Podcast hören – so einfach geht das

Nur 10% meiner Podcast Hörer hören über den Podcast-feed. Und das, obwohl das Podcast hören über eine Podcast App (auch Podcatcher genannt) so bequem ist.

Ich vermute also, dass die wenigsten wirklich wissen, wie das Podcast hören am besten geht. Daher hier ein paar Basics, die mir am Anfang selbst nicht ganz klar waren.

  1. Podcast vs. Episode: Ein Podcast ist eine Serie von Episoden, etwa vergleichbar mit einer regelmäßigen Sendung im Radio, wie “Radio Mikro”. In meinem Beispiel: “Benedikt Pape Podcast“, oder “Faces of Transformation Podcast”. Eine Episode ist eine einzelne Aufnahme (vergleichbar mit einer einzelnen Sendung, die im Radio zu einem bestimmten Datum ausgestrahlt wurde). In meinem Podcast hieß die letzte Episode zum Beispiel “Lernbar Berlin – Siemensianer gründen firmenübergreifenden Lernraum“. Im Gegensatz zur Serie im Radio wird beim Podcast nicht zwingend in regelmäßigen Abständen eine neue Episode veröffentlicht. In meinem Fall ist alles schon vorgekommen zwischen 3 Episoden in 1 Woche und 1 Episode in 3 Monaten.
  2. Podcast Feed: Ein Podcast Feed ist sowas wie ein News-Ticker und funktioniert auch mit der gleichen Technologie (RSS). Sobald eine neue Episode veröffentlicht wurde, geht eine Nachricht mit Link zur neuen Audio-Datei (meist MP3) über den Podcast Feed raus. Empfangen kann diese Nachricht allerdings nur, wer den Feed abonniert hat. Mein Feed lautet zum Beispiel: https://benediktpape.de/feed/mp3/. Diese Adresse braucht man sich aber nicht merken, denn Podcatcher finden die MP3-Feed-Adresse ganz alleine, wenn man ihnen beispielsweise www.benediktpape.de oder den Link einer einzelnen Episode gibt.
  3. Podcatcher: Als Podcatcher bezeichnet man jegliche Programme oder Apps, welche in der Lage sind, Podcast Feeds zu abonnieren und zu verwalten. Beispiele hierfür sind: Antennapod (Android), gPodder, i-Tunes (Apple) (siehe auch eine ausführlichere Liste von Podcatchern bei Wikipedia). Im Podcatcher werden nun die neuen Episoden aller abonnierten Podcasts angezeigt (und je nach Einstellung sogar automatisch heruntergeladen). Man kann sich das hier nun nach belieben anzeigen lassen: neueste Episoden, heruntergeladene Episoden, alle Episoden eines Podcasts, und und und. Im Podcatcher kann man sich also sozusagen sein eigenes “Radio-Programm” zusammenstellen, aus dem man sich bei Bedarf eine passende Podcast-Episode heraussucht.
  4. Podcast Directories: Podcast Directories gibt es, um die Verbreitung von Podcasts zu beschleunigen. Beispiele sind i-Tunes und fyyd.de. Man kann sie sich vorstellen, wie Telefonbücher, in denen Podcaster ihre Podcasts mit ein paar Kern-Informationen beschreiben können und in denen dann die Anzahl Abonnenten und Aufrufe getrackt wird. Entsprechend der jeweiligen Statistiken werden die Podcasts dann “gerankt” und somit weiteren Hörern angepriesen, welche diese Directories eben anschauen. Für das Podcasting notwendig sind diese Directories nicht. Meinen Podcast habe ich bisher nirgendwo eingetragen, da ich glaube meine Hörer kommen ohnehin aus meinem persönlichen Netzwerk – und das “reicht” mir auch.

Ein paar weitere Gedanken möchte ich gerne hier teilen, weil ich den Eindruck habe, dass die Podcast-Welt gerade dabei ist, etwas zu verlieren, was sie reich gemacht hat.

Das besondere an Podcasts ist, dass sie von jedermann und über beliebige Plattform (z.B. eigenen Blog) veröffentlicht werden können. Trotzdem können Nutzer sich die Podcasts von verschiedensten Plattformen über die Podcast-Feeds bequem in einer App (Podcatcher) zusammenstellen und anhören. Hier ist kein Dienstleister dazwischen, sondern das geht direkt von Anbieter zu Hörer. Das ist etwas ganz besonderes, denn wenn wir an die Schriftform denken, dann ist dies zwar auch möglich (dieser Blog verfügt auch über einen RSS-Feed für neue Blog-Beiträge), aber weitaus weniger gebräuchlich. Stattdessen werden geschriebene Beiträge meist auf EINER Plattform erstellt, geteilt und gelesen (wie z.B. auf linkedIn, oder Facebook). Diese Plattformen haben dann das Sagen darüber, wer wann welche Beiträge zu lesen bekommt.

Wenn ich dann wieder beobachte, dass Spotify und Co. nun die eigenen Kunden exklusiv mit Spotify-Podcasts versorgen, dann habe ich etwas Sorge um den selbstbestimmten Gedanken der ursprünglichen Podcasting Bewegung.

Daher: Holt Euch einen einfachen und unabhängigen Podcatcher und stellt Eure eigene Podcast-Sammlung zusammen (in der meiner natürlich nicht fehlen darf ;)).

Viele Grüße, Euer Bene

Kritik ist Gefahr, außer von Bewunderern – ein paar Gedanken

Ich postuliere: Meine Kritik ist nur wertvoll, für jene, die von mir bewundert werden. Die Kunst ist es also, jeden Menschen bewundern zu können.

Gestern habe ich einen bewegenden Kurzvortrag mit Diskussion von Janett Triskiel gehört (Reihe “Wertschätzung um 6” von Berlin Alley). Es ging um Defensivmechanismen in (Feedback-)Gesprächen. Der Vortrag hat bei mir unglaublich viele anknüpfbare Erfahrungen geweckt, denn ich erlebe sie ständig, die Devensivmechanismen – bei mir und meinen Gesprächspartnern beiderseits.

Kritik ist eine potentielle Gefahr für unser Selbstwertgefühl. Und das wiederum ist eines der kostbarsten Güter, die unser Gehirn zu schützen bemüht ist. Entsprechend vielseitig sind die Reaktionen, mit denen wir uns vor Kritik schützen:

  • Widerspruch (“alles Quatsch”),
  • Leugnung (“ich bin nicht schuld”),
  • Projektion (“die anderen sind viel schlimmer”) oder
  • Psychologische Distanz (“mag alles sein”).

Was bedeutet diese Erkenntnis nun für mein Handeln? Für mich ist ziemlich schnell klar gewesen, dass es da keine einfache Methode gibt, um die Kritik mit etwa anderen Worten dann doch noch anbringen zu können. Vielmehr glaube ich, dass schon vorher eine Zutat üppig vorhanden sein muss, um all das Verteidigen zu vermeiden: Wertschätzung ist zu schwach. Bewunderung trifft es besser. Nur wer unerschütterlicher Gewissheit ist, dass er vom anderen bewundert und geschätzt wird, kann sich auf dessen Kritik einlassen, ohne sein Selbstwert Gefühl bedroht zu sehen. Soweit mein Postulat.

Wenn das aber so ist, was bedeutet das für unser Zusammenleben?

Wir wollen alle von und mit unserem Umfeld lernen. Hinweise auf mögliche Verbesserungen sind also etwas sehr wertvolles für unsere Entwicklung und für unser Lernen. Und anders herum: Ich will hilfreich sein! Ich will anderen helfen zu lernen, denn das gibt mir Sinn und macht mich glücklich (steigert mein Selbstwertgefühl).

Folglich komme ich zu dem Schluss: Ich sollte Kritik nur mit jenen Menschen teilen, die ich bewundere, denn bei den anderen würde ich damit ihr Selbstwertgefühl bedrohen und sie schwächen, statt stärken.

Weiterhin folgere ich: Ich sollte mich überhaupt nur mit Leuten umgeben, die ich bewundere. Denn meine Kritik wird ohnehin unvermeidlich zum Ausdruck kommen – durch die vielschichtigen Fassetten der zwischenmenschlichen Kommunikation. Und damit würde ich jene, die ich nicht bewundere unvermeidlich schwächen, statt stärken. Das will ich nicht.

Da das nicht ganz klappen wird kam ich zu dem eventuell realitätsnäheren Ansatz: Ich sollte mich bemühen alle Menschen in meinem Umfeld zu bewundern – bewundern für das was sie gut können. Ich glaube, dass das möglich ist, denn bewundernswerte Seiten hat jeder Mensch. Ich muss mich dazu allerdings auf Situationen einlassen, in denen die/der andere stark ist und ihre/seine Kompetenzen ausleben kann. Dieses Einlassen auf der/des Anderen Stärken scheint mir allerdings meinen üblichen Verhaltensmustern zu widersprechen. Ich befinde mich viel lieber in den Situationen, in denen ich stark bin.

Die Gedanken des letzten Abschnitts lassen mich viel über mich, mein privates wie berufliches Umfeld und über Führungskultur nachdenken.

Zum Schluss möchte ich Janett und Stephan Pfob von ganzem Herzen für das gestrige Gespräch bedanken, in dem Janett ihr so wertvolles Wissen mit uns geteilt hat.

Links:

Meine Top Ten Lernquellen zum Podcasting

Heute möchte ich Euch eine Liste von Lernquellen zusammenstellen, die mir in den vergangenen Monaten geholfen hat, meine Pocdasting Kompetenzen voranzubringen. Anstoß ist tatsächlich der WorkingOutLoud Guide Woche 9, in dem genau diese Zusammenstellung motiviert wird. Passt aber auch gerade sehr gut zur aktuellen Phase meiner Podcasting-Lernreise.

1) WirMachenAudio Podcast von Leonid Lezner. In diesem Podcast geht es genau darum: Wie macht man gute Podcasts. Mich hat die Episode über Interview-Podcasts mit dem großartigen Profi-Podcaster Tim Pritlove sehr weiter gebracht, weil es hier um die wesentlichen Gedanken rund um die Moderation geht. Zwei podcaster unterhalten sich auf Augenhöhe locker über ihre Leidenschaft. Tolle Sendung. Hörempfehlung

Episoden-Link: https://wohnzimmer.fm/wirmachenaudio/gute-interviewpodcasts-machen/

2) Podcasting Einstieg Barcamp session von Simon Dückert. Hier stellte Simon vor, welche Hard und Software für den Einstieg hilfreich ist und wie man eine erste Aufnahme macht. Im wesentlichen haben wir vor allem nach kurzer Einführung direkt genutzt, was Simon aus seiner Besenkammer so alles hervorzauberte. Hier ein Link mit ein paar Inhalten der Session, aber vor allem mit den Ergebnissen einiger laien-Podcaster, wie mir, die hier ihre erste Episode produziert haben. Wer Gelegenheit hat Simon Dückert persönlich zum Thema Podcasting erleben zu können, soll diese dringend ergreifen.

Link Barcamp Session 2017: https://cogneon.de/2017/09/25/clc17-session-meinen-eigenen-podcast-aufnehmen/

Link zur wohl nächsten Gelegenheit Simon Dückert zum Thema Audio sprechen zu hören: https://www.eventbrite.de/e/gute-audioqualitat-fur-training-videokonferenz-virtuelles-klassenzimmer-tickets-103835777606?aff=efbneb

3) Akustische Raumgestaltung (Podcast-Episode des Frequenz Podcasts): Der leidenschaftliche Raum-Akustiker Jesco Lohan und die Schreinerin Katharina Zehe schaffen Lösungen für bessere Raumakustik. In dem Podcast Gespräch unterhalten sie sich mit dem Profi-Podcaster Christian Conradi und damit ergibt sich eine herrliche Zusammenstellung von Perspektiven. Der Raumakustiker stellt mit Worten plastisch dar, worum es bei der Raumakustik eigentlich geht. Sehr lehrreiche Hörempfehlung.

Episoden-Link: https://viertausendhertz.de/frq66/

4) Sendegate Community – darf in keiner Liste von Lernquellen für Podcaster fehlen. Hier bekam ich gerade in den letzten Tagen lebenswichtige Hilfestellungen. Als ich mir nämlich das irrsinnige Ziel in den Kopf setzte innerhalb von einer Woche meine Ultraschall.FM Installation mit meinem ZoomH2n Aufnahmegerät zusammen mit dem Plugin Studiolink und dessen Streaming-Funktion erstmals zum laufen zu kriegen, um mit 3 weiteren Remote-Teilnehmern eine Podcast-Aufnahme Live zu recorden. Ich habe es geschafft – dank Sendegate. Und es ist völlig irrelevant, dass der Stream am Ende still blieb, weil ich bis zum Schluss noch das Preshow-Routing aktiviert hatte – denn die Aufnahme ist im Kasten.

Link zur Community: https://sendegate.de/

5) Ultraschall.FM ist wesentlich mehr als nur eine grandiose Podcasting-Oberfläche für das Schnitt-Programm Reaper. Es ist Quelle von Wissen in vielen guten Tutorials und irgendwie auch Einstieg in eine Podcasting Community, rund um die Software.

Link: www.ultraschall.fm

Soweit für heute.. Vielleicht kommen die nächsten 5 der Top Ten ein anderes mal ;).

Euer Bene


Meine erste Webinar-Moderation – gelernt von Eva Hörtrich

Letzte Woche – pünktlich einen Tag vor dem von mir eingeladenen Webinar “FACTSoverview Refresher and Q&A” habe ich bei Eva Hörtrich (https://lerntrixx.de/) ein Webinar zu Methoden im Online learning mitgemacht. Alles passte perfekt zusammen und ich konnte gleich am nächsten Tag vieles umsetzen – zur Begeisterung der Teilnehmer.

Worum ging es?

Meine Kollegen haben bis vor kurzem lange Präsens-Seminare angeboten, in denen die Grundlagen der FACTS vermittelt werden sollten. FACTS sind Flexible AC Transmission Systems, oder eben einfach gesagt netzstabilisierende Anlagen in der Energieversorgung. Schon vor Corona habe ich angeregt ein digitaleres Format zu gestalten. Corona hat es dann möglich gemacht und letzte Woche fand es erstmals statt – mit immerhin 8 Teilnehmern, eingeladen über unser Siemens Social Network Yammer.

Wozu eigentlich das ganze Webinar?

Ziel des Webinars war nicht primär Wissensvermittlung (dafür gibt es bei uns einige Webbased Trainings usw.), sondern vielmehr die Vernetzung der Lerner und die Gelegenheit mit einem Experten Fragen zu klären. In der Einladung waren die Links zu allen WBTs und PDFs mit hilfreichen Lerninhalten. Bei der Veranstaltung sollte Interaktion der Teilnehmer dann im Mittelpunkt stehen.

Was war meine Rolle?

Als so mittel-erfahrener Kollege in diesem Themenfeld kommen mir selbst häufig Fragen zu unserer Technologie. So richtig finde ich aber keinen richtigen Platz für den Austausch zu diesen Fragen. Die angebotenen Vorträge haben mich nie so richtig gereizt. Daher wollte ich nun ein alternatives Lernformat schaffen, bei dem der Austausch im Mittelpunkt steht. Einen Experten habe ich für dieses Angebot gewinnen können, aber um die Gestaltung der Veranstaltung musste ich mich selbst kümmern – was ich auch gerne getan habe. Also bin ich als Moderator aufgetreten. In dieser Rolle habe ich mich also darum gekümmert, die Teilnehmer in die Interaktion zu holen damit sie ihre Bedürfnisse zu visualisieren und zu verbalisieren. Der Kollege-Experte konnte dann gezielt auf Themen eingehen und alles hervorragend erklären, während ich mit Rückfragen immer wieder die Einbindung der Teilnehmer sicher stellte. Für mich hat sich das als eine sehr nützliche Rolle angefühlt – und ich glaube für die meisten Teilnehmer auch.

Angewendete Methoden

Mit dem bei Siemens verfügbaren Tool Conceptboard (www.conceptboard.de) habe ich einige einfache Seiten gestaltet, auf denen die Teilnehmer mit einfachen Mitteln interaktiv werden konnten. Die wild verteilten Punkte konnten von den Teilnehmern verschoben werden. Mit der Taste “n” öffnet man eine “Sticky-Note” mit der man Beiträge auf der Seite platzieren kann.

Stimmungsbarometer in zweifacher Abwandlung.:Wie von Eva gelernt geht es hier darum, überhaupt erstmal eine Interaktion der Teilnehmer zu motivieren. Gleichzeitig wollte ich erfahren, wie die Motivationslage so ist und welches Vorwissen die Teilnehmer mitbringen. Das sind wertvolle Informationen, die man nutzen kann um im weiteren auf die Teilnehmer einzugehen.

Themen ABC: Mit Frei-Feldern für jeden Buchstaben des Alphabets werden die Teilnehmer eingeladen so viele wie möglich Begriffe zum Themengebiet aufzuschreiben. Hier wird das Gehirn auf Touren gebracht und auf das Themengebiet eingestimmt. Es werden sozusagen die Synapsen des anknüpfbaren Vorwissens auf Empfang geschaltet, damit im weiteren Verlauf des Webinars das Lernen leichter fällt. Insbesondere für diese Methode bin ich Eva sehr dankbar – sie ist so einfach und doch so ertragreich.

Themen Ranking: Zu guter letzt habe ich einfach die Themen des Grundlagen-WBTs aufgeschrieben und die Teilnehmer eingeladen beliebig Punkte auf jene Themen zu setzen, über die sie am liebsten in diesem Webinar sprechen möchten. Dieser Punkt wurde dann souverän von unserem Experten aufgegriffen und die entsprechenden Themen wurden zunächst grob erläutert. Hier kam es dann auch schon zu den ersten Rückfragen, so dass ein reger Austausch ins Rollen kam.

Bereits nächste Woche werde ich das Webinar noch einmal anbieten – diesmal dann auf englisch und mit doppelter Zeit. die 45min von letzter Woche haben sich als sehr knapp erwiesen, so dass wir nächste Woche gleich auf 90min gehen werden. Mal sehen.

Zu guter letzt nochmal herzlichen Dank an Eva Hörtrich für die tollen Impulse zu Methodiken für Webinare.

Ausblick: Beim nächsten mal will ich dann auch noch eine Feedback-Methode vorbereiten. Dazu werde ich evtl. auf den “Erkenntnisbaum” aus Eva’s Methodenkoffer zurückgreifen.

Heute 1.5.2020 14:30 – 15:15 erster podcast Broadcast: Lernbar Berlin

Ich bin heute erstmals live “On Air” mit meinem Faces of Transformation Podcast. Werde live mit drei Initiatoren der Lernbar Berlin über ihre Initiative sprechen. Bis zum Schluss wird die Spannung bleiben, ob auch wirklich alles klappt – vier Personen an verschiedenen Orten streamen in meine Aufnahme-software und ich (Ultraschall.Fm mit Studio-link.de) streame das dann nach draußen. 1430 – 1515 sollte der broadcast laufen:

Broadcast Adresse: https://stream.studio-link.de/fotcast

Seid gespannt und habt eventuell Geduld und Verständnis, falls etwas doch nicht klappen sollte. Im Zweifel kann man natürlich bald nachhören in meinem Podcast hier auf dem Blog :).

Euer Benedikt Pape

Kickbox Innovation at Siemens Energy – Tibha Patel

Benedikt Pape and Tibha Patel

Kickbox is a framework provided by Swisscom to create Intrapreneur Movements within companies. Tibha Patel and a small group of enthusiasts around her are implementing this framework within Siemens Energy, starting from Orlando Office.

By talking to Tibha Patel I learned how Kickbox earned management attention in an early stage and how first innovative socalled “Kickboxers” are supported and coached to make intrapreneurship happen.

Shownotes:

  • Tibha Patel on LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tibhapatel/
  • Siemens Energy Kickbox page: https://siemens-energy.getkickbox.com/
  • General Kickbox Info page by Swisscom: https://home.getkickbox.com/

Podcasting – WOL – Lernreise: Woche 4 – ein Selbst-interview

Doppelbene

In Woche 4 meines WOL Circles möchte ich erstmals Einblicke in meine Lernreise geben. Mein WOL-Goal ist: Mehr Moderationskompetenz entwickeln um empatisch zu reagieren, aber dennoch ausreichend roten Faden zu behalten. Und genau das übe ich in dieser Episode – als Moderator und Gast zugleich :).

Die Fragen an mich selbst habe ich mir vorher ausgedacht – als roten Faden. Die Antworten aber nicht. Heraus kam ein – wie ich finde – interessantes und hoffentlich unterhaltsames Experiment. Viel Freude beim hören.

Übrigens: Seit letzter Woche ist mein Podcast über den RSS-Feed mit jedem Podcast Player abonnierbar! 🙂 -> Gleich abonnieren! (Wie? Teile den Link dieser Seite mit deiner Podcasting App -> auf Abonnieren klicken)

Euer Bene

Erste Podcasting Erfahrungen

Zwei Jahre dauert es etwa, sagt Simon Dückert, bis die Leute nach ersten Absichtserklärungen endlich anfangen Erfahrungen zu sammeln. Na.. Und ich bin da jetzt angekommen. Erste Erfahrungen sind gemacht und diese sind sogar schon für jedermann hörbar

Wie fast zu erwarten war, ist meine wesentliche Erfahrung: Man macht sich viel zu viel Kopf. Fehler macht man ja doch – und erst dann lernt man was. Aber, wie mal ein weiser Mann zu mir sagte: aus Fehlern lernen ist edel, aber am schönsten ist es, aus den Fehlern anderer zu lernen. Und genau dazu lade ich euch jetzt ganz herzlich ein.

Nummer 1: noch genug Platz auf der Speicherkarte? Klar, dachte ich, aber denken ist nicht wissen, und so war die Aufnahme eines Gesprächs mit sechs Leuten nach der halben Zeit zu Ende. Und da ich selbst am Gespräch teilgenommen habe, fiel mir der Fauxpas auch erst viel zu spät auf. Naja.. Zum Glück hat hier jemand anderes parallel eine Filmaufnahme gemacht.. Danach habe ich also erstmal die Speicherkarte geleert und bei der nächsten Gelegenheit gleich noch einen Satz Batterien des Aufnahmegeräts als Vorrat eingepackt (man muss ja nicht alle Fehler selbst ausprobieren). lch merke mir: So eine Stunde Aufnahme im stereo wav Format braucht etwa 300MB, also etwa 5MB/min ;).

Meine Nummer 2: Pegeln bei schwankendem Umgebungsgeräusch. Kein Problem dachte ich, das löse ich einfach indem ich das Mikro entsprechend näher an den Mund halte, wenn es rund herum laut wird… Puh, da lag ich voll daneben. Wir Menschen haben die Angewohnheit unsere Lautstärke beim Sprechen an die Umgebung anzupassen. Wenn es also laut wird, sprechem wir auch lauter. Wer jetzt das mikro näher nimmt ohne nachzupegeln, der wird die Sprache kaum noch vom Rauschen der Umgebung unterscheiden können – so stark übersteuert ist das dann.. Nachbearbeitung ist dann übrigens zwecklos.. Ich jedenfalls habe da keinen nützlichen Filter finden können. (hier zum mp3 der betreffenden Episode zum Siemens development system, SDS – Gespräch im Straßenverkehr mit Roman Busse über Holacracy ab ca. Minute 15) Ich merke mir: wenn es laut wird, Pegel runter, dann Mikro schön nah an den Mund. Oder: Gespräche im Berufsverkehr am besten meiden.

Meine Nummer 3: Zu viel Technik nimmt den Spaß. Ich wollte es gleich richtig machen und habe mir 4 Headsets mit allem drum und dran ausgeliehen.. Dazu gehört dann natürlich ein Haufen Kabel und Adapter, ein Kopfhörer Verstärker mit eigenem Netzteil und 4 Kopfhörer Lautstärke Reglern, ein Aufnahmegerät mit 4 einzelnen Pegel-Reglern und und und..

Das ganze Zeug habe ich am Abend ungenutzt wieder heim geschleppt. Aufgenommen habe ich mit dem kleinen und feinen Zoom H2n – das passt in eine Hand, noch ein Kopfhörer dran (Mini klinke) als live Abhöre und los geht’s. Mehr braucht man (zum Anfang) nicht. Ich merke mir: Weniger ist mehr. Und ich setze noch einen drauf: nicht mal ein Aufnahmegerät braucht man, denn..

Nummer 4: Auch das handelsübliche Smartphone tut den Zweck. Die Samsung Diktiergeräte App würde ich nicht mehr nehmen – das ist dann wirklich zu wenig, aber wer sich eine gute Aufnahme – App holt, wie z. B. Audiorec, der kann hier völlig sorglos top Aufnahmen machen (Achtung nicht jede App läuft auf jedem Handy zuverlässig – die andere mit empfohlene App All That Recorder läuft auf meinem Samsung Note 8 z.B. nicht gut). Ich habe das Smartphone nun zweimal als Backup Aufnahme genutzt. Handy lag auf dem Tisch zwischen uns und hat einfach unbeachtet aufgezeichnet, während ich mit dem Zoom H2n jeweils nah am Mund des jeweiligen Sprechers aufgenommen habe. Und, wer hätte es gedacht: die Handy Aufnahme ist unbearbeitet besser zu gebrauchen als die des H2n. Ihr Vorteil: die App pegelt automatisch und passt somit unterschiedliche Entfernungen und Sprecher-Lautstärken simultan an. Das gelingt mit dem Hand-Aufnahmegerät nicht so leicht. Denn selbst, wenn man die Sprecher-Lautstärke durch entsprechenden Abstand zum Sprecher versucht auszugleichen, wird man erstens bei jedem Sprecher eine verschiedene Ton Qualität haben und zum zweiten ist es sehr schwer, so zu pegeln, dass die Aufnahme wirklich gleich auf dem gewünschten Maximalpegel liegt, ohne dass Peaks übersteuern. In diesem Fall habe ich die H2n Aufnahme manuell nachträglich für jeden Sprecher nochmal hochgezogen.

Wer den Vergleich hören will: Die 15 min Aufzeichnung des Gesprächs über das Geheimnis der Corporate Learning Community habe ich zweifach veröffentlicht:

Bei längeren Aufnahmen lasse ich die wav Datei einfach von www.auphonic.com vollautomatisch Master-pegeln (bis 2h pro Monat kostenfrei). Merke: wer nicht nachbearbeiten will ist mit dem Smartphone und einer guten App (Freeware reicht, z. B. Audiorec) bestens ausgestattet. Ganz zu schweigen von dem Vorteil, direkt vom Handy veröffentlichen zu können. Einfache Schnitt-Operationen, wie Anfang und Ende stutzen, kann audiorec übrigens selbstverständlich auch.

Nummer 5: Podcast live-streaming bringt eine ganz tolle Spannung ins Gespräch. Irgendwie ist es ganz toll, zu wissen, dass einem gerade live auch schon jemand zuhört. Und ganz nebenbei ist dann eines schon ausgeschlossen: nachträglich was rausschneiden ist zwecklos – das spart auch viel Zeit :). Wer es jetzt auch noch schafft, den livestream (Skype, zoom, circuit, webex, …) mitzuschneiden, der hat gleich eine redundante Aufnahme für alle Fälle.

Hörbeispiel – meine erste FacesOfTransformation Podcast Episode – diesmal exklusiv nicht nur bei Siemens, sondern auch auf meinem Blog: Jessica Abbe, Culture Ambassadors

Und zum Schluss noch: Redundant aufnehmen entspannt ungemein und erlaubt durch den Vergleich der Aufnahmen doppelte Lernerfahrungen. Livestreaming hilft da auch, denn die meisten Konferenzsyeteme erlauben eine Aufzeichnung.

Nach all diesen Technik Themen ist meine wesentliche Erfahrung: das wesentliche am Podcasting ist die Gesprächsführung. Wie schaffe ich es, ausreichend roten Faden zu haben, aber doch ein natürliches Gespräch entstehen zu lassen. Daran zu arbeiten, macht mir riesig Spaß. Und ich glaube, genau das ist das Wesentliche, was ich in meinem Podcast herausarbeiten will.

Ach, nochwas: bei dem Sds-Podcast habe ich meinen ersten Jingle auf dem Klavier eingespielt. Für den Faces of transformation Podcast dann den Zweiten – nun sogar mit eingesprochenem Titel. Solche kreativen Herausforderungen sind die wertvollen Abwechslungen im Leben – und die kommen meist, wenn man einfach anfängt zu machen – also in diesem Sinne -> #einfachmachen!

Lead by praise, not criticism – thoughts on this week’s Leadershipchallenge – from a dad’s perspective

Preparing for tomorrow’s LC call of the week (Siemens internal) I will share my thoughts on the weeks challenge – curious to read comments, further views or alternative perspectives from any of you.

Praise to strengthen your team’s strengths. Sounds obvious, but however doesn’t seem to be very popular in my working environment. Leaders I know, typically tend to focus on problems. From my perspective as an employee many leaders seem to find their purpose in taking over control or giving commands, where team members fail. Focus accordingly is on weaknesses, not on strengths. Since no-one likes to be seen primarily from his weak side a natural human reaction is closure – in other words: Intransparency.

Praise is the expression of real interest in a person, while criticism tends to be expression of one’s own interests.

I believe valuable criticism can only occur, when strengths are sufficiently appreciated and mutually known – in other words: when a relationship builds on trust.

Let’s flip it and imagine an environment, where the focus is on strengths – i.e. where leading by praise, not criticism is in place. Being dad of 3 kids (3-8 years of age) I experienced, how criticism can provoke drastic reactions and even leads to abrupt termination of exchange – thus leading is impossible. This taught me, that usually failures are sufficiently realized by my kids themselves and there is little purpose in pointing out failures from my side. I want to guide my kids towards being self confident and self reliant personalities, capable of autonomous interaction with their environment. I made the experience, that for earning their trust, I must have a close look on what my kids are proud of – and let them know I acknowledge and recognize their strengths. Praising strengths accordingly is the entrance to a trusted relationship – only now, a joint learning journey can start.

Maybe paradox at first sight, but inevitable truth according above thoughts: Learning is better accompanied by praise, than by criticism. Let’s go one step farther: Don’t we wish for our kids / team mates / employees to ask for our support, when they fail, rather than us having to force course-correction in case of failures, rather than us having to criticise them? Who do you think, your team will ask for support in case of failure? How do you act to gain trust and earn access to the the learning journey of your team members?

Would love to read your comments here and broaden my horizon.

Frauen nutzen Frauentag für Vernetzung und Lernen. Männer?

Ich hatte die Ehre auf der Frauentagsveranstaltung von Siemens Erlangen dabei sein zu dürfen. Meine Eintrittskarte war das Angebot zweier Sessions zur Einführung von WorkingOutLoud – eine Methode zur Aneignung von Netzwerkkompetenz. Mit den Sessions konnte ich meine WOL-Begeisterung glaube ich sehr gut an die Frau bringen. Der eigentliche Wert dieses Tages lag aber in den persönlichen Gesprächen über Gleichberechtigung und Chancengleichheit in unserer Arbeitswelt.

Meine globale, wenn auch wenig fundierte, Sicht auf die Rolle der Frau ist: Frauen sind auf Erfolgskurs, denn Frauen scheinen mir mit “NewWork” wesentlich leichter anknüpfen zu können als Männer, weil sie sich nie so weit von dieser – eigentlich nur menschlichen – Art der Zusammenarbeit entfernt haben, wie viele Männer. Um das Klischee abzurunden: Ich glaube von Alphatieren wird es im digitalen Zeitalter weniger brauchen.

Braucht es also den Frauentag? Vor kurzem hätte ich noch gesagt: Eigentlich nicht – denn ich sehe inzwischen mehr Nachholbedarf bei Männern, was Kompetenzen des digitalen Zeitalters angeht. Doch kurz vor dem Frauentag brachte ein rennomiertes Immobilien-Unternehmen eine Image Kampagne heraus, in der der rein männlich besetzte Vorstand den Wert der Frau hervorhob. Kommentare auf verschiedenen Netzwerken, wie schließlich auch große Presseartikel zeigten dem Unternehmen auf, dass ihre Wertschätzung eigentlich nur ihr gestriges Rollenbild der Frau entlarvte. Die Herren merkten garnicht, dass ihre Lobeshymnen einzig und allein auf die häuslich familiäre Bedeutung der Frau hinwies. Oder sie merkten garnicht, was daran nicht mehr zeitgemäß ist.

Ich glaube genau diese Erkenntnis-stiftenden Auseinandersetzungen sind es, die den Wert des Frauentages ausmachen. So eines konnte ich an diesem Frauentag auch führen. So sagte mir eine Frau, dass sie sehr stolz sei auf alles, was sie bei Siemens bewegen und lernen konnte. Dennoch könne sie im Rückblick auf ihre lange Karriere mit großer Sicherheit sagen, dass Männer, die ähnliches geleistet haben wie sie heute erheblich mehr verdienen. Dem kann ich nur ehrfurchtsvoll lauschen – und mein Gefühl lässt mich hier auch keine Sekunde daran zweifeln, dass sie Recht hat.

All diese Gespräche bringen mich immer wieder auf die eine Kernerkenntnis: Nur der ständige Austausch mit Menschen verschiedenster Ansichten bringt uns wirklich weiter. Sobald man glaubt zu wissen, wie es um andere Menschen steht, befindet man sich auf Glatteis. Denn Menschen sind komplex – und so sind es auch die über Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsenen Rollenbilder unserer Gesellschaft. Komplexe Zusmamenhänge lassen sich nicht vereinfachen, nicht kategorisieren, nicht pauschalisieren. Koplexe Systeme lassen sich nur gemeinsam mit allen System-beteiligten bewegen, mit ganz viel Kommunikation, Mut und Experimenten.

Um nun zuletzt noch meiner Überschrift gerecht zu werden: Frauen UND Männer dieser Welt, vernetzt euch – mit Frauen und Männern versteht sich! Die Vernetzung von der wir heute sprechen, geht weit über das hinaus, was man früher “Seilschaften” nannte und was vermutlich noch bis heute dem ein oder anderen Alphatier (m/w/divers) die Position beschehrt hat. Vernetzung ist heute die Voraussetzung und wichtiges Mittel zum Lernen. Lernen ist die einzige Sicherheit in Zeiten des Wandels. Ich glaube von Frauen können Männer viel lernen – insbesondere mit Hinblick auf das was die digitale Transformation bereits mit sich gebracht hat und noch bringen wird.