Erste Podcasting Erfahrungen

Zwei Jahre dauert es etwa, sagt Simon Dückert, bis die Leute nach ersten Absichtserklärungen endlich anfangen Erfahrungen zu sammeln. Na.. Und ich bin da jetzt angekommen. Erste Erfahrungen sind gemacht und diese sind sogar schon für jedermann hörbar

Wie fast zu erwarten war, ist meine wesentliche Erfahrung: Man macht sich viel zu viel Kopf. Fehler macht man ja doch – und erst dann lernt man was. Aber, wie mal ein weiser Mann zu mir sagte: aus Fehlern lernen ist edel, aber am schönsten ist es, aus den Fehlern anderer zu lernen. Und genau dazu lade ich euch jetzt ganz herzlich ein.

Nummer 1: noch genug Platz auf der Speicherkarte? Klar, dachte ich, aber denken ist nicht wissen, und so war die Aufnahme eines Gesprächs mit sechs Leuten nach der halben Zeit zu Ende. Und da ich selbst am Gespräch teilgenommen habe, fiel mir der Fauxpas auch erst viel zu spät auf. Naja.. Zum Glück hat hier jemand anderes parallel eine Filmaufnahme gemacht.. Danach habe ich also erstmal die Speicherkarte geleert und bei der nächsten Gelegenheit gleich noch einen Satz Batterien des Aufnahmegeräts als Vorrat eingepackt (man muss ja nicht alle Fehler selbst ausprobieren). lch merke mir: So eine Stunde Aufnahme im stereo wav Format braucht etwa 300MB, also etwa 5MB/min ;).

Meine Nummer 2: Pegeln bei schwankendem Umgebungsgeräusch. Kein Problem dachte ich, das löse ich einfach indem ich das Mikro entsprechend näher an den Mund halte, wenn es rund herum laut wird… Puh, da lag ich voll daneben. Wir Menschen haben die Angewohnheit unsere Lautstärke beim Sprechen an die Umgebung anzupassen. Wenn es also laut wird, sprechem wir auch lauter. Wer jetzt das mikro näher nimmt ohne nachzupegeln, der wird die Sprache kaum noch vom Rauschen der Umgebung unterscheiden können – so stark übersteuert ist das dann.. Nachbearbeitung ist dann übrigens zwecklos.. Ich jedenfalls habe da keinen nützlichen Filter finden können. (hier zum mp3 der betreffenden Episode zum Siemens development system, SDS – Gespräch im Straßenverkehr mit Roman Busse über Holacracy ab ca. Minute 15) Ich merke mir: wenn es laut wird, Pegel runter, dann Mikro schön nah an den Mund. Oder: Gespräche im Berufsverkehr am besten meiden.

Meine Nummer 3: Zu viel Technik nimmt den Spaß. Ich wollte es gleich richtig machen und habe mir 4 Headsets mit allem drum und dran ausgeliehen.. Dazu gehört dann natürlich ein Haufen Kabel und Adapter, ein Kopfhörer Verstärker mit eigenem Netzteil und 4 Kopfhörer Lautstärke Reglern, ein Aufnahmegerät mit 4 einzelnen Pegel-Reglern und und und..

Das ganze Zeug habe ich am Abend ungenutzt wieder heim geschleppt. Aufgenommen habe ich mit dem kleinen und feinen Zoom H2n – das passt in eine Hand, noch ein Kopfhörer dran (Mini klinke) als live Abhöre und los geht’s. Mehr braucht man (zum Anfang) nicht. Ich merke mir: Weniger ist mehr. Und ich setze noch einen drauf: nicht mal ein Aufnahmegerät braucht man, denn..

Nummer 4: Auch das handelsübliche Smartphone tut den Zweck. Die Samsung Diktiergeräte App würde ich nicht mehr nehmen – das ist dann wirklich zu wenig, aber wer sich eine gute Aufnahme – App holt, wie z. B. Audiorec, der kann hier völlig sorglos top Aufnahmen machen (Achtung nicht jede App läuft auf jedem Handy zuverlässig – die andere mit empfohlene App All That Recorder läuft auf meinem Samsung Note 8 z.B. nicht gut). Ich habe das Smartphone nun zweimal als Backup Aufnahme genutzt. Handy lag auf dem Tisch zwischen uns und hat einfach unbeachtet aufgezeichnet, während ich mit dem Zoom H2n jeweils nah am Mund des jeweiligen Sprechers aufgenommen habe. Und, wer hätte es gedacht: die Handy Aufnahme ist unbearbeitet besser zu gebrauchen als die des H2n. Ihr Vorteil: die App pegelt automatisch und passt somit unterschiedliche Entfernungen und Sprecher-Lautstärken simultan an. Das gelingt mit dem Hand-Aufnahmegerät nicht so leicht. Denn selbst, wenn man die Sprecher-Lautstärke durch entsprechenden Abstand zum Sprecher versucht auszugleichen, wird man erstens bei jedem Sprecher eine verschiedene Ton Qualität haben und zum zweiten ist es sehr schwer, so zu pegeln, dass die Aufnahme wirklich gleich auf dem gewünschten Maximalpegel liegt, ohne dass Peaks übersteuern. In diesem Fall habe ich die H2n Aufnahme manuell nachträglich für jeden Sprecher nochmal hochgezogen.

Wer den Vergleich hören will: Die 15 min Aufzeichnung des Gesprächs über das Geheimnis der Corporate Learning Community habe ich zweifach veröffentlicht:

Bei längeren Aufnahmen lasse ich die wav Datei einfach von www.auphonic.com vollautomatisch Master-pegeln (bis 2h pro Monat kostenfrei). Merke: wer nicht nachbearbeiten will ist mit dem Smartphone und einer guten App (Freeware reicht, z. B. Audiorec) bestens ausgestattet. Ganz zu schweigen von dem Vorteil, direkt vom Handy veröffentlichen zu können. Einfache Schnitt-Operationen, wie Anfang und Ende stutzen, kann audiorec übrigens selbstverständlich auch.

Nummer 5: Podcast live-streaming bringt eine ganz tolle Spannung ins Gespräch. Irgendwie ist es ganz toll, zu wissen, dass einem gerade live auch schon jemand zuhört. Und ganz nebenbei ist dann eines schon ausgeschlossen: nachträglich was rausschneiden ist zwecklos – das spart auch viel Zeit :). Wer es jetzt auch noch schafft, den livestream (Skype, zoom, circuit, webex, …) mitzuschneiden, der hat gleich eine redundante Aufnahme für alle Fälle.

Hörbeispiel – meine erste FacesOfTransformation Podcast Episode – diesmal exklusiv nicht nur bei Siemens, sondern auch auf meinem Blog: Jessica Abbe, Culture Ambassadors

Und zum Schluss noch: Redundant aufnehmen entspannt ungemein und erlaubt durch den Vergleich der Aufnahmen doppelte Lernerfahrungen. Livestreaming hilft da auch, denn die meisten Konferenzsyeteme erlauben eine Aufzeichnung.

Nach all diesen Technik Themen ist meine wesentliche Erfahrung: das wesentliche am Podcasting ist die Gesprächsführung. Wie schaffe ich es, ausreichend roten Faden zu haben, aber doch ein natürliches Gespräch entstehen zu lassen. Daran zu arbeiten, macht mir riesig Spaß. Und ich glaube, genau das ist das Wesentliche, was ich in meinem Podcast herausarbeiten will.

Ach, nochwas: bei dem Sds-Podcast habe ich meinen ersten Jingle auf dem Klavier eingespielt. Für den Faces of transformation Podcast dann den Zweiten – nun sogar mit eingesprochenem Titel. Solche kreativen Herausforderungen sind die wertvollen Abwechslungen im Leben – und die kommen meist, wenn man einfach anfängt zu machen – also in diesem Sinne -> #einfachmachen!

Guides Netzwerk aufbauen – das will ich (1/x)

Guides, die eine gemeinsame Vision haben, entwickeln gemeinsam ihre Wirkungseffizienz indem sie sich in einer Community gegenseitig stärken. Das will ich. Die gemeinsame Vision, die mir vorschwebt könnte etwa sein, dass alle Mitarbeiter des eigenen Unternehmens Netzwerke als wertvollen Bestandteil ihrer Arbeit einsetzen und Communities zur kontinuierlichen und gemeinsamen Entwicklung bilden.

Entstehen muss so eine Community meiner Ansicht nach am besten von selbst. Bei Siemens könnte das zum Beispiel gerade die kürzliche gegründete FacesOfTransformation Bewegung sein. Der Charme dieser Bewegung ist, dass sie aus Mitarbeiterinnen heraus entstanden ist, deren Aufgabenbereiche viel mit dem Wandel des Unternehmens zu tun haben. Dennoch ist die Bewegung transparent und offen für alle Mitarbeiter des Unternehmens. Ziel der Bewegung ist, dass sich Menschen austauschen, die bereits an der Transformation des Unternehmens gearbeitet haben – die aber bisher nichts von einander wussten, weil sie z.B. organisatorisch oder global entfernt voneinander sind. Wer weiß, vielleicht wird das “Guides Netzwerk” von siemens einfach “FacesOfTransformation” heißen. 🙂

Ambassadoren-netzwerke und Grassroots-initiativen mit ihren Netzwerken gibt es schon einige – auch bei siemens und seinen verschiedenen Unternehmensteilen. Immer wieder tritt aber folgendes Dilemma ein: Entweder sie haben zu wenig Autorität, weil sie als Grassroots von obrigkeitshörigen Mitarbeitern nicht mal angehört werden, oder sie sind zu nah an “der Macht”, also von hohen Führungspositionen gegründet, dass ihre engagierten Mitglieder durch zu viel Steuerung die Freude am Engagement verlieren. Ein optimum zwischen diesen beiden Polen zu finden, scheint mir eine wesentliche Herausforderung zu sein. Ein Guides Netzwerk muss intrinsisch motiviert handeln, braucht aber starke Unterstützung aus dem Konzern.

Woher kommt meine “plötzliche” Inspiration? Na ganz plötzlich ist sie nicht gekommen, denn ich träume schon etwa seit 2 Jahren von dieser Vision. Aber doch habe ich gestern und heute zwei wesentliche Gepräche geführt. Eines auf dem LernOS Rockstars Camp mit Harald Schirmer und einer Gruppe gleichgesinnter aus verschiedenen Unternehmen. Hier ging es natürlich vor allem um den großen Erfolg des Continental Guides netzwerks, das Harald aufgebaut hat. Das ist auch vor zwei Jahren schon mein initialer Zündfunke gewesen. Ein Kernsatz daraus:

Relevanz in Hierarchie legt die Hierarchie fest, in Netzwerken tut das die Zielgruppe. Bei der Gründung eines Guides netzwerks muss man also viele Ballons loslassen, wenn in der Community keiner darauf anspringt.

Relevanz in Hierarchien legt die Hierarchie fest. In Netzwerken tut dies die Zielgruppe. Beim Aufbau eines #GuidesNetzwerk.s muss ich viele Ballons loslassen, weil einfach keiner resoniert. #LOScamp19
— Benedikt Pape (@BenediktPape) June 25, 2019

Heute habe ich zum ersten mal den kreativen Querdenker Stammtisch von Katharina Ettinger für mich entdeckt. Zum Thema Guidesnetzwerk konnte ich hier sehr wertvolle Gedanken austauschen. Dabei wurde mir klar, dass es eine enorm hohe Bedeutung hat, mit der entstehenden Community eine (oder mehrere) passende Plattform(en) des Austauschs zu finden. Austausch soll transparent, aber dennoch geschützt möglich sein. Entwickelt sich ein solches Netzwerk zu wenig transparent, aber mit Unterstützung des hohen Managements, hat man schnell viele Gegner im mittleren Management, die sich übergangen fühlen. Transparenz kann helfen, allerdings kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu, der meiner Ansicht nach überhaupt der zentralste von allen ist: Wertschätzung muss der höchste Wert eines Guides Netzwerks sein, damit Vertreter des Status quo sich eventuellen Entwicklungen öffnen können.

Ich bin voller Energie mit diesen neuen Kontakten und Ansätzen wieder ein Stückchen mehr beizutragen zur Vernetzung der Vernetzer bei Siemens. Und freue mich dabei das spannendste aller Themengebiete, nämlich das Community Management weiter für mich zu erschließen.

Über alle Anmerkungen und Kommentare freue ich mich sehr!

Euer Benedikt

Frauen nutzen Frauentag für Vernetzung und Lernen. Männer?

Ich hatte die Ehre auf der Frauentagsveranstaltung von Siemens Erlangen dabei sein zu dürfen. Meine Eintrittskarte war das Angebot zweier Sessions zur Einführung von WorkingOutLoud – eine Methode zur Aneignung von Netzwerkkompetenz. Mit den Sessions konnte ich meine WOL-Begeisterung glaube ich sehr gut an die Frau bringen. Der eigentliche Wert dieses Tages lag aber in den persönlichen Gesprächen über Gleichberechtigung und Chancengleichheit in unserer Arbeitswelt.

Meine globale, wenn auch wenig fundierte, Sicht auf die Rolle der Frau ist: Frauen sind auf Erfolgskurs, denn Frauen scheinen mir mit “NewWork” wesentlich leichter anknüpfen zu können als Männer, weil sie sich nie so weit von dieser – eigentlich nur menschlichen – Art der Zusammenarbeit entfernt haben, wie viele Männer. Um das Klischee abzurunden: Ich glaube von Alphatieren wird es im digitalen Zeitalter weniger brauchen.

Braucht es also den Frauentag? Vor kurzem hätte ich noch gesagt: Eigentlich nicht – denn ich sehe inzwischen mehr Nachholbedarf bei Männern, was Kompetenzen des digitalen Zeitalters angeht. Doch kurz vor dem Frauentag brachte ein rennomiertes Immobilien-Unternehmen eine Image Kampagne heraus, in der der rein männlich besetzte Vorstand den Wert der Frau hervorhob. Kommentare auf verschiedenen Netzwerken, wie schließlich auch große Presseartikel zeigten dem Unternehmen auf, dass ihre Wertschätzung eigentlich nur ihr gestriges Rollenbild der Frau entlarvte. Die Herren merkten garnicht, dass ihre Lobeshymnen einzig und allein auf die häuslich familiäre Bedeutung der Frau hinwies. Oder sie merkten garnicht, was daran nicht mehr zeitgemäß ist.

Ich glaube genau diese Erkenntnis-stiftenden Auseinandersetzungen sind es, die den Wert des Frauentages ausmachen. So eines konnte ich an diesem Frauentag auch führen. So sagte mir eine Frau, dass sie sehr stolz sei auf alles, was sie bei Siemens bewegen und lernen konnte. Dennoch könne sie im Rückblick auf ihre lange Karriere mit großer Sicherheit sagen, dass Männer, die ähnliches geleistet haben wie sie heute erheblich mehr verdienen. Dem kann ich nur ehrfurchtsvoll lauschen – und mein Gefühl lässt mich hier auch keine Sekunde daran zweifeln, dass sie Recht hat.

All diese Gespräche bringen mich immer wieder auf die eine Kernerkenntnis: Nur der ständige Austausch mit Menschen verschiedenster Ansichten bringt uns wirklich weiter. Sobald man glaubt zu wissen, wie es um andere Menschen steht, befindet man sich auf Glatteis. Denn Menschen sind komplex – und so sind es auch die über Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsenen Rollenbilder unserer Gesellschaft. Komplexe Zusmamenhänge lassen sich nicht vereinfachen, nicht kategorisieren, nicht pauschalisieren. Koplexe Systeme lassen sich nur gemeinsam mit allen System-beteiligten bewegen, mit ganz viel Kommunikation, Mut und Experimenten.

Um nun zuletzt noch meiner Überschrift gerecht zu werden: Frauen UND Männer dieser Welt, vernetzt euch – mit Frauen und Männern versteht sich! Die Vernetzung von der wir heute sprechen, geht weit über das hinaus, was man früher “Seilschaften” nannte und was vermutlich noch bis heute dem ein oder anderen Alphatier (m/w/divers) die Position beschehrt hat. Vernetzung ist heute die Voraussetzung und wichtiges Mittel zum Lernen. Lernen ist die einzige Sicherheit in Zeiten des Wandels. Ich glaube von Frauen können Männer viel lernen – insbesondere mit Hinblick auf das was die digitale Transformation bereits mit sich gebracht hat und noch bringen wird.

Lernnetzwerke #ESN, Twitter & Co – oder: Warum ich für mein lebenslanges Lernen keine Trainings mehr brauche

Für meine lieben Kollegen bei Siemens werde ich heute den Auftakt für eine neue Art der Vernetzung geben. Zum obigen Thema werde ich eine 10-15min Rede in der neu eingerichteten “SpeakersCorner” halten. Danach darf rege diskutiert werden – denn darum geht es eigentlich: Mehr miteinander Reden. Warum? Jetzt sind wir beim Thema!

2016 begann ich zu “Netzwerken” – auf einem Barcamp für Projektleiter (mehr zum Barcamp gerne ein anderes mal, oder unter diesem Blog). Seither entwickle ich persönliche Kompetenzen und Potentiale, die ich vorher nur geahnt habe.

Warum sehe ich soziale Netzwerke als Lernformat? Meine Antwort ist ziemlich einfach: Soziale Medien sind grandiose Lernplattformen, weil sie den Aufbau persönlicher Netzwerke ohne Grenzen ermöglichen. Jeder kennt den Spruch “Am meisten habe ich gelernt, als ich es einem anderen erklärt habe”, aber wann hört einem schon einer zu? Im Sozialen Netz findet sich immer einer der “zuhört”. Im sozialen Netzwerk findet sich immer einer, der genau das gerade hören oder lesen will, was Du gerade erklären willst. Im sozialen Netz findet sich immer einer, der auch gerade dabei ist etwas zu erkennen, was Du gerade verstanden hast. So entstehen Lernnetzwerke.

Nur, wie finden Dich diese Menschen, die sich für Deine Gedanken interessieren?

Ein paar wesentliche Punkte zum Aufbau persönlicher Lernnetzwerke:

  1. In sozialen Medien lesen nicht X Mrd. Menschen auf der Welt alle Posts, die gearde von irgendjemandem geschrieben werden. Nein: Wenn Du beginnst, ein Netzwerk aufzubauen, liest erstmal NIEMAND, was Du schreibst. Du kannst also ohne Hemmungen alles schreiben, woran Du die Welt teilhaben lassen willst.
  2. Wer Deine Tweets liest, das entscheiden deine Leser selbst – gemeinsam mit ihren Netzwerken. (?! -> siehe 3. & 4.)
  3. Hashtags können der Zugang zu Netzwerken sein (als Einstieg eignet sich z.B. der Hashtag einer besuchten Veranstaltung)
  4. Im Retweet steckt die Kraft der “viralen Verbreitung”. Hier werden Deine Inhalte in persönliche Netzwerke anderer getragen und gleichzeitig mit einer persönlichen Empfehlung versehen.

Und wie finden die mich nun? Meine Antwort ist: Fang einfach mal an zu schreiben, dann wirst Du erleben, wie Du gefunden wirst. Eines ist klar: nur wer schreibt, worum es ihm geht, der wird auch von denen gefunden, denen es um das gleiche geht. Wer Dich so gefunden hat, der wird Dir vielleicht folgen, Deine Tweets liken, kommentieren, oder sogar retweeten.

Gefunden werden durch Schreiben, statt Finden durch Suchen!

Ich ermutige gerne einfach drauf los zu schreiben und dabei durchaus auch Persönlichkeit sichtbar zu machen – dazu gehört zum Beispiel auch von einer eigenen Erkenntnis zu schreiben, ohne dabei einen großen Autor dieser Zeit zu zitieren. Dazu gehört auch, von einem Erlebnis zu schreiben, dass Dich bewegt hat. Persönlichkeit ist der Schlüssel zur Bewertung von Aussagen. Über Persönlichkeit bewerten wir nicht nur den Wahrheitsgehalt von Aussagen. Persönlichkeit gibt uns Hintergründe, die zur Aussage geführt haben. Die Persönlichkeit des Senders einer Information stellt uns also ein vielfaches von Anknüpfungspunkten zu Verfügung, mit der wir die Information einordnen können.

Und das ist Lernen: Verknüpfen von Inhalten mit Erfahrungen.

Informationen in unserem Gehirn verankern – durch vielfache Anknüpfungpunkte. Je mehr Anknüpfungspunkte wir mit einer Information verbinden können, desto besser können wir die Information im Handeln wieder abrufen und nutzen.

Das Teilen eigener Erkenntnisse und Erlebnisse führt also zum Aufbau individueller Lernnetzwerke – wenn nur eine kritische Masse von potentiellen Zuhörern verfügbar ist. Und genau das bieten Plattformen, wie Twitter, LinkedIn, oder das firmeninterne Soziale Netzwerk.

Soweit nun erstmal zu meiner Vorbereitung für meine Rede.. Ein paar Beispiele wären noch gut. Naja, vielleicht fallen Euch ja welche ein? Gerne als Kommentar! Vielleicht binde ich diese dann auch nachträglich noch in diesen Blog ein.

Vernetzte Grüße, Euer Benedikt Pape

… mehr zum Barcamp als Lernformat:

Wenn es mir doch um soziale Netzwerke geht, warum habe ich dann diesen Blog mit dem Barcamp begonnen? Das Barcamp ist meiner Ansicht nach die Offline-Variante sozialer Netzwerke, denn es stellt den Austausch zwischen Menschen (der auf klassischen Konferenzen nur auf die Pausen beschränkt ist) in den Vordergrund. Im Barcamp belegen die Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung einen leeren Sessionplan mit ihren eigenen Themen. Teilnehmer werden zu TeilGebern und kommen so sehr viel häufiger in die lernfördernde Situation des “Erklärenden”, als das in allen anderen Veranstaltungsformaten der Fall ist. Barcamps überlassen es den Teilgebern, über welche Inhalte sie sich austauschen wollen. Im Barcamp entscheiden die Teilgeber, mit wem sie sich austauschen. Die Teilgeber entscheiden, ob sie einem Redner zuhören wollen, oder ob sie selbst zum Thema beitragen wollen. All diese Freiheiten sind es, die der individualität des Lernens Rechnung tragen und das Format Barcamp zu einem wertvollen Lernformat machen, ganz ähnlich, wie soziale Netzwerke.

Weblinks:

Manager requests connected collaboration – how do Vucarockers support, using ESN?

I am asked to help fostering more collaboration in my business environment, and I am trying to establish a social media-worthy approach.

The first idea of everyone seems to be the founding of a Group in the Enterprise Social Network (ESN). All employees of an organisational unit shall be invited as members. This invitation is mostly implemented without opt-in for the employee, but mandatory. What is more, in order to – supposedly – onboard unexperienced social media users the default is set to send email notifications on each new post. I am not happy with this.

From my point of view this approach is contrary to the idea of social media, where users pull contest according individual chice of relevance by following people, hashtags or groups of their interest. Forcing people into groups is a repetition of hierarchical communication and may reduce the group to be a top down distribution list rather than a community. Employees having the courage to post may even drive colleagues upset, who find themselves overwhelmed by a multitude of information, with little relevance for the individual – not to speak of the amount of subsequent notification mails, spamming hundreds and even thousands of Inboxes.

However I would like to pick up the momentum, when business heads wish to create social networking. Do you have experience in this situation? Please share it with me – I will highly appreciate.

Here is the approach I am currently following to support leaders in fostering connected collaboration by means of ESN:

  • clarify the real intent behind the original request with the respective leader
  • support the respective leaders in posting on ESN on their intent to have more connected collaboration within the business. (and thus start a new way of communication themselves)
  • Support in choosing or creation of a Hashtag for exchange on whatever the leader wishes for his business.
  • Possibly invite employees to found hashtags starting with the department abbreviation, followed by underscore-topic (example: “#departmentname_topic”)
  • Emphasizing, that connected collaboration needs nothing more than encouragement, confirmation and role models.
  • Creating trust in leaving community founding to the employees, rather than founding them top down.

Looking forward to feedback and your experience on the topic. Be assured, I am still a beginner in this field trying hard to help my company rock VUCA ;). Any response highly appreciated.

Connective greetings, Benedikt Pape

Siemens Development System – mein Einblick ins Quartalsmeeting

Am 24. Januar 2018 hatte ich Gelegenheit in die Welt des Siemens Development Systems (SDS) reinzuschnuppern. Ich war zum SDS Quartalsmeeting eingeladen, wo sich die kleine Community inzwischen zum elften Mal für einen ganzen Tag versammelt hat. Meine Rolle war eine sehr kleine, denn ich sollte eine Session zum Thema Networking anbieten. Die Gelegenheit am Schopfe gefasst – habe ich mir zum Ziel gesetzt nicht nur einen Blog, sondern auch einen Podcast über meine Eindrücke zu erstellen. Für mehr Aufmerksamkeit für die großartige SDS community, aber auch – wie immer – als Lernfeld für mich selbst :). Im Einklang mit den Lean-Methoden biete ich hier nun aber erstmal einen Blog – sozusagen als “minimum viable product” ;).

Vorab ein paar Hintergrundinformationen, wie ich zur SDS gekommen bin. Da ist zuerst mein vertrauter Kollege Englbert Westermeier zu nennen, dessen Zusammenarbeit ich in Sachen Leadership Development (er hat die Initiative zum @LDSC19 Leadership Challenge Kalender gestartet) und kontinuierlicher Verbesserungsprozess bei Siemens EMTS sehr zu schätzen weiß. Schön ist ja immer, wenn in so einer Zusammenarbeit beidseitige Wertschätzung vorhanden ist – und so ist das hier auch. Ich glaube Englbert’s Twitter Account ist ein Produkt aus unserer Bekanntschaft. Und so ist es auch mit meiner Teilnahme an diesem SDS Quartalsmeeting. Anders gesagt: Vernetzung öffnet vielfältige Einblicke.

Meine Session zum Netzwerken sollte am Nachmittag stattfinden – und pünktlich dafür kam ich auch erst zur Veranstaltung, die schon seit dem Morgen im Gange war. Neben Netzwerken standen zentrale Themen der SDS community auf dem Programm, nämlich unter anderem

Zu jedem dieser Themen, konnte ich im Laufe des Nachmittags ein paar kleine Interviews machen, die mir etwas mehr Verständnis für die jeweiligen Themen, aber auch Einblick in den Wert der SDS Community gegeben haben.

SDS im Konzern – Wie die Community den Konzern entwickeln will

Das spannende dieser Community sehe ich darin, dass sie eine klare Legitimation aus dem höchsten Management, nämlich von Roland Busch hat. Dennoch ist die Community vollständig selbstorganisiert und selbstgesteuert. Diese Kombination ist es, was sie von allen anderen mir bekannten Initiativen im Konzern unterscheidet. Wie mir Karl-Heinz verrät gibt es zwar einen “Sponsor” (Alfred Hauenstein), der die Community mit dem Management verbindet – dennoch bestimmt die Community selbst, woran sie arbeitet. Überzeugend ist das deswegen, weil erklärten Ziele der Community klar auf Agilität und Lean-Development ausgerichtet sind, beides Ansätze, die auf mehr Selbstverantwortung hinarbeiten. So begeistern Initiativen am meisten – indem sie an ihrem eigenen Beispiel vormachen, wie ihre Ideen zum Erfolg führen. (Pssst: Dieser Blog wird übrigens präsentiert von Benedikt Pape – einer der sich u.a. in der WorkingOutLoud Initiative bei Siemens engagiert – eine Methode zur Entwicklung von Netzwerkkompetenz ;))

SDS Community bei Taskplanung am Kanban Board

Im Gespräch mit Annemarie Kreyenberg wurde für mich besonders deutlich, dass wir es bei der SDS Community mit Überzeugungstätern zu tun haben. Sie sind im Alltag Botschafter der SDS Prinzipien. Annie setzt agile Ansätze schon lange in ihrem eigenen Umfeld ein. Was sie treibt, weiter zu machen ist die Freude an der Arbeit, die sie immer wieder durch diese Veränderungen entstehen sieht. Sie besonders stolz darauf, ganz aktuell mit einer Arbeitsgruppe auch eine innovatives Konzept zur Anwendung agiler Arbeitsweisen in der Welt der Kaufleute zusammengestellt zu haben. Obwohl sie selbst stolze Vollblut-Ingenieurin ist, setzt sie sich in unserem Konzern intensiv dafür ein Agilität auch für Kaufleute nutzbar zu machen – denn nur wenn Techniker und Kaufleute an einem Strang ziehen, kann sich die volle Wirkung entfalten. Dafür ist sie sogar Teil einer konzernübergreifenden Community of Practice, deren Thema eben gerade Agilität für Kaufleute ist.

Annemarie Kreyenberg im Interview mit Benedikt Pape

Englbert Westermeier erinnert sich noch an den Tag an dem Professor Siegfried Russwurm das Siemens Development System ins Leben gerufen hat. Seine Überzeugung von Lean und Agilität sei schon im Jahr 2015 so groß gewesen, dass es ihm nicht mehr um das “ob” ging, sondern ausschließlich darum, “wie” Agilität und Lean Methoden am besten zur Entwicklung des Konzerns beitragen können. Jede Business Unit sollte einen SDS Manager nominieren, woraus dann die heutige Community entstanden ist. Über die SDS Manager hinaus gibt ist ein starkes Netzwerk im Mittleren Management entstanden, dass sich für die Umsetzung der von SDS entwickelten Ansätze einsetzt. Für die Multiplikation der agilen und lean development Ansätze wurden seither über 1000 Lean Development Engineers (LDE) von der SDS zertifiziert.

Im Unterschied zu früher ist Englbert besonders stolz darauf, dass die SDS Community heute aus Freiwilligen besteht und dennoch konzernweite und global verteilte Mitglieder hat. Das Interessante daran:

Der Umstieg der SDS-Community auf Freiwilligkeit ist eine Konsequenz aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Während der Konzern sich stetig und vielfältig umstrukturiert, wollte die Community sicher stellen, dass sie unabhängig agieren kann.

Als Zusammenschluss von Freiwilligen, geeint durch gemeinsam festgeschriebene Prinzipien, wollen die SDS-Manager ihr Wirken im Konzern langfristig sichern. Interessant, nicht wahr? Kennen wir doch als Graswurzel-Aktivisten gerade zu oft die umgekehrte Perspektive. Ich teile allerdings die Sicht von Englbert, denn intrinsisch motiviertes Engagement ist das höchste Gut jeder Organisation – und gepaart mit Selbstorganisation zudem noch hoch resistent, gegen strukturelle Veränderungen.

Holacracy – von Roman Busse (Unternehmensentwickler bei Siemens) empfohlen

Auch er war zum ersten Mal beim SDS Quartalsmeeting, wie ich. Extra angereist aus der Konzernzentrale aus München, gab er eine Session zum Thema Holacracy. Roman Busse ist seit 1 1/2 Jahren bei Siemens und genau genommen nicht nur Organisationsentwickler, sondern -innovator, laut Job Titel. Eine echte Innovation in Sachen Organisation ist Holacracy – und nach seinen Worten ist es einer der besten Einstiege in die Selbstorganisation.

Der Sinn von Holacracy hatte sich für mich vor diesem Gespräch nie so richtig erschlossen. Ich verband damit ein sehr starres Regelsystem für die selbstorganisierte Zusammenarbeit. Wenn man doch aber selbstorganisiert sein will, warum sollte man sich starre Regeln auferlegen? Aber genau darin sieht Roman den Wert.

Viele Menschen tun sich viel leichter von einer hirarchischen Struktur loszulassen, wenn sie für die Alternative “Selbstorganisation” auf eine klare Struktur zurückgreifen können. Holacracy – sozusagen also als Wegbereiter zu mehr Selbstorganisation.

Wenn ein Team dann mal mit der Selbstorganisation und Holacracy angefangen hat, dann ist die größte Hürde schon mal genommen. Dann beginnt natürlich die Entwicklung eines individuell angepassten Systems für die Zusammenarbeit speziell in diesem Team. Da steckt dann der eigentliche Schatz drin, den Roman sich für die Entwicklung unserer Unternehmens-Organisation wünscht. Allein für diese Erkenntnis hat sich das ganze Gespräch gelohnt, auch wenn ich Roman dafür bei Eiseskälte und im Berufsverkehr zum Bahnhof begleiten musste – gerne jederzeit wieder.

Hoshin Kanri – gemeinsame Ausrichtung des Unternehmens an einem Nordstern

Mit Hoshin Kanri binden unsere Healthineers bereits seit drei Jahren mit großer Begeisterung Mitarbeiter aus vielen Ebenen ein, um sich auf zukünftige Marktanforderungen auszurichten. Wie ich von Silke erfahre, hat man dort schon in der Größenordnung von 100 Hoshin Kanri Workshops in verschiedenen Bereichen abgehalten. Höchste Zeit also, dass das Ziel der SDS Community wahr wird: Im gesamten Siemens Konzern soll die erfolgreiche Methode mehr Aufmerksamkeit und Anwendung finden.

Im groben handelt es sich hier wieder um eine Strukturvorgabe für Zusammenarbeit. Hoshin Kanri gibt eine Workshop-Struktur vor, die verspricht zu einem kontinuierlichen Prozess der Unternehmens-Ausrichtung zu führen. Dabei ist wesentlich, dass eben nicht allein das Management die Ausrichtung vorgibt, sondern Vertreter aus dem gesamten Unternehmen gemeinsam. Für mich klingt das nach einer großen Chance, das omnipräsente Dilemma der verschiedensten Perspektiven im Unternehmen tatsächlich mal als Vorteil zu nutzen. Eine gemeinsame und optimale Ausrichtung wird immer ein Kompromiss sein, aber es scheint mir großer Wert darin zu stecken, im gemeinsamen Workshop die Entscheidungen transparent zu treffen. Worauf es ankommt, ist aber wie immer, es einfach mal zu machen – dann können wir sehen, welchen Wert es für uns hat. Die Healthineers sind jedenfalls schonmal begeistert, wie mir scheint.

Den Dampfer flexibler machen

Was sie alle eint ist das Ziel – wie Karl-Heinz Busch so schön sagte – den Siemens-Dampfer anpassungsfähiger zu machen für immer schneller sich wandelnde Marktanforderungen. Mit diesem Ziel ist die Community stark unterwegs und wie ich meine noch lange nicht bekannt genug. Ihr Handeln überzeugt. Ich jedenfalls, werde die Ohren etwas weiter aufsperren, wenn ich zukünftig von Aktivitäten der SDS höre.

Viele Grüße, Euer Benedikt Pape

Meine Perspektive auf Führung

Gerade entwickeln sich parallel viele Neuerungen in der Arbeitswelt, die jeweils kleine Beiträge zur Optimierung menschlicher Arbeit und zur erfolgreicheren Zusammenarbeit liefern. Das ist höchste Zeit, da ich überzeugt bin, dass die vor Jahrzehnten entstandenen Unternehmensmodelle nicht mehr auf heutige Gegebenheiten passen. Starke Hierarchien sind meiner Ansicht nach aus der Notwendigkeit der Koordination vieler Menschen entstanden, von denen nur wenige Gelegenheit zur Kommunikation und zum Blick über den Tellerrand hinaus hatten. Wenige hatten ein Netzwerk über Unternehmens-grenzen hinweg, das ihnen die Einschätzung von Markt-Bedürfnissen ermöglicht hat. Wenige hatten die Möglichkeit auf breiten Medien (Unternehmens-Webseite / öffentliche Medien) zu kommunizieren und somit den Markt zu steuern. All das brachte steuernde und kontrollierende Hierarchien hervor deren Erfolg den Unternehmen bestätigte, dass diese Konzepte zu damaligen Gegebenheiten die richtigen waren.

Heute sind die Gegebenheiten anders. Soziale Medien haben für den Wandel dabei meiner Ansicht nach den größten Anstoß gegeben. Soziale Medien geben breiten Massen von Mitarbeitern und Kunden Gelegenheit in beliebig großen Netzwerken intern wie extern zu kommunizieren. Die Reichweite ihrer Kommunikation wird durch das Netzwerk selbst und ihre Bewertung des Inhalts und des Autors bestimmt – also nicht mehr durch ihre Position.

Dadurch können breite Massen nun wertvolle Netzwerke aufbauen, die ihrem jeweiligen Fach- und Interessensgebiet entsprechen. Für die Einschätzung des Marktes und aktueller Entwicklungen stehen nun nicht mehr nur wenige Führungskräfte zu Verfügung. Vielmehr bietet sich den Unternehmen nun eine viel breitere Basis von wohl-informierten und gut vernetzten Fachleuten, die gemeinsam sehr agil und situationsbezogen sinnvolle Entscheidungen für das Unternehmen fällen können. Und genau das ist es – gibt man den meisten Unternehmenslenkern recht – was der immer komplexere und schnelllebigere Markt bereits längst von uns fordert.

Nun spielt meiner Ansicht nach Führung für Menschen weiterhin eine wichtige Rolle! Nur denke ich, dass Mitarbeiter aus der neuen Situation heraus andere Bedürfnisse an Führung stellen. An die Stelle von Control und Command könnte konstruktive Lern-Begleitung und visionäre Inspiration treten. Die Lern-Begleitung im Sinne von individuellem Coaching sehe ich ohnehin als wichtigen Aspekt zur Vorbereitung auf die bereits lang anhaltende digitale Transformation, welche lebenslanges Lernen schon zur selbstverständlichen Voraussetzung gemacht hat. Vision und dadurch entstehende Inspiration bei den Mitarbeitern könnte meiner Ansicht nach die wichtigste Aufgabe von Führung sein. Mit starker Vision im Zusammenhang mit gemeinsamen Werten könnten Unternehmen sich einzigartig machen  – sowohl beim Buhlen um Arbeitskräfte als auch bei Kauf- und Investitionsentscheidungen unserer Kunden.

Welche Rolle unsere Führung nun am besten in Zukunft einnimmt, bleibt die Herausforderung jedes Unternehmens für sich zu entscheiden. Mit Sicherheit wird es hier verschiedene Antworten für verschiedene Märkte und Branchen geben. Denn letztlich werden die Kunden auf Basis ihrer eigenen Kultur und Bedürfnisse entscheiden, welcher Unternehmensform und welcher Unternehmenskultur sie ihr Vertrauen schenken.

Kommentare freuen mich natürlich immer. (Hinweis: dieser Artikel ist auch auf LinkedIn veröffentlicht)

I like the Like-Button – like it too!

Dear readers,

I am very proud of what we have achieved at Siemens with our SiemensSocialNetwork / SSN, where I experience amazing reach of relevant audiences throughout the company.

However, comparing my networking experience on Twitter or LinkedIn I am missing interaction within our SSN.

This is why today I share my recommendation for the way underestimated, but highly valuable

–> LIKE BUTTON <–

What’s the value of klicking it?

1) show your appreciation

2) commit yourself to your interests and support opinions you share, while

3) shaping your profile

4) become visible, while

5) giving others a chance to know about your interests and

6) open the door for others to add you to their networks (i.e. by following)

7) unleash the power of networks to rate relevance of content.

Certainly there is many more aspects, such as the simple increase of fun for all envolved parties.

Like some more theory on Liking?

I am not a scientist, but for me, Liking is what brings Social Networks to life. Think of the real life alternative: In our every day face to face conversations with our colleagues and friends, we constantly give feedback – be it verbally, just by means of a confirming glance or phrases like “Hmm”/”Right”/”ok” or whatever. Silence in contrast is a very unusual and even awkward form of response. So why should we stay silent and invisible after reading a post on social networks? We shouldn’t.

Liking makes the human value of social media.

Try liking now. You’ll like it, too ;).

Yours Ben

Note: I have also posted this article on Siemens Social Network.

Das erste themen-offene Barcamp bei Siemens – #SieBar – eine Mitarbeiter-Initiative

Am 23. Februar 2018 kamen 100 engagierte Mitarbeiter bei Siemens in Erlangen zusammen um das erste themen-offene Siemens Barcamp zu erleben. Organisation, Einladung, Moderation bis hin zur Suche eines Sponsors – die gesamte Vorbereitung wurde von Mitarbeitern in einer selbst-organisierten Initiative auf die Beine gestellt, der ich mich zugehörig zählen durfte. Im Sommer 2017 hatte der Initiator der Idee einen Post ins Siemens-eigene Social Network SSN gesetzt:

“Wer hätte eigentlich mal Lust auf ein Siemens-#Barcamp? Wer jetzt an “Barkeeper” denkt, liegt allerdings falsch.” (1.8.2017)

Viele willige Mitgestalter hatten sich schnell gefunden und die Organisation nahm langsam aber sicher Fahrt auf. Ein Trello Board hat sich bald als Zentrale allerAktivitäten und Ergebnisse etabliert; ein virtueller Meeting-room (Circuit) für regelmäßige kurze Standup Meetings und eine geschlossene SSN Gruppe für schnelle Gruppen-Kommunikation wurde eingerichtet.

Sponsorensuche für Netzwerker

Im Dezember definierten wir dann den 23.12. als Deadline, zu der die notwendige Sponsoring-Summe von ca. 2500 Eur gesichert sein müsse als Voraussetzung für weitere Verfolgung des Projektes. Vielfältige Nachfragen an verschiedensten stellen im Konzern hatten bis dato keine finanzielle Unterstützung gebracht, und die Initiative war bereit, den ganzen Plan auf unbestimmte Zeit ruhen zu lassen, wenn nun innerhalb von 14 Tagen kein Sponsor im Konzern zu finden wäre. Doch aus der Not entstehen ja bekanntlich oft die besten Ideen.

Zwei Ansätze haben sich für mich einmal mehr als wertvolle Wege zur Erreichung eigener Ziele erwiesen.

1) Sprechen mit Menschen, die helfen können.

2) Teilen von Erfahrungen in sozialen Netzwerken.

Mit ersterem kam ich innerhalb weniger Tage in Kontakt mit einem potentiellen Sponsor bei Siemens, der sich wegen der Begeisterung an der Idee spontan als Rückfall-Ebene angeboten hat. Weiterhin kam ich ins Gespräch mit Mitwirkenden anderer unternehmens-interner Barcamps bei Audi (u.a. “Zusammenarbeit 2.0” barcamp) und Telekom (#Tbar).

Durch das Teilen der Erfahrung mit diesen Gesprächen auf Twitter, passierte dann das unglaubliche: innerhalb weniger Stunden meldete sich der letztendliche Sponsor des ersten themen-offenen Barcamps bei Siemens.

Selbstorganisierte Initiativen wecken Potentiale

Mit der Euphorie dieses Meilenstein-Erfolgs entfalteten sich im Team nun alle verfügbaren Kompetenzen und sogar neue Mitglieder konnten gewonnen werden. Die gesamte Vorbereitung hat mir vor allem eines gezeigt: Selbst-organisierte Initiativen bieten Raum zur Entfaltung ungeahnter Kompetenzen. Wenn man nur offen lässt, wer welche Arbeit wie macht, dann werden Potenziale geweckt. Flyer- und Webdesign, Programmierung einer Anmelde-Seite, Erstellung von Sketchnote-Plakaten, Catering-Organisation, internes und externes Marketing, Moderation, Veranstaltungstechnik und vieles mehr – wer hätte gedacht, das all diese Themen von sogenannten “Laien” gestemmt werden können? Kurzum, das Barcamp war schon bald fertig vorbereitet.

Virales Marketing in Social Media

Eingeladen wurde über das SSN (Siemens Social Network), Twitter und LinkedIn. Erfolgreich – denn das eigens in Sharepoint programmierte Anmeldesystem zeigte uns schon nach wenigen Wochen eine volle Teilnehmer Liste mit 100 bunt gemischten Mitarbeitern aus dem Großraum Erlangen, Nürnberg, Fürth an. Zum Zeitpunkt als Flyer und Standup Panels gedruckt waren für Kantinenwerbung in den drei großen Kantinen Erlangens, da waren es schon ca. 90 Anmeldungen. Dennoch, die Kantinenwerbung war eine großartige Chance, SieBar in aller Munde zu bringen. SirBar sollte schließlich nicht nur für die 100 Teilnehmer ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Barcamps bei Siemens sein, sondern je mehr davon redeten, desto besser.

Hier kam er nun also, der Tag, an dem sich zeigen würde, ob unser Konzept eines offenen Siemens-Barcamps für Mitarbeiter, ohne weitere Themenvorgabe aufgehen würde. Die erste Beruhigung war uns gegönnt – fast alle kamen. Ein voller Saal begrüßte die beiden professionell vorbereiteten Moderatoren aus dem Orga Team. Und das Konzept, mit #SieBar das Barcamp Format bei Siemens vorzustellen ging auch auf, denn auf die Frage, wer schon Mal auf einem Barcamp war, meldete sich nur eine deutliche Minderheit – jetzt würde sich also zeigen, ob SieBar bei Siemens den #barcamp Spirit vermitteln kann, oder eben nicht.

Der spannendste Moment eines jeden barcamps kam auch hier nach dem Aufruf zur Vorstellung von Session Ideen. Würden sich wohl genug Teilgeber trauen, ihre Ideen vor dem Plenum vorzustellen? Würden die Themen wohl das Interesse der übrigen Teilgeber treffen? Sind genug Räume und Sessions in der Planung vorgesehen, oder vielleicht doch eher viel zu viele?

Die Magie des barcamps kam voll zum Tragen. Beinahe alle vorgesehenen Felder auf dem Session Plan wurden mit einem breiten Spektrum von Sessions gefüllt. Von Tool Exchange über Workingoutloud, über Field Service Vernetzung und Social Media als Lerntool, über Mediation und Meditation, über Zusammenarbeit ohne Abteilungsgrenzen, Strategiearbeit der Zukunft, bis hin zur Podcast Session, deren Aufzeichnung übrigens natürlich bald hier zum nachhören bereitgestellt wird. Diese Themen und viele mehr fanden jeweils verschieden große Gruppen von Teilgebern in den jeweils entsprechend zugeordneten Räumen (von Saal bis Besprechungsecke).

Der Funke der Barcamp Flamme ist übergesprungen.

So traue ich mich zu sagen, denn auch bei diesem Barcamp – für die meisten das erste ihres Lebens – war das Konzept schnell ein Selbstläufer. Menschen trafen sich nach den 45 min Sessions in den vorgesehenen 15 min Pausen im Foyer bei Kaffee und Getränken zum Austausch und nutzten die Gelegenheit nochmal auf dem Sessionplan die anstehenden Sessions für sich auszuwählen. Viel Zeit also für Vernetzung, zwischen den Sessions, aber auch in den Sessions. Denn das Barcamp kennt keine Konsumenten und Vortragende, wie das vielleicht bei konventionellen Konferenzen noch häufig der Fall sein mag. Nein, beim Barcamp wird auch daher so gerne von TeilGebern, statt Teilnehmern gesprochen, weil hier alle gleichermaßen eingeladen sind, ihre Erfahrungen beizutragen. Die typische Barcamp Session ist nach einer kurzen Einführung des Session Gebers auf den regen Austausch aller Teilgeber ausgerichtet. So stellt sich von allein das Niveau und der Themenschwerpunkt ein, der für diese Session und diese Gruppe von TeilGebern gerade richtig ist. Und darin liegt meiner Ansicht nach auch schon das ganze Geheimnis des Barcamps als Lernformat – denn Lernen basiert auf der Verknüpfung von Erfahrungen. Erfahrungen austauschen und verknüpfen, das ist es wofür das Barcamp beste Voraussetzungen schafft.

Das ist es auch was Barcamp Teilgeber am Abend erschöpft, aber dennoch erfüllt und glücklich ins Bett fallen lässt. Teilgeber sind von Anfang bis zum Schluss gefordert – im Beitrag ihrer Erfahrung, oder durch die Konfrontation mit teils komplementären Erfahrungen. Kurzum, Siebar hat 100 Mitarbeiter in den Austausch gebracht. Und wer den Hashtag #SieBar im SSN verfolgt, der sieht, dass es ein nachhaltiger Austausch ist, der hier entstanden ist und sicher nicht zum letzten mal in dieser Form Menschen bei Siemens zusammen gebracht hat.

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die zum Erfolg dieses Experiments beigetragen haben. Und nun freue ich mich auf eine Barcamp-reiche Zukunft bei Siemens.

WOL II. absolviert – meine Lernerfahrung: Anerkennung bedarf Gegenseitigkeit.

Mein zweiter WorkingOutLoud circle liegt hinter mir und ich möchte diesmal weniger über WOL an sich, sondern mehr über meine damit verbundene Lernerfahrung erzählen. Sie hängt eng mit meinem persönlichen WOL Ziel zusammen.

Auch diesen WOL circle gründete ich wieder aus der Corporate Learning Community heraus. Nach dem Corporate Learning Camp 2017 (meine Tweets zum #clc17) schrieb ich Antje Röwe eine Mail, ob sie nicht nochmal mitmachen will (nachdem sie ja bisher “nur” den öffentlichen WOL circle im Rahmen des CL2025 cMOOCs mitgemacht hatte). Sie wusste gleich einen Dritten und ich noch zwei Vierte.. so waren wir komplett.

Drei WOL Newbies und wir zwei “alten Hasen” machten sich auf den Weg.

Wie auch schon beim ersten Circle (übrigens wieder rein Virtuell über Skype) kam mir die Idee zu meinem Ziel während der ersten WOL-Sitzung. Wie beim Ersten, war es ein Thema das mich gerade aktuell schon so sehr beschäftigte, dass es keinen Zweifel daran gab, dass es mein Ziel sein musste. Hatte ich mich ja bei meinem ersten Circle bereits bei vielen Kollegen bei Siemens über Hierarchien hinweg bekannt gemacht, weil mein Ziel war mit Problemen, die ich wirklich lösen wollte nur noch zu denjenigen zu gehen, mit denen ich sie wirklich lösen konnte..

So war die Ausgangslage beim zweiten Circle eine ganz andere. Man kannte mich in meinem Umfeld, aber als einen, der auffällt mit vielen ungewohnten Angewohnheiten. Als einen, der sich über Hierarchien hinweg mit seinen Ansichten zu Wort meldet und vor allem exzessiv in “diesem SiemensSocialNetwork” (SSN) postet – oder gar noch in diesen anderen Netzwerken da draußen (Twitter, LinkedIn, Blog sind gemeint).

Bald erreichte die Vorbereitung des Wolkickoffs bei Siemens (mein LinkedIn Artikel hierzu) in Erlangen seinen Höhepunkt und ich spürte, wie man in meinem Umfeld über mich dachte: “der muss ja Zeit haben”, oder “macht der “Socialbene” (diesen liebevollen Kosenamen von meinen Kollegen habe ich gerne durchgehen lassen) eigentlich auch noch was für unser Kerngeschäft?” Klar, diese Frage musste kommen. Ich konnte sie immer ohne Zögern beantworten mit “Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich für den Erfolg meiner Projekte (damals meist Angebotsprojekte) verantwortlich fühle!” Und dementsprechend setzte ich mich auch für diese Projekte ein. Kaum ein Angebot habe ich gemacht, ohne dabei an irgendeiner Stelle eine Verbesserung in den Standard einzubringen. Kein Angebot überließ ich allein den zuständigen Kollegen und Partnern, bis ich sicher war, dass der Kunde das bestmögliche bekommen hatte, was wir ihm anbieten konnten.

Und dennoch – mein Engagement wurde – und wird noch heute – vielerseits in meinem Umfeld bei Siemens kritisch hinterfragt.

So richtig bewusst wurde mir das in einem Video Telefonat mit Siemensianern aus England. Hier war ich als “Gastredner” eingeladen in einem Zusammenschluss engagierter Mitarbeiter über meine Erfahrungen mit Workingoutloud zu sprechen. Nach der Vorstellungsrunde, bevor ich dann anfangen wollte meine Geschichte zu WOL zu erzählen, unterbrach mich eine der Kolleginnen aus England: “Fühlst dich nicht wohl in deiner Umgebung über wol zu sprechen, was?”

Puh, das hatte gesessen – sie traf mich damit genau in meinem verwundbarsten Punkt – offenbar ist ihr aufgefallen, dass ich sicherheitshalber noch Mal kurz aufgestanden bin, um über die Abgrenzung der Besprechungsboxen hinweg zu prüfen, wer nebendran saß – wusste ich doch, dass meine Erfahrung mit WOL in den Ohren vieler Kollegen nicht auf großes Interesse stoßen würde – zumal das doch schon wieder nichts mit dem Kerngeschäft zu tun haben konnte.

Das Ziel meines zweiten wol Circles stand also fest: Ich wollte die Anerkennung meines direkten Umfeldes gewinnen. Für mein Engagement, und für mich. So wie ich bin. Das müsse doch möglich sein, so dachte ich.

My #wolgoal: Establishing sufficient knowledge and sponsorship about my initiatives @Siemens to support enduring engagement. #pabbawol#wol

— Benedikt Pape (@BenediktPape) 17. Oktober 2017

Was nun folgte, konnte ich im Abschluss Circle Februar 2018 dann als Lernreise mit drei Stationen zusammenfassen:

  1. Schaut, wie toll ich bin, ich kann jeden von euch erklären, warum ich alles so mache. Und dass es der beste Weg ist, wie ich es mache. Dass z.b. WOL das Beste für jeden von euch ist.
  2. Hmm, wenn das hier keinen interessiert, dann muss ich euch halt zeigen dass meine Projekte besser laufen, das mein Wirken gute Ergebnisse in eurem/unserem Kerngeschäft hervorbringt – aufgrund meiner zuvor genannten Überzeugungen und meinen immer etwas anderen Herangehensweisen. Was blieb war: Schaut, wie toll ich bin. Doch ich blieb allein.
  3. Nach einer langen Phase der philosophischen Auseinandersetzung  über die Weihnachtszeit hinweg, habe ich – wie ich heute glaube etwas sehr wertvolles verstanden: Anerkennung von meinem Umfeld kommt, wenn ich mein Umfeld anerkenne. Auch mein Umfeld will anerkannt und respektiert werden. Respekt und Anerkennung bedürfen der Gegenseitigkeit – als unumgängliche Voraussetzung.

Leute ist das Leben aufregend. Je mehr ich andere Ansichten als Denkanstoß verstehe, ohne zu bewerten, desto besser läuft die #Zusammenarbeit in meinen Projekten. #Andersartigkeit respektieren, lässt Potentiale entfalten.

— Benedikt Pape (@BenediktPape) 12. Januar 2018

Jetzt, und erst jetzt, geht es langsam aufwärts. Doch diese Lernreise wird noch lange nicht beendet sein. Danke Antje, Andi, Pietro und Bertram, für die Begleitung auf dieser Lernreise.