Podcast hören – so einfach geht das

Nur 10% meiner Podcast Hörer hören über den Podcast-feed. Und das, obwohl das Podcast hören über eine Podcast App (auch Podcatcher genannt) so bequem ist.

Ich vermute also, dass die wenigsten wirklich wissen, wie das Podcast hören am besten geht. Daher hier ein paar Basics, die mir am Anfang selbst nicht ganz klar waren.

  1. Podcast vs. Episode: Ein Podcast ist eine Serie von Episoden, etwa vergleichbar mit einer regelmäßigen Sendung im Radio, wie “Radio Mikro”. In meinem Beispiel: “Benedikt Pape Podcast“, oder “Faces of Transformation Podcast”. Eine Episode ist eine einzelne Aufnahme (vergleichbar mit einer einzelnen Sendung, die im Radio zu einem bestimmten Datum ausgestrahlt wurde). In meinem Podcast hieß die letzte Episode zum Beispiel “Lernbar Berlin – Siemensianer gründen firmenübergreifenden Lernraum“. Im Gegensatz zur Serie im Radio wird beim Podcast nicht zwingend in regelmäßigen Abständen eine neue Episode veröffentlicht. In meinem Fall ist alles schon vorgekommen zwischen 3 Episoden in 1 Woche und 1 Episode in 3 Monaten.
  2. Podcast Feed: Ein Podcast Feed ist sowas wie ein News-Ticker und funktioniert auch mit der gleichen Technologie (RSS). Sobald eine neue Episode veröffentlicht wurde, geht eine Nachricht mit Link zur neuen Audio-Datei (meist MP3) über den Podcast Feed raus. Empfangen kann diese Nachricht allerdings nur, wer den Feed abonniert hat. Mein Feed lautet zum Beispiel: https://benediktpape.de/feed/mp3/. Diese Adresse braucht man sich aber nicht merken, denn Podcatcher finden die MP3-Feed-Adresse ganz alleine, wenn man ihnen beispielsweise www.benediktpape.de oder den Link einer einzelnen Episode gibt.
  3. Podcatcher: Als Podcatcher bezeichnet man jegliche Programme oder Apps, welche in der Lage sind, Podcast Feeds zu abonnieren und zu verwalten. Beispiele hierfür sind: Antennapod (Android), gPodder, i-Tunes (Apple) (siehe auch eine ausführlichere Liste von Podcatchern bei Wikipedia). Im Podcatcher werden nun die neuen Episoden aller abonnierten Podcasts angezeigt (und je nach Einstellung sogar automatisch heruntergeladen). Man kann sich das hier nun nach belieben anzeigen lassen: neueste Episoden, heruntergeladene Episoden, alle Episoden eines Podcasts, und und und. Im Podcatcher kann man sich also sozusagen sein eigenes “Radio-Programm” zusammenstellen, aus dem man sich bei Bedarf eine passende Podcast-Episode heraussucht.
  4. Podcast Directories: Podcast Directories gibt es, um die Verbreitung von Podcasts zu beschleunigen. Beispiele sind i-Tunes und fyyd.de. Man kann sie sich vorstellen, wie Telefonbücher, in denen Podcaster ihre Podcasts mit ein paar Kern-Informationen beschreiben können und in denen dann die Anzahl Abonnenten und Aufrufe getrackt wird. Entsprechend der jeweiligen Statistiken werden die Podcasts dann “gerankt” und somit weiteren Hörern angepriesen, welche diese Directories eben anschauen. Für das Podcasting notwendig sind diese Directories nicht. Meinen Podcast habe ich bisher nirgendwo eingetragen, da ich glaube meine Hörer kommen ohnehin aus meinem persönlichen Netzwerk – und das “reicht” mir auch.

Ein paar weitere Gedanken möchte ich gerne hier teilen, weil ich den Eindruck habe, dass die Podcast-Welt gerade dabei ist, etwas zu verlieren, was sie reich gemacht hat.

Das besondere an Podcasts ist, dass sie von jedermann und über beliebige Plattform (z.B. eigenen Blog) veröffentlicht werden können. Trotzdem können Nutzer sich die Podcasts von verschiedensten Plattformen über die Podcast-Feeds bequem in einer App (Podcatcher) zusammenstellen und anhören. Hier ist kein Dienstleister dazwischen, sondern das geht direkt von Anbieter zu Hörer. Das ist etwas ganz besonderes, denn wenn wir an die Schriftform denken, dann ist dies zwar auch möglich (dieser Blog verfügt auch über einen RSS-Feed für neue Blog-Beiträge), aber weitaus weniger gebräuchlich. Stattdessen werden geschriebene Beiträge meist auf EINER Plattform erstellt, geteilt und gelesen (wie z.B. auf linkedIn, oder Facebook). Diese Plattformen haben dann das Sagen darüber, wer wann welche Beiträge zu lesen bekommt.

Wenn ich dann wieder beobachte, dass Spotify und Co. nun die eigenen Kunden exklusiv mit Spotify-Podcasts versorgen, dann habe ich etwas Sorge um den selbstbestimmten Gedanken der ursprünglichen Podcasting Bewegung.

Daher: Holt Euch einen einfachen und unabhängigen Podcatcher und stellt Eure eigene Podcast-Sammlung zusammen (in der meiner natürlich nicht fehlen darf ;)).

Viele Grüße, Euer Bene

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