Mein Weltbild macht meine Welt

“Och süß, Du glaubst also wirklich, dass die Menschen gutes im Sinn haben?” Ich glaube Menschen, die das sagen, haben ihr Weltbild aufgegeben, zugunsten eines schlechteren Weltbilds. Und ja, ich glaube, dass alle Menschen glauben etwas gutes zu tun, denn Menschen sind wundervoll! “Da hast Du aber noch nicht genug zu tun gehabt mit den A***löchern dieser Welt.” Nein! Denn die gibt es garnicht – höchstens gibt es arme Schweine. Kein Mensch fühlt sich wohl, wenn sein Umfeld schlechtes von ihm denkt. Daher kann der Antrieb aller Menschen nur sein, etwas gutes für seine Mitmenschen zu tun.

So prallten heute Abend bei gutem Rotwein in meiner Lieblingskneipe in Erlangen zwei Weltanschauungen aufeinander – im Gespräch mit einem guten Freund.

Passend dazu kam heute Mittag ein Arbeitskollege zu mir und sagte: “Wann verstehst Du endlich, dass die da oben nicht interessiert, was wir hier unten für Ideen haben – die wollen ihre eigene Macht stärken und Profit für sich selbst daraus ziehen. Das Wohl des Unternehmens ist höchstens an zweiter Stelle und ihre Mitarbeiter kommen erst ganz hinten in der Rangliste der Prioritäten.”

Dieses Beispiel brachte mich heute Abend zu der Frage: Selbst wenn es wahr wäre: Was hilft es mir zu glauben, dass meine Mitmenschen Egoisten sind? Welchen Einfluss hätte diese Überzeugung auf mein Handeln? Würde ich dann mit meinem Handeln zu der Welt beitragen, die ich mir wünsche? Ich glaube nicht. Ich glaube sogar, ich würde einer von ihnen werden und selbst egoistisch handeln. Und im schlimmsten Fall wäre ich dann der einzige, der wirklich egoistisch handelt. Vielleicht habe ich die anderen ja nur misverstanden?

Ich glaube an den Satz: “Man wird die Menschen so kennenlernen, wie man ihnen begegnet.” Wer kann also beanspruchen die Wahrheit über einen Menschen zu kennen? Und welche Rolle spielt die “Wahrheit” dann eigentlich noch? Was zählt ist letztlich doch, zu welcher Welt ICH durch MEIN handeln beitrage.

Ich glaube daran, dass unsere Chefs tatsächlich etwas Gutes tun wollen, selbst wenn sie Arbeitsplätze abbauen und wenig transparent mit ihren Plänen für unsere Zukunft umgehen. Sie wollen unser Unternehmen zum Erfolg führen und sind der Überzeugung damit sowohl Mitarbeitern als auch der Gesellschaft gut zu tun. Sie tun das innerhalb ihres Weltbildes, was sicher bei einem Top-Manager anders aussieht als das des regulären Mitarbeiters. Denn unser Umfeld macht uns zu dem was wir sind und es prägt unser Weltbild.

Naiv? Na schön. Dann lass uns zurückkommen auf das eigene Handeln. Hege ich Zweifel, kann ich nur zum Gegner werden – das System werde ich so jedoch kaum besiegen. Glaube ich an das Gute, kann ich konstruktiv beitragen und dennoch kritische Fragen ohne Vorwurf stellen. So glaube ich, meinem positiven Weltbild einen besseren Dienst zu erweisen – indem ich nämlich selbst positiv denke und handle.

In der Erkenntnis, dass jeder Mensch ein anderes Weltbild hat, weil er in einem anderen Umfeld lebt, steckt meiner Ansicht nach ein Schlüssel zur Zusammenarbeit oder gar zum Zusammenleben. Die Perspektiven der anderen zu schätzen, bedarf des Glaubens, dass dessen Absichten gut sind. Und nur dann kann ich den notwendigen Antrieb aufbringen, des anderen Weltbild zu verstehen und gleichzeitig mein eigenes zu erweitern.

Ein grübeliger Text heute. Umsomehr freue ich mich über jeden der bis hier gelesen hat ;). Nur Kommentare würden mein Glück noch steigern :).

Ein schönes Wochenende – Bene

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