rede.. Ein paar Beispiele wären noch gut. Naja, vielleicht fallen Euch ja welche ein? Gerne als Kommentar! Vielleicht binde ich diese dann auch nachträglich noch in diesen Blog ein.

Vernetzte Grüße, Euer Benedikt Pape

… mehr zum Barcamp als Lernformat:

Wenn es mir doch um soziale Netzwerke geht, warum habe ich dann diesen Blog mit dem Barcamp begonnen? Das Barcamp ist meiner Ansicht nach die Offline-Variante sozialer Netzwerke, denn es stellt den Austausch zwischen Menschen (der auf klassischen Konferenzen nur auf die Pausen beschränkt ist) in den Vordergrund. Im Barcamp belegen die Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung einen leeren Sessionplan mit ihren eigenen Themen. Teilnehmer werden zu TeilGebern und kommen so sehr viel häufiger in die lernfördernde Situation des “Erklärenden”, als das in allen anderen Veranstaltungsformaten der Fall ist. Barcamps überlassen es den Teilgebern, über welche Inhalte sie sich austauschen wollen. Im Barcamp entscheiden die Teilgeber, mit wem sie sich austauschen. Die Teilgeber entscheiden, ob sie einem Redner zuhören wollen, oder ob sie selbst zum Thema beitragen wollen. All diese Freiheiten sind es, die der individualität des Lernens Rechnung tragen und das Format Barcamp zu einem wertvollen Lernformat machen, ganz ähnlich, wie soziale Netzwerke.

Weblinks:

Siemens Development System – mein Einblick ins Quartalsmeeting

Am 24. Januar 2018 hatte ich Gelegenheit in die Welt des Siemens Development Systems (SDS) reinzuschnuppern. Ich war zum SDS Quartalsmeeting eingeladen, wo sich die kleine Community inzwischen zum elften Mal für einen ganzen Tag versammelt hat. Meine Rolle war eine sehr kleine, denn ich sollte eine Session zum Thema Networking anbieten. Die Gelegenheit am Schopfe gefasst – habe ich mir zum Ziel gesetzt nicht nur einen Blog, sondern auch einen Podcast über meine Eindrücke zu erstellen. Für mehr Aufmerksamkeit für die großartige SDS community, aber auch – wie immer – als Lernfeld für mich selbst :). Im Einklang mit den Lean-Methoden biete ich hier nun aber erstmal einen Blog – sozusagen als “minimum viable product” ;).

Vorab ein paar Hintergrundinformationen, wie ich zur SDS gekommen bin. Da ist zuerst mein vertrauter Kollege Englbert Westermeier zu nennen, dessen Zusammenarbeit ich in Sachen Leadership Development (er hat die Initiative zum @LDSC19 Leadership Challenge Kalender gestartet) und kontinuierlicher Verbesserungsprozess bei Siemens EMTS sehr zu schätzen weiß. Schön ist ja immer, wenn in so einer Zusammenarbeit beidseitige Wertschätzung vorhanden ist – und so ist das hier auch. Ich glaube Englbert’s Twitter Account ist ein Produkt aus unserer Bekanntschaft. Und so ist es auch mit meiner Teilnahme an diesem SDS Quartalsmeeting. Anders gesagt: Vernetzung öffnet vielfältige Einblicke.

Meine Session zum Netzwerken sollte am Nachmittag stattfinden – und pünktlich dafür kam ich auch erst zur Veranstaltung, die schon seit dem Morgen im Gange war. Neben Netzwerken standen zentrale Themen der SDS community auf dem Programm, nämlich unter anderem

Zu jedem dieser Themen, konnte ich im Laufe des Nachmittags ein paar kleine Interviews machen, die mir etwas mehr Verständnis für die jeweiligen Themen, aber auch Einblick in den Wert der SDS Community gegeben haben.

SDS im Konzern – Wie die Community den Konzern entwickeln will

Das spannende dieser Community sehe ich darin, dass sie eine klare Legitimation aus dem höchsten Management, nämlich von Roland Busch hat. Dennoch ist die Community vollständig selbstorganisiert und selbstgesteuert. Diese Kombination ist es, was sie von allen anderen mir bekannten Initiativen im Konzern unterscheidet. Wie mir Karl-Heinz verrät gibt es zwar einen “Sponsor” (Alfred Hauenstein), der die Community mit dem Management verbindet – dennoch bestimmt die Community selbst, woran sie arbeitet. Überzeugend ist das deswegen, weil erklärten Ziele der Community klar auf Agilität und Lean-Development ausgerichtet sind, beides Ansätze, die auf mehr Selbstverantwortung hinarbeiten. So begeistern Initiativen am meisten – indem sie an ihrem eigenen Beispiel vormachen, wie ihre Ideen zum Erfolg führen. (Pssst: Dieser Blog wird übrigens präsentiert von Benedikt Pape – einer der sich u.a. in der WorkingOutLoud Initiative bei Siemens engagiert – eine Methode zur Entwicklung von Netzwerkkompetenz ;))

SDS Community bei Taskplanung am Kanban Board

Im Gespräch mit Annemarie Kreyenberg wurde für mich besonders deutlich, dass wir es bei der SDS Community mit Überzeugungstätern zu tun haben. Sie sind im Alltag Botschafter der SDS Prinzipien. Annie setzt agile Ansätze schon lange in ihrem eigenen Umfeld ein. Was sie treibt, weiter zu machen ist die Freude an der Arbeit, die sie immer wieder durch diese Veränderungen entstehen sieht. Sie besonders stolz darauf, ganz aktuell mit einer Arbeitsgruppe auch eine innovatives Konzept zur Anwendung agiler Arbeitsweisen in der Welt der Kaufleute zusammengestellt zu haben. Obwohl sie selbst stolze Vollblut-Ingenieurin ist, setzt sie sich in unserem Konzern intensiv dafür ein Agilität auch für Kaufleute nutzbar zu machen – denn nur wenn Techniker und Kaufleute an einem Strang ziehen, kann sich die volle Wirkung entfalten. Dafür ist sie sogar Teil einer konzernübergreifenden Community of Practice, deren Thema eben gerade Agilität für Kaufleute ist.

Annemarie Kreyenberg im Interview mit Benedikt Pape

Englbert Westermeier erinnert sich noch an den Tag an dem Professor Siegfried Russwurm das Siemens Development System ins Leben gerufen hat. Seine Überzeugung von Lean und Agilität sei schon im Jahr 2015 so groß gewesen, dass es ihm nicht mehr um das “ob” ging, sondern ausschließlich darum, “wie” Agilität und Lean Methoden am besten zur Entwicklung des Konzerns beitragen können. Jede Business Unit sollte einen SDS Manager nominieren, woraus dann die heutige Community entstanden ist. Über die SDS Manager hinaus gibt ist ein starkes Netzwerk im Mittleren Management entstanden, dass sich für die Umsetzung der von SDS entwickelten Ansätze einsetzt. Für die Multiplikation der agilen und lean development Ansätze wurden seither über 1000 Lean Development Engineers (LDE) von der SDS zertifiziert.

Im Unterschied zu früher ist Englbert besonders stolz darauf, dass die SDS Community heute aus Freiwilligen besteht und dennoch konzernweite und global verteilte Mitglieder hat. Das Interessante daran:

Der Umstieg der SDS-Community auf Freiwilligkeit ist eine Konsequenz aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Während der Konzern sich stetig und vielfältig umstrukturiert, wollte die Community sicher stellen, dass sie unabhängig agieren kann.

Als Zusammenschluss von Freiwilligen, geeint durch gemeinsam festgeschriebene Prinzipien, wollen die SDS-Manager ihr Wirken im Konzern langfristig sichern. Interessant, nicht wahr? Kennen wir doch als Graswurzel-Aktivisten gerade zu oft die umgekehrte Perspektive. Ich teile allerdings die Sicht von Englbert, denn intrinsisch motiviertes Engagement ist das höchste Gut jeder Organisation – und gepaart mit Selbstorganisation zudem noch hoch resistent, gegen strukturelle Veränderungen.

Holacracy – von Roman Busse (Unternehmensentwickler bei Siemens) empfohlen

Auch er war zum ersten Mal beim SDS Quartalsmeeting, wie ich. Extra angereist aus der Konzernzentrale aus München, gab er eine Session zum Thema Holacracy. Roman Busse ist seit 1 1/2 Jahren bei Siemens und genau genommen nicht nur Organisationsentwickler, sondern -innovator, laut Job Titel. Eine echte Innovation in Sachen Organisation ist Holacracy – und nach seinen Worten ist es einer der besten Einstiege in die Selbstorganisation.

Der Sinn von Holacracy hatte sich für mich vor diesem Gespräch nie so richtig erschlossen. Ich verband damit ein sehr starres Regelsystem für die selbstorganisierte Zusammenarbeit. Wenn man doch aber selbstorganisiert sein will, warum sollte man sich starre Regeln auferlegen? Aber genau darin sieht Roman den Wert.

Viele Menschen tun sich viel leichter von einer hirarchischen Struktur loszulassen, wenn sie für die Alternative “Selbstorganisation” auf eine klare Struktur zurückgreifen können. Holacracy – sozusagen also als Wegbereiter zu mehr Selbstorganisation.

Wenn ein Team dann mal mit der Selbstorganisation und Holacracy angefangen hat, dann ist die größte Hürde schon mal genommen. Dann beginnt natürlich die Entwicklung eines individuell angepassten Systems für die Zusammenarbeit speziell in diesem Team. Da steckt dann der eigentliche Schatz drin, den Roman sich für die Entwicklung unserer Unternehmens-Organisation wünscht. Allein für diese Erkenntnis hat sich das ganze Gespräch gelohnt, auch wenn ich Roman dafür bei Eiseskälte und im Berufsverkehr zum Bahnhof begleiten musste – gerne jederzeit wieder.

Hoshin Kanri – gemeinsame Ausrichtung des Unternehmens an einem Nordstern

Mit Hoshin Kanri binden unsere Healthineers bereits seit drei Jahren mit großer Begeisterung Mitarbeiter aus vielen Ebenen ein, um sich auf zukünftige Marktanforderungen auszurichten. Wie ich von Silke erfahre, hat man dort schon in der Größenordnung von 100 Hoshin Kanri Workshops in verschiedenen Bereichen abgehalten. Höchste Zeit also, dass das Ziel der SDS Community wahr wird: Im gesamten Siemens Konzern soll die erfolgreiche Methode mehr Aufmerksamkeit und Anwendung finden.

Im groben handelt es sich hier wieder um eine Strukturvorgabe für Zusammenarbeit. Hoshin Kanri gibt eine Workshop-Struktur vor, die verspricht zu einem kontinuierlichen Prozess der Unternehmens-Ausrichtung zu führen. Dabei ist wesentlich, dass eben nicht allein das Management die Ausrichtung vorgibt, sondern Vertreter aus dem gesamten Unternehmen gemeinsam. Für mich klingt das nach einer großen Chance, das omnipräsente Dilemma der verschiedensten Perspektiven im Unternehmen tatsächlich mal als Vorteil zu nutzen. Eine gemeinsame und optimale Ausrichtung wird immer ein Kompromiss sein, aber es scheint mir großer Wert darin zu stecken, im gemeinsamen Workshop die Entscheidungen transparent zu treffen. Worauf es ankommt, ist aber wie immer, es einfach mal zu machen – dann können wir sehen, welchen Wert es für uns hat. Die Healthineers sind jedenfalls schonmal begeistert, wie mir scheint.

Den Dampfer flexibler machen

Was sie alle eint ist das Ziel – wie Karl-Heinz Busch so schön sagte – den Siemens-Dampfer anpassungsfähiger zu machen für immer schneller sich wandelnde Marktanforderungen. Mit diesem Ziel ist die Community stark unterwegs und wie ich meine noch lange nicht bekannt genug. Ihr Handeln überzeugt. Ich jedenfalls, werde die Ohren etwas weiter aufsperren, wenn ich zukünftig von Aktivitäten der SDS höre.

Viele Grüße, Euer Benedikt Pape

OwnYourCareer versus management control – flashlight from Leadership & New work Symposium at Siemens

OwnYourCareer so far Highlight topic for me at #NewWorkNow Symposium today at Siemens headquarters Mch, Wittelsbacher Platz

The session of Mirjam Hein (Product Owner of OwnYourCareer, Siemens HR), introduced the program, but the discussion fought fire quickly on the pros and cons of shifting responsibilities for people’s development from management to employees.
While #ownyourcareer is clearly introduced for encouraging employees to take chances and actively developing theirselves, a management perspective was brought in highlighting the importance to match employee development with business demands.

To me this brings to light the full spectrum of controverse views with regards to corporate development. And the tremendous importance of bringing people together for discussions like this one today.

Questions arise to me like:

– Can it be true, that only management knows the demand of the business?

– If so, how can we improve transparency of our business demands?

– If management knows demanded employee capabilities, are there ways to reach the goal without control and command?

– Creating attractive learning environments for the desired capabilities could be a way to go?

A whole different aspect has been neglected in our discussion from my point of view:

I’m convinced the reason we at Siemens strive for OwnYourCareer is to benefit from maximum potential of our staff!

Potentials have been neglected too long in our company. Now markets make us rethink and explore potentials of our employees, which these potentials might not necessarily match with the respective management ideas. However, if it is true, what our Top management keeps repeating: The future of our company depends on the Engagement of us employees, then: Let us refocus and make development of potentials the highest priority. But not forget to secondly create opportunities for these engaged employees for find the space in our company to maximum contribute with their individual potentials.

.. Now.. event going on. Got to prepare my Working out loud Session ;).

LDSC19 C3/52 Respect people, f2f and when they call

This week’s Leadership Challenge asks to not answer the phone while talking face to face with someone else.

I think it is important to be “non-dogmatic” with every rule.
What is important to me is to show respect to people, no matter if they are in front of you or trying to call you. I believe, answering the phone during a f2f conversation can be ok, but key is how you moderate it.
E.g.
– “my dear friend in front of me, please excuse me for a second, I just have to arrange a time with the caller, to clarify an important issue”.
Or:

– “My dear friend in front of me – this call is of extreme importance for me and won’t be easy to reschedule – can I come back to you at a later time, because I need to talk on the phone now.”

Of course there are other occasions, where just
putting the phone silent or
rejecting the call with a template message like

– “I’ll call back” or

– “please try later”

are ok and the best choice.

I believe by showing respect and reasoning once decision, any personal relationship will not suffer. In contrast I see an opportunity for it to even grow trust from the transparent reasoning offered.

Background and Links

– Leadership Challenge #LDSC19 is an initiative of employees of Siemens EM TS to support development of awesome leadership.

– Follow the Twitter Account @LDSC19 to receive weekly challenges for your leadership

– use #LDSC19 on Twitter or LinkedIn, or your favourite Plattform to exchange on your experience with the challenges.

– Join the Group LDSC19 on LinkedIn

My first dive into Community management

I am spending lots of thoughts into how to start a community and how to make it a valuable place for its members to interact.

Why? Actually I am involved in the founding of at least two or three new communities at Siemens:

  • #LeadershipChallenge Community (this one will also go live 1.1.2019 on twitter via the account @LeadershipChalS!)
  • Two others, which are Siemens internal only

I am further engaged in guiding the #wol community within Siemens, which is at this time still rather passive.

All these topics are deeply linked with my global goals, so that I have a strong interest in communities to help people develop own competences within these topics.

Community fundaments:

First thing I did was to clarify my own perspective:

tweet

What drives me to contribute in communities:
1) create impact beyond my achievements by sharing them
2) learn from interactions and others’ experience
3) strengthen my network in the topic
4) grow from appreciation
5) charge my batteries for acting outside the #community

Secondly I had some inspiring talks to community experts inside and outside my company about what could be done to get a community to fly.

Principles to be achieved are:

  • Transparency on who, why, for which purpose founds the community.
  • Encourage people to contribute
  • Community is built for exchange and learning, not only distribution of news.
  • Joint vision of the community must be clearly defined.
  • Community consists of its members
  • Member is, whoever contributes. However readers are welcome.
  • #augenhoehe, respect and appreciation are fundamental principles for collaboration in this community.
  • Face to face meetings should be possible for the community to get to know each other.

Community founding – first steps:

First ideas for concrete steps to achieve the principles:

  1. Invite to a video conference to present and discuss the idea behind the planned community.
  2. ask the community (or the relevant group of people) to share, which topics they believe are most relevant for the communities joint topic.
  3. Collect the topics at a wiki or similar central page, available to all community members.
  4. Ask the community to moderate one topic from the list during one week (#cmooc style) in the community, thus populating the calendar for the next so many weeks.
  5. Support the moderators in moderating and empower them to prepare minimum of two things:
  6. – blog post Friday before start of the week
  7. – video conference session during the week for 1hour. (conference invite and scheduling supported by the community manager)
  8. Recorded life session is made available at the central wiki page.
  9. Introduce a joint Hashtag for the community for members to use for any posts in their desired platforms.
  10. Introduce a group at a preferred platform (I. E. #ESN, #linkedin or #discus (…) for all exchange and contributions.

Looking forward to implementing these ideas and experiencing their success. I’ll share my experience here.

In the meantime: comments, recomendations and your experiences are highly welcome.

Wofür ich gerne Spende – Teil 1: Waldkindergarten Pfifferlinge e. V.

Das Steuerjahr geht bald zuende und es ist eine gute Zeit darüber nachzudenken, ob wir von dem was uns zu Verfügung steht etwas teilen können.

“Teilen, Teilen, das macht Spaß! Denn wenn man teilt hat jeder was!” So singen meine Kinder im Waldkindergarten jedes Jahr um die Martinszeit. Und genau so geht es mir auch.

Am meisten Spaß macht es mir, wenn ich die Wirksamkeit meiner Spende spüren, oder wenigstens Mitverfolgen kann. Das geht mir so bei folgenden Einrichtungen, die ich auch dieses Jahr wieder fördern werde:

Waldkindergarten Pfifferlinge e. V. in Erlangen.

Ein wundervoller Ort für Kinder – mitten in der Natur, im Herzen einer Gemeinschaft aus Eltern und Erzieherinnen, Praktikanten und einem BuFDi.

Dieser liebevolle Ort ist seit 4 Jahren nicht nur für unsere Kinder wichtig, sondern auch für uns als Elterngemeinschaft. Wir Eltern sind dank vieler gemeinsamer Bastel- und Elternabende, aber auch über die vielen jährlichen Feste eng eingebunden. Die Liebe zu Natur und Mensch ist es, die diesen Ort für mich so besonders macht. Deshalb engagieren sich wohl auch so viele Eltern und ehemalige seit der Gründung dieses ersten Waldkindergartens von Erlangen für den Erhalt des Vereins.

Der Betrieb dieses Kindergartens ist auf Spenden angewiesen, um die Beiträge der Eltern gering zu halten und so das Angebot für ein breites Spektrum der Gesellschaft zu erhalten.

Webseite der Einrichtung

Wie fördern? Kontontonummer und Konkakt

Facebook Seite der Pfifferlinge

Tipp für Erlanger: Noch wenige Tage gibt es an der Erlanger Waldweihnacht am Marktplatz am Ehrenamtsstand viele Herzlichkeiten von den Pfifferlingen und einigen anderen Vereinen zu kaufen – für einen Guten Zweck – da macht das Schenken doch auch am meisten Spaß :).

Wofür spendet ihr dieses Jahr?

Ich wäre dankbar für Austausch – Hier im Kommentar oder auf Twitter, LinkedIn,.. Ich werde den Hashtag #DafürSpendeIch nutzen und lade jeden herzlich ein, mitzumachen.

Frohe Weihnachtszeit! – Euer Bene

My Barcamp Introduction for the Siemens WOL Camp

In the following I will share with you my preparation for the Siemens WOL Camp introduction of the Barcamp format. It will be my first time to introduce the barcamp format myself, and what is more, I will do it in english lenguage. So please, please help me out: any comment will be valuable input for me and any other reader of this, maybe for their own first barcamp intro. But here we go – Edit Nov 28th 2018: some comments of you have been incorporated, some editing took place. Here is the text, as I used it for the event (and the barcamp was a great success ;)):

Dear audience, this upcoming event is going to be in your hands. Only a few rules will have to be followed by all of you. Few rules. But these must be respected strictly! So listen carefully, when I will now introduce you to our conference mode: The BARCAMP.

Barcamp sounds quite new to many of you – right? Don’t worry, in a nutshell, it’s a conference as you have always wished for:

  • your thoughts will be in the center
  • your learning style will be leading
  • your speed will be considered
  • your questions will find room for discussion
  • and last but not least:
  • your contributions will make up the value of this conference.

A conference – the word means “meeting or exchange under experts”, latin origin is “confere”=bringing together. This is exacly, what the barcamp does. Now what is new about the barcamp? While conferences these days are often organized to spread the knowledge of few – unidirectional from the speaker to the audience, the barcamp is different. The barcamp format puts exchange and growth of crowd knowledge into focus.

The very fundamental secret of any barcamp is as follows:

The “Augenhoehe” principle (exchange on the same footage) – in a barcamp, we don’t distinguish between speaker and audience. All of you are experts. All of your learnings are of equal value. We all have a name on our name-plates, no title, no function, no department. This is on purpose, because throughout this day we want to exchange at the same footage – at “Augenhoehe”.

Proposal of the “Barcamp-DU” – for exchange at Augenhoehe, using first names for all has proven to help. Of course it doesn’t help if it feels wrong. For these cases I propose to anyone of you, who doesn’t feel comfortable with just calling firstnames to anyone: Agree on the “Barcamp-Du” – that means, after this barcamp you go back to usual, or whatever feels right then. But today, I propose you try to agree on the first name with everybody.

We bring the structure – you bring the content

You can see the session planning to my side: It’s well structured, strictly timed and .. empty. Right, empty. Each empty space in this agenda is waiting for one of your topics. At the Checkin, you have all received empty “Session Cards”. These session cards shall be completed with your topics. Right after this introduction, you will have a maximum of one minute to introduce your session to the audience. Then stick your session card to one of the empty boxes in the agenda. With 24 session cards, OUR agenda will be filled with the topics of this audience – your topics with regards to our joint interest: WorkingOutLoud.

Be encouraged to freely pitch topics of your passion, even if you feel it might not meet the mainstream of interest here – sometimes these are the most interesting sessions! Be assured: The audience will choose sessions of interest. If your session meets little interest, few will come and it can still be a valuable session!

The barcamp requires choices – on purpose. We have prepared six so called “breakout rooms or breakout corners” for six sessions to run in parallel. That means you will have to chose from six sessions four times today. That is how the barcamp gathers valuable teams – it brings together people with passion and interest in a topic. Unique assembly of people will create unique sessions.

The people who come to a session are the right ones – because they will cocreate the session! Now if you notice a session turns out to be different from what you expected, you have two choices: Either engage and cocreate the session you wanted, or rethink your choice and swap over to another session. As a session-host try to look at it as a form of respect and trust, if people decide not to change the session, but leave.

Timing: Our agenda is written in a 4/4 measure (musicians listen up): 3 Quarters of an hour will be for the session, one quarter will be for the break. And this will repeat four times. Four sessions, Four breaks.
Note: Strictly follow the schedule. The session is 45min, not 47! The breaks are just as crucial for a barcamp as are the sessions. You will need the breaks for changing rooms, selecting the next session from the agenda, and last but not least: for meeting the others and have a coffee. We have all made the experience: Sometimes the most interesting exchange happens in the breaks!

Now exceptions support the rules: Our first break will be a full hour for lunch, which will be set up for all of us here in the lobby.

After the Sessions, we have scheduled half an hour for any session to offer insight to your learnings. You will have 1min max, so don’t plan to wrap up the complete session, but look at it as a chance to offer your most impressive learnings. 

That’s it – any questions? If not -> now it’s all yours. We have brought the structure, now you can bring the content and pitch your sessions.

Dürre, Insektensterben & Co -> Ich handle. Und jeder darf mitmachen.

Die Dürre 2018 in Deutschland ist die Stärkste seit vielen Jahrzehnten. Waldbrände, Stürme, Unwetter erscheinen schon normal in den Nachrichten. Das die Bienen sterben hören wir seit einigen Jahren. Insekten sterben aus – 75% seien in den letzten 30 jahren (also etwa in meiner Lebzeit) verschwunden.

Was machen wir? Wir freuen uns über den langen Sommer und, dass kaum noch ein Grillabend wegen Regen “ins Wasser gefallen ist”. Wie schön! Was die Insekten angeht – endlich nicht mehr die Windschutzscheibe putzen (die Tankstellen können eigentlich endlich die Eimer mit Scheibenputzern wegräumen). Und um beim Grillabend zu bleiben – kaum Mückenstiche dieses Jahr. Wie schön. Mensch wie geht es uns gut.

Parallel sind dieses Jahr vielerorts 85% der Jungpflanzungen in unseren Wäldern vertrocknet. Unsere Wälder wurden wegen der Dürre zu CO2 Quellen, statt frischen Sauerstoff für uns zu erzeugen (Mangels Wasser läuft das mit der Photosynthese nicht mehr).

Für die Insekten haben wir scheinbar auch schon eine Lösung. Walmart hat ja bereits das Patent auf die Robo-Biene, die dann bald für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen sorgen kann, wenn die letzte Biene weg ist. In China sind Obstplantagen längst Arbeitsplatz für Hundert- und Tausendschaften von menschlichen Bestäubern geworden. Mensch und schon wieder profitieren wir davon! Das Aussterben der Bienen schafft Arbeitsplätze! Genial – so schlau und weitsichtig herrschen wir Menschen über den Planeten Erde.

Wer steht eigentlich als nächstes in der Nahrungskette über den Insekten? Vögel und Fledermäuse zum Beispiel. Ach ja – gemäß Fledermaus-Beobachtern, ziehen die sich seit Jahren in die Städte zurück – die einzigen Pestizid-Freien Zonen – hier finden sie scheinbar mehr Insekten zu fressen, als in der “Natur”. Dabei sind unsere Landwirte doch vielfach als “Landschaftspfleger” und Bewahrer von Tradition und Naturverbundenheit gelobt (und staatlich gefördert).

Fliegt man über Deutschland – fällt einem auf, dass “Natur” eigentlich kaum noch vorhanden ist. Hochintensivierte Landwirtschaft mit Hightech Saatgut und chemischen Dünge-, “Unkraut”- und Insektenvernichtungsmitteln lassen den Begriff “Natur” eigentlich nicht mehr gelten, oder?

Niemand wird die Welt wieder Heile machen, wenn nicht Du, Du, Du und ich – wir alle. Zusammen sind wir nämlich “die Gesellschaft”. Die Politik und die Wirtschaft richtet sich schon lange nach dem, wie die Gesellschaft handelt.

Wir können mit unserem Handeln den Unterschied machen.

  • Konsum regiert die Welt -> lasst uns unseren Konsum an Nachhaltigkeit orientieren! Wer mehr Geld hat, hat mehr Verantwortung! (Bioläden verkaufen Lebensmittel aus nachhaltiger Landwirtschaft, Ökostrom, Biogas, Urlaub im Land, statt Übersee, …)
  • Haushalte verbrauchen ca. 1/3 der Energie unserer Republik -> Lasst uns nachhaltig Haushalten! (Licht aus, Spül- und Waschmaschine im Spar-Programm, Fenster zu beim Heizen, …)
  • Verkehr verbraucht ein weiteres Drittel der Energie -> Kommen wir vielleicht auch mit dem Fahrrad ans Ziel? Tut es ansosnten auch Bus oder Bahn? Fahrgemeinschaften, …
  • Das letzte Drittel verbraucht die Industrie – die Produziert für unseren Konsum. Und so schließt sich der Kreis.

Ich gehe es an – und handle:

Ab heute werde ich beginnen unter dem Hashtag #NachhaltigkeitUndIch auf Twitter zu posten, wie ich glaube mit meinem Handeln den Unterschied zu machen. Natürlich gedacht als Einladung für Nachahmer – was Handeln und Posten angeht.

Quellen und weiterführende Links:

  • Dürre: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung www.ufz.de
  • menschliche Bienen: http://www.bee-careful.com/de/initiative/menschliche-bienen-china/
  • Insektensterben: https://www.nabu.de/news/2017/10/23291.html
  • mehr? gerne nehme ich hier noch mehr Quellen auf, wenn ihr mir Hinweise gebt.

Meine Perspektive auf Führung

Gerade entwickeln sich parallel viele Neuerungen in der Arbeitswelt, die jeweils kleine Beiträge zur Optimierung menschlicher Arbeit und zur erfolgreicheren Zusammenarbeit liefern. Das ist höchste Zeit, da ich überzeugt bin, dass die vor Jahrzehnten entstandenen Unternehmensmodelle nicht mehr auf heutige Gegebenheiten passen. Starke Hierarchien sind meiner Ansicht nach aus der Notwendigkeit der Koordination vieler Menschen entstanden, von denen nur wenige Gelegenheit zur Kommunikation und zum Blick über den Tellerrand hinaus hatten. Wenige hatten ein Netzwerk über Unternehmens-grenzen hinweg, das ihnen die Einschätzung von Markt-Bedürfnissen ermöglicht hat. Wenige hatten die Möglichkeit auf breiten Medien (Unternehmens-Webseite / öffentliche Medien) zu kommunizieren und somit den Markt zu steuern. All das brachte steuernde und kontrollierende Hierarchien hervor deren Erfolg den Unternehmen bestätigte, dass diese Konzepte zu damaligen Gegebenheiten die richtigen waren.

Heute sind die Gegebenheiten anders. Soziale Medien haben für den Wandel dabei meiner Ansicht nach den größten Anstoß gegeben. Soziale Medien geben breiten Massen von Mitarbeitern und Kunden Gelegenheit in beliebig großen Netzwerken intern wie extern zu kommunizieren. Die Reichweite ihrer Kommunikation wird durch das Netzwerk selbst und ihre Bewertung des Inhalts und des Autors bestimmt – also nicht mehr durch ihre Position.

Dadurch können breite Massen nun wertvolle Netzwerke aufbauen, die ihrem jeweiligen Fach- und Interessensgebiet entsprechen. Für die Einschätzung des Marktes und aktueller Entwicklungen stehen nun nicht mehr nur wenige Führungskräfte zu Verfügung. Vielmehr bietet sich den Unternehmen nun eine viel breitere Basis von wohl-informierten und gut vernetzten Fachleuten, die gemeinsam sehr agil und situationsbezogen sinnvolle Entscheidungen für das Unternehmen fällen können. Und genau das ist es – gibt man den meisten Unternehmenslenkern recht – was der immer komplexere und schnelllebigere Markt bereits längst von uns fordert.

Nun spielt meiner Ansicht nach Führung für Menschen weiterhin eine wichtige Rolle! Nur denke ich, dass Mitarbeiter aus der neuen Situation heraus andere Bedürfnisse an Führung stellen. An die Stelle von Control und Command könnte konstruktive Lern-Begleitung und visionäre Inspiration treten. Die Lern-Begleitung im Sinne von individuellem Coaching sehe ich ohnehin als wichtigen Aspekt zur Vorbereitung auf die bereits lang anhaltende digitale Transformation, welche lebenslanges Lernen schon zur selbstverständlichen Voraussetzung gemacht hat. Vision und dadurch entstehende Inspiration bei den Mitarbeitern könnte meiner Ansicht nach die wichtigste Aufgabe von Führung sein. Mit starker Vision im Zusammenhang mit gemeinsamen Werten könnten Unternehmen sich einzigartig machen  – sowohl beim Buhlen um Arbeitskräfte als auch bei Kauf- und Investitionsentscheidungen unserer Kunden.

Welche Rolle unsere Führung nun am besten in Zukunft einnimmt, bleibt die Herausforderung jedes Unternehmens für sich zu entscheiden. Mit Sicherheit wird es hier verschiedene Antworten für verschiedene Märkte und Branchen geben. Denn letztlich werden die Kunden auf Basis ihrer eigenen Kultur und Bedürfnisse entscheiden, welcher Unternehmensform und welcher Unternehmenskultur sie ihr Vertrauen schenken.

Kommentare freuen mich natürlich immer. (Hinweis: dieser Artikel ist auch auf LinkedIn veröffentlicht)

Eine Stadt begeistert durch Lebensqualität – Schwäbisch Gmünd nach der Landesgartenschau

Das hätte keiner von uns gedacht – wir sind ja nur hier her gekommen, weil ein Teil der Familie in die Gegend von Schwäbisch Gmünd gezogen ist – aber dass wir so begeistert sein würden, das stand nicht auf dem Programm.

Heute waren wir bereits den zweiten Tag in Schwäbisch Gmünd und wir haben wieder gestaunt. Eine so schöne Stadt und ein so wunderschöner Naturpfad mit Kugelbahn vom ehemaligen Landesgartenschau-Gelände auf dem Berg durch das Taubental bis rein in die Stadt. So viel schönes in einer Stadt haben wir noch nie gesehen.
Dazu muss vielleicht gesagt sein, dass wir als Erlanger Familie ganz aktuell ein besonderes Verhältnis zur “Landesgartenschau” haben, weil sich unsere Stadt erst vor kurzem per Bürgerentscheid gegen die Landesgartenschau entschieden hat. Da darf einem schon ein bisschen das Herz bluten, wenn man dann sieht, wie Schwäbisch Gmünd vier Jahre nach der Gartenschau noch immer ein derart hohes Niveau an Lebensqualität bieten kann. Viele Ideen könnten wir uns auch für unsere Heimatstadt gut vorstellen – und es ist nie zu spät.

Wir begannen den Tag oberhalb der Stadt – im Himmelreich. Das Naturkosmetik Unternehmen Weleda hat dort auch einen wunderschönen Garten, aber den hatten wir schon am Samstag besichtigt. Heute ließen wir den Tag auf dem städtischen Langesgartenschau-Gelände von 2014 beginnen. Ein ungewöhnlicher Aussichtsturm bietet Gelegenheit zum Überblick, aber die Kinder haben schon bald den ausgiebigen Spielplatz mit allem von Klettergerüst über Sandkasten, eine Wasser-Landschaft für die Kleinen und zu Guter Letzt ein Wasserbecken mit Holz-Floßen für die großen entdeckt. Der Große wollte dann aber doch lieber erst noch ein bisschen in der Urzeit stöbern; also liehen wir uns ein Archäologen-Werkzeug-Set und klopften zwischen lebensgroßen Dinosauriern was das Zeug hielt auf Schiefer-Platten ein. Einen Jahrmillionen alten Insekten-Flügel haben wir auch gefunden – so las jedenfalls mein Sohn die Formation, die zwischen den Schichten hervorkam. Einen Moment lang nicht hingesehen, schien der Meissel versehentlich etwas zu tief zu gehen und der – wohl eher als Arbeitstisch gedachte Felsbrocken war entzweit. “Da war schon ein Spalt – ich hab fast nichts gemacht”. Naja, zum Glück war kein Fuß drunter.
Jetzt aber los in den Wald – am Klettergarten vorbei – zum Startpunkt des Kugelpfades zwischen “Himmelreich” und “Erdenreich”. So kann man Jung und Alt begeistern – Mit dem Kauf einfacher Holz-Kugeln aus dem umfunktionierten “Kaugummi-Automaten” für 20 Cent pro Stück beginnt der Spaß. Von jetzt an laufen wir etwa 2 Stunden durch einen wunderschönen verwunschenen Urwald mit vielen beeindruckend gestalteten Naturkunde-Stationen – und lassen uns dabei von unseren Kugeln durch den Wald führen. Das muss wohl die größte Kugelbahn der Welt sein – sie führt die Kugeln entlang des Weges, geschickt unterbrochen durch verschiedenste Arten von Auffangstationen, bis weit hinunter im Taubental. Ob das Highlight die dreispurige Kugel-Rennbahn, die Weg-Querung mit anschließender Wendel-Rohr-Abfahrt um den Baum, oder eine der witzigen Kugel-Stopp Figuren war muss wohl jeder für sich entscheiden. So viel Spaß hatten wir jedenfalls wohl noch nie mit der ganzen Großfamilie auf einer Waldwanderung.

Das Erdenreich beginnt – Schwäbisch Gmünd zeigt sich nach der Bahnhofsunterführung von seiner schönsten Seite. Wieder ein prächtiger Garten – eine großzügige Fußgängerzone mit einladenden Cafés und bunten Sitzgelegenheiten, die jede auf ihre Art zum Verweilen einladen. Weiter queren wir einen Fluss, dessen Lauf durch natürliche Felsbrocken und teils grünes, teils mit Sand und Kies gestaltetes Ufer zu einer wahren Oase gemacht worden ist. Wir entscheiden uns aber für einen Kaffee mit Torte im Herzen der Stadt – ein Kaffeehaus, dass den Stil der 50er Jahre bis heute beibehalten hat und damit soviel Charme und durch seine herzliche italienische Führung auch noch so herrlichen Kaffee bietet, dass es ein wahrer Genuss ist. Die Kinder finden selbstverständlich auch hier wieder einen Wasserspielplatz von bislang  nie gesehener Raffinesse – so dass wir Großen uns in aller Ruhe Kaffee und Torte zuwenden können. Um ehrlich zu sein juckte es sogar mich, beim Wasserspiel mitzumischen – wenn man schon mal den Springbrunnen durch das eigene Schaukeln antreiben kann.

Ja, Schwäbisch Gmünd hat es uns angetan, das steht fest. Und mit Sicherheit haben wir wieder ein paar Ideen mitgenommen, wir wir in unserer Heimatstadt Erlangen auch eines Tages gerne hätten – wer weiß, vielleicht wird es ja irgendwann doch noch was mit der Landesgartenschau. Denn unser Großer (7 Jahre) gab uns zu verstehen, was sonst passieren könnte: “Wenn ich groß bin, will ich hier wohnen”. Mal sehen was wir bis dahin dagegen tun können.
Inzwischen haben wir uns jedenfalls schon wieder von Schwäbisch Gmünd verabschiedet – Schwäbisch Gmünd wird uns aber noch oft wieder sehen, so viel steht fest.

Titelbild-Quelle: https://pixabay.com/de/sessel-mond%C3%A4n-sitz-edel-2374858/